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FIA-Chef Jean Todt: Charles Leclerc reif für WM-Titel
​Der frühere Ferrari-Teamchef und heutige FIA-Präsident Jean Todt traut dem jungen Charles Leclerc 2020 den WM-Titel zu. Der Franzose schätzt ein, wie wichtig dabei Leclercs Ferrari ist.
Formel 1
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Charles Leclerc hatte angedeutet, was wir von ihm erwarten dürfen: Der Monegasse gewann 2016 die GP3-Meisterschaft, 2017 den Formel-2-Titel, beides im ersten Anlauf, 2018 bestätigte Ferrari, dass er ab Melbourne 2019 im zweiten Werksauto neben Sebastian Vettel sitzen würde. Die erste Formel-1-Saison hat Leclerc auf Rang 13 abgeschnitten, in Diensten von Alfa Romeo-Sauber. Der Franzose Esteban Ocon richtete mit der grossen Kelle an: "Leclerc hat alle Möglichkeiten, schon im ersten Jahr mit Ferrari Rennen zu gewinnen."
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Und tatsächlich: Hätte ihn nicht sein Motor im Stich gelassen, so wäre Leclerc beim zweiten Einsatz in Rot als Sieger über die Ziellinie gefahren, in der Nacht von Bahrain. Dabei war er von der Pole-Position losgefahren. Nun sagt FIA-Präsident Jean Todt, jahrelang Teamchef von Ferrari, gegenüber der Gazzette de Monaco: "Charles muss sicherstellen, dass Ferrari ein Siegerauto hat. Ich wünsche mir für ihn, dass er Weltmeister wird, denn in Sachen Talent würde er das verdienen. Aber alles wird vom Wagen abhängen. Ich schätze, zum Titelgewinn ist der Ferrari 80 Prozent wert, der Fahrer zu 20 Prozent. Und Charles hat diese 20 Prozent bereits." Leclerc sagte den Journalisten vor einem Jahr, natürlich müssten im ersten Jahr Siege das Ziel sein, "am liebsten in Monaco und Monza". Das mit dem Heim-GP-Sieg hat nicht geklappt, dafür doppelte er nach seinem ersten Formel-1-Triumph in Belgien tatsächlich in Monza gleich nach – erster GP-Sieg in Italien für Ferrari nach neun Jahren! Kein Formel-1-Fahrer hat 2019 mehr Pole-Positions errungen als Charles Leclerc, nur Hamilton kann mehr beste Rennrunden vorweisen, nur Hamilton und Bottas standen öfter auf dem Podest. Sehen wir uns einmal an, wie sich seine Ferrari-Vorgänger in ihrem ersten Grand Prix in Rot so geschlagen haben – wir blicken dabei auf die vergangenen dreissig Jahre.
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Ferrari: So gut waren die Neulinge beim Debüt
Charles Leclerc in Australien 2019: 5. Sebastian Vettel in Australien 2015: 3. Fernando Alonso in Bahrain 2010: 1. Giancarlo Fisichella in Monza 2009: 9. (Ersatz für Felipe Massa) Luca Badoer in Valencia 2009: 17. (Ersatz für Felipe Massa) Kimi Räikkönen in Australien 2007: 1. Felipe Massa in Bahrain 2009: 9. Rubens Barrichello in Australien 2000: 2. Mika Salo in Österreich 1999: 9. (Ersatz für Michael Schumacher) Michael Schumacher in Australien 1996: Ausfall Eddie Irvine in Australien 1996: 3. Nicola Larini in Japan 1992: 12. Ivan Capelli in Südafrika 1992: Ausfall Gianni Morbidelli in Australien 1991: 6. Alain Prost in Phoenix 1990: Ausfall Nigel Mansell in Brasilien 1989: 1. Nur drei Fahrer konnten also in diesem Zeitraum auf Anhieb gewinnen: Fernando Alonso, Kimi Räikkönen und Nigel Mansell. Darüber hinaus wollten wir wissen, wie Leclerc gemessen an seinen Vorgängern in der ersten Saison für Ferrari abgeschnitten hat. Hier das Ergebnis.
Erste Saison für Ferrari (nur volles Jahr) Charles Leclerc 2019 Pole-Positions: 7 Beste Rennrunden: 4 Siege: 2 WM-Platzierung: 4. Sebastian Vettel 2015 Pole-Positions: 1 Beste Rennrunden: 1 Siege: 3 WM-Platzierung: 3. Fernando Alonso 2010 Pole-Positions: 2 Beste Rennrunden: 5 Siege: 5 WM-Platzierung: 2. Kimi Räikkönen 2007 Pole-Positions: 3 Beste Rennrunden: 6 Siege: 6 WM-Platzierung: Weltmeister Felipe Massa 2006 Pole-Positions: 3 Beste Rennrunden: 2 Siege: 2 WM-Platzierung: 3. Rubens Barrichello 2000 Pole-Positions: 1 Beste Rennrunden: 3 Siege: 1 WM-Platzierung: 4. Michael Schumacher 1996 Pole-Positions: 4 Beste Rennrunden: 2 Siege: 3 WM-Platzierung: 3. Eddie Irvine 1996 Pole-Positions: 0 Beste Rennrunden: 0 Siege: 0 WM-Platzierung: 10. Alain Prost 1990 Pole-Positions: 0 Beste Rennrunden: 2 Siege: 5 WM-Platzierung: 2. Nigel Mansell 1989 Pole-Positions: 0 Beste Rennrunden: 3 Siege: 2 WM-Platzierung: 4. Ergebnis: Wir finden unter den Ferrari-Debütanten einige Schwergewichtler, aber keiner hat im ersten Jahr so viele Pole-Positions eingeheimst wie Leclerc. Bei den besten Rennrunden muss sich Leclerc nur von Alonso und Räikkönen schlagen lassen. Und in Sachen Siege machten das besser: Vettel, Alonso, Räikkönen, Schumacher und Prost. In dieser Gesellschaft darf sich Charles Leclerc durchaus sehen lassen.
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