Flavio Briatore: «Sebastian Vettel musste bezahlen»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Der frühere Renault-Teamchef Flavio Briatore ist ein Fan von Charles Leclerc. Über Sebastian Vettels Aus bei Ferrari sagt er: «Seb musste dafür bezahlen, dass ein so schneller Mann ins Team gekommen ist.»

Schon im Oktober 2019 deutete der erfolgreiche Geschäftsmann Flavio Briatore an, wo die Reise für Sebastian Vettel hingehen könnte. Damals sagte der heute 70jährige Italiener in der Sendung «La Politica nel Pallone»: «Charles Leclerc ist schneller als Sebastian Vettel. Der Monegasse ist schon jetzt titelreif, er ist dazu vorherbestimmt, Weltmeister zu werden. Wenn ich Teamchef wäre, würde ich ihn zur Nummer 1 machen. Leclerc ist ein unfassbares Talent, er fährt aggressiv und holt alles aus dem Wagen.»

«Ich habe vor zwei Jahren gesagt, dass Ferrari den jungen Leclerc holen sollte, anstelle von Kimi Räikkönen. Denn der Finne war einfach zu wenig gut, um Ferrari die Chance auf den Gewinn des Konstrukteurs-Pokals zu geben. In der Saison 2019 hat Ferrari einige Entscheidungen getroffen, welche Leclerc nicht unbedingt geholfen haben. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Sebastian Vettel gar keine echte Titelmöglichkeit hatte. Leclerc ist ein potenzieller Weltmeister, aber dazu muss er auch das richtige Auto bewegen.»

Inzwischen ist die Scheidung von Ferrari und Sebastian Vettel beschlossene Sache, und Briatore fügt in der Gazzetta dello Sport hinzu: «Die Lage scheint mir klar zu sein – Ferrari setzt voll und ganz auf Leclerc, und sie tun gut daran, wie ich schon betont hatte.»

Auf die Frage, ob Briatore Parallelen zu den jungen Michael Schumacher und Fernando Alonso erkenne, meint Briatore: «Wenn ein Pilot herausragend ist, dann merkst du das sofort. Das war bei Schumacher im Benetton so, als Michael noch ganz jung war. Und ich kann mich lebhaft an ein Telefongespräch mit Giancarlo Minardi erinnern, als er von diesem jungen Spanier namens Fernando Alonso schwärmte. Auch bei Charles wird deutlich: Das ist ein ganz besonderer Rennfahrer.»

«Für mich besteht das Siegesrezept immer darin, einen Fahrer zu haben, der ein Wörtchen um den Titel mitreden kann, und einen Piloten, der üppig punktet und so den Gegnern WM-Zähler wegschnappt. Sebastian Vettel musste dafür bezahlen, dass ein derart schneller Mann ins Team gekommen ist. Leclerc hat das Team so überrascht, wie das damals bei McLaren mit Lewis Hamilton passierte. Wenn du aber zwei gleichwertige Fahrer im Rennstall hast, dann nehmen sich die nur gegenseitig wichtige Punkte weg.»

Über Vettel-Nachfolger Carlos Sainz sagt Briatore: «Das ist ein guter Fahrer, der eine schöne WM-Saison 2019 gezeigt hat, wenn wir daran denken, mit welchem Fahrzeug er unterwegs war.»

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