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Bobby Unser tot: Bergkönig und IndyCar-Ikone

​Im Alter von 87 Jahren ist die US-amerikanische Rennlegende Bobby Unser verstorben. Der dreifache Indy-500-Sieger hätte wie Mario Andretti auch in der Formel 1 ein Star werden können.

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Bobby Unser, dreifacher Sieger des Indy 500 und König des Bergrennens Pikes Peak, ist tot. Im Alter von 87 Jahren verstarb die US-amerikanische Rennlegende in seinem Zuhause in Albuquerque (New Mexico). Sein langjähriger Pistenrivale Mario Andretti hat sich so zu Wort gemeldet: "Wir fuhren in der fabelhaftesten Ära des Motorsports, und Bobby wurde aus einem wild entschlossenen Gegner zu einem sehr guten Freund. Ruhe in Frieden, Bobby, und danke für die schönen Erinnerungen."

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Bobby Unser ist einer von zehn Fahrern, die das legendäre Indy 500 drei Mal oder öfter gewonnen haben. Aber nur er und Rick Mears haben es geschafft, das grösste Autorennen der Welt in drei verschiedenen Dekaden zu gewinnen. Unser erreichte das 1968, 1975 und 1981.

Unsers Karriere begann im Modified-Sport, erblühte jedoch so richtig beim Pikes Peak, einem der berühmtesten Bergrennen der Welt. Der Peak galt als Hausberg der Familie Unser, unzählige Siege haben die Unsers dort errungen. Bobby alleine holte sich dreizehn Titel, neun Mal fuhr er neuen Bahnrekord. Als seine Serie von sechs Gesamtsiegen in Serie zu Ende ging, hiess der Sieger – Al Unser, sein Bruder.

1963 nahm Bobby erstmals am Indy 500 teil. Neben den drei Indy-500-Siegen wurde er auch zweifacher USAC-Meister, heute entspricht das dem IndyCar-Titel.

Der 35fache IndyCar-Laufsieger wurde nach Abschluss seiner Karriere 1982 TV-Experte und schrieb Bücher über erfolgreiches Management. 1986 kehrte er als Audi-Botschafter mit einem Quattro an seinen Hausberg zurück und überholt mit einem weiteren Sieg Rekordhalter Louis Unser, seinen Onkel.

Was die Formel 1 angeht, so ist Bobby Unser einer jener vielen Fahrer, die in der Königsklasse zum Star hätten werden können. Er und sein Landsmann Mario Andretti hatten am Training zum Grand Prix von Italien in Monza 1968 teilgenommen, danach jetteten die beiden zum "Hoosier 100" in Indiana/USA, einem Dirt-Track-Rennen. Damit war der Start beim Italien-GP unmöglich: Zwei Rennen innerhalb von 24 Stunden, das sei verboten, meinten die Offiziellen des damaligen Verbands ACI.

Unser nahm einen neuen Formel-1-Anlauf beim Grossen Preis der USA in Watkins Glen. Unser war zu diesem Zeitpunkt als IndyCar-Sieger etwas höhere Qualität gewöhnt, was seinen Rennwagen angeht. Er war mit dem BRM in Watkins Glen überhaupt nicht zufrieden. Er fuhr von Startplatz 19 auf den elften Rang vor, dann verrauchte sein Motor.

Das Team war ziemlich skeptisch, was die Fähigkeiten von Bobby anging. So hatte Unser bei einem Test in England das Team darauf hingewiesen, mit dem Motor stimme etwas nicht, das Triebwerk verliere Leistung. Die Engländer glaubten ihm kein Wort. Als sie den Motor später auf den Prüfstand schnallten, stellte sich heraus – Bobby Unser hatte Recht gehabt.

Zurück nach Watkins Glen: Sein früherer Monza-Reisegefährte Mario Andretti stellte den Lotus auf Pole, "obschon ich die Piste noch nie von nahem gesehen hatte", wie Andretti erzählt. Mario führte komfortabel, als die Nase des Lotus 49 brach. Nach einem Renndrittel gab die Kupplung ihren Geist auf. Jackie Stewart (Matra) gewann vor Graham Hill (Lotus) und John Surtees (Honda).

Der BRM P138, den Unser fuhr, sollte nur einmal in die Punkte kommen – 1969 in Spanien, mit John Surtees am Steuer.

Bobby Unser, IndyCar-Champion 1968 und 1974, hinterlässt seine Ehefrau Lisa, die Töchter Cindy und Jeri sowie seine Söhne Bobby jr. und Robby.

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Mehrfach-Sieger beim Indy 500

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4 Siege

A.J. Foyt (USA): 1961, 1964, 1967, 1977

Al Unser sr. (USA): 1970, 1971, 1978, 1987

Rick Mears (USA). 1979, 1984, 1988, 1991

3 Siege

Louis Meyer (USA): 1928, 1933, 1936

Wilbur Shaw (USA): 1937, 1939, 1940

Mauri Rose (USA): 1941, 1947, 1948

Johnny Rutherford (USA): 1974, 1976, 1980

Bobby Unser (USA): 1968, 1975, 1981

Hélio Castroneves (BR): 2001, 2002, 2009

Dario Franchitti (GB): 2007, 2010, 2012

2 Siege

Tommy Milton (USA): 1921, 1923

Bill Vukovich (USA): 1953, 1954

Rodger Ward (USA): 1959, 1962

Gordon Johncock (USA): 1973, 1982

Emerson Fittpaldi (BR): 1989, 1993

Al Unser jr. (USA): 1992, 1994

Arie Luyendyk (NL): 1990, 1997

Dan Wheldon (GB): 2005, 2011

Juan Pablo Montoya (COL): 2000, 2015

Takuma Sato (J): 2017, 2020

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