Racing Point tritt in der kommenden Saison mit einem Renner an, der einem 2019er Mercedes verblüffend ähnlich sieht. Wieso hat Williams nach zwei jämmerlichen Jahren auf solch einen Schritt verzichtet?
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Die Gegner von Racing Point knirschen mit den Zähnen, seit sie den 2020er Renner der Pink Panther zu sehen bekommen haben: Sergio Pérez und Lance Stroll fahren ein Formel-1-Auto, das einem 2019er Mercedes verblüffend ähnlich sieht. Der Mexikaner Pérez fuhr bei den Wintertests in Spanien auf mittelharten Reifen bärenstarke Rundenzeiten.
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Racing Point-Technikchef Andy Green sagt: "Ja, unser Auto ähnelt dem Mercedes in gewissen Bereichen, aber wir finden in der Boxengasse einige Fahrzeuge, welche sich an anderen orientieren. Wir sind da keine Ausnahme. Wir haben im letzten Sommer entschieden – wir müssen etwas radikal Anderes machen. Wir spürten, dass wir mit der Evolution unseres Renners RP19 an Grenzen stossen. Wir stellten uns die Frage: Könnte uns mit einem komplett anderen Konzept vielleicht ein grösserer Schritt nach vorne gelingen?" "Wir haben nur noch ein Jahr mit diesem Reglement. Also sind wir bewusst das grosse Risiko eingegangen, etwas Neues zu machen. Wir haben nichts zu verlieren. Hätten wir das Konzept des RP19 fortgesetzt, wären wir in der WM-Wertung stehengeblieben." "Gleichzeitig wurde es immer schwieriger, eine Route wie Red Bull Racing einzuschlagen, also mit einem an der Hinterachse recht hochbeinigen Auto, gleichzeitig aber Motor, Getriebe und Aufhängung von Mercedes zu übernehmen, deren Auto eine andere Philosophie verfolgt. Wir fragten uns: Wieso nicht den Weg von Mercedes gehen? Wenn du ein 2019er Mercedes-Getriebe und einen Mercedes-Motor verwendest, dazu einige Aufhängungsteile, dann macht es einfach Sinn, hier noch weiter zu gehen." "Die Aufregung um unsere Entscheidung kann ich kaum verstehen. Rennställe haben immer schon Konzepte oder Teile von Anderen übernommen – Flügel, Doppel-Diffusor, angeblasener Diffusor, Kopieren gehört zum Geschäft. Wir machen nichts anders, wir machen nichts Neue, wir machen nichts Illegales. Ich frage mich eher, wieso nicht mehr Teams diesen Weg gehen." "Ich weiss nicht, worüber sich die Gegner beschweren. Wir sind innerhalb des Erlaubten, und der Sinn der Formel 1 besteht darin, ein so schnelles Auto als möglich im Rahmen des Reglements zu bauen. Das haben wir getan. Und natürlich orientieren wir uns dabei am besten Auto im Feld. Wenn andere diesen Weg nicht beschreiten wollen, dann ist das ihre Sache. Sie hätten die gleiche Chance gehabt, sie haben es nicht getan." Das führt zur naheliegenden Frage: Wieso hat sich Williams – wie Racing Point ein Mercedes-Kund – nicht für den gleichen Weg entschieden? Zumal der drittälteste Formel-1-Rennstall in den vergangenen zwei Jahren das mit Abstand schlechteste Auto im Feld gebaut hat Teamchefin Claire Williams: "Zunächst einmal – ich würde nie ein anderes Team für sein Vorgehen anprangern, so lange es sich innerhalb der Regeln befindet, und das trifft auf Racing Point zu. Es ist absolut ihre Angelegenheit, mit welcher Art Fahrzeug sie zu einem Grand Prix antreten wollen." "Wir sind aber stolz darauf, ein unabhängiger Konstrukteur zu sein, wir machen unser Auto selber, und davon werden wir auch in Zukunft nicht abweichen. Wenn dieses Konzept für Racing Point aufgeht, dann schön für sie, aber bei uns hätte das nicht geklappt. Also gehen wir auf dem bisherigen Weg weiter." Claire Williams spricht nicht direkt an, warum das Vorgehen bei ihrem Team nicht geklappt hätte, denn über das Thema Geld wird in der Formel 1 nicht so gerne gesprochen. Andy Green sagt: "Früher hatten wir nicht die Mittel, um ein solches Projekt anzugehen, also quasi bei null anzufangen, nun haben wir es. Also sind wir dieses Risiko eingegangen. Als weniger grosser Rennstall musst du dir etwas einfallen lassen, um mit den Gegnern schrittzuhalten, geschweige denn mit den Top-Teams."
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