Christian Horner zu Strafen: Bald Fussball-Schwalben

Von Mathias Brunner
Christian Horner

Christian Horner

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner macht sich Sorgen über vermehrte, fragwürdige Strafen in der Formel 1. «Wenn das so weitergeht, werden wir Schwalben wie im Fussball haben.»

Es hagelte Strafen beim Grossen Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring. Viel zu reden geben vor allem die Fünfsekunden-Zeitstrafen gegen Lando Norris und Sergio Pérez, wegen Abdrängens ihrer Gegner (bei Noris war es Pérez, bei Pérez war es gleich zwei Mal Charles Leclerc). Die Kernfrage, auch unter Fans kontrovers diskutiert: Wo endet harter Sport, und wo beginnt der strafwürdige Bereich?

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner findet: «Für mich war die Aktion zwischen Pérez und Lando ein Rennzwischenfall. Sergio ging das Risiko ein, an der Aussenseite einen Angriff zu wagen. Dann kam es zu einer vergleichbaren Situation mit Pérez und Leclerc, und nun hatten die Kommissare natürlich keine andere Wahl, als ebenfalls eine Strafe zu verhängen.»

«Aber wir reden hier von Piloten, die es seit Kart-Tagen gewöhnt sind, solche Manöver zu versuchen. Jeder von ihnen weiss: Wenn ich es an der Aussenseite probiere, dann kann das schiefgehen. Ich fand die Strafen zu hart. Sie widersprechen auch der Vorgabe der letzten Jahre, nicht alles zu ahnden und den Piloten eine etwas längere Leine zu lassen.»

«Ich finde, wir müssen hier ein wenig aufpassen. Sonst kommen wir in eine Situation, in welcher wir wie im Fussball Schwalben erleben – wenn sich ein Spieler bei der leisesten Berührung fallen lässt, um ein Foul zu ergattern.»

«Mir ist klar, dass dies alles sehr kompliziert ist. Es ist nicht leicht für Rennleiter und Rennkommissare eine solche Situation einzuschätzen. Aber bei diesen drei Szenen auf dem Red Bull Ring bin ich der Ansicht, man hätte sie alle als Rennzwischenfall durchgehen lassen und auf Strafen verzichten können.»

Österreich-GP, Spielberg

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:23:55,147h
02. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, +17,973 sec
03. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, +20,019
04. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 46,452
05. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, 57,144
06. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, 57,915
07. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:00,395 min
08. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, 1:01,195
09. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, 1:01,844
10. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +1 Runde
11. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1 Runde
12. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1 Runde
13. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde
14. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
15. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde*
16. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, +1 Runde
17. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde*
18. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +1 Runde
19. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, +2 Runden
Out
Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, +1 Runde
* Kollision und out, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet

WM-Stand nach 9 von 23 Rennen

Fahrer
1. Verstappen 182 Punkte
2. Hamilton 150
3. Pérez 104
4. Norris 101
5. Bottas 92
6. Leclerc 62
7. Sainz 60
9. Ricciardo 40
8. Gasly 39
10. Vettel 30
11. Alonso 20
12. Stroll 14
13. Ocon 12
14. Tsunoda 9
15. Räikkönen 1
16. Giovinazzi 1
17. Russell 0
18. Schumacher 0
19. Mazepin 0
20. Latifi 0

Teams
1. Red Bull Racing 286
2. Mercedes 242
3. McLaren 141
4. Ferrari 122
5. AlphaTauri 48
6. Aston Martin 44
7. Alpine 32
8. Alfa Romeo 2
9. Williams 0
10. Haas 0

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