Die Liga der Streithähne

Von Peter Hesseler
Formel 1
Mallya (li.) und Kollegen neigen zur Konfrontation

Mallya (li.) und Kollegen neigen zur Konfrontation

Andauernd liegt eine Partei mit der anderen im Clinch, manchmal auch mit zweien. Die Juristen haben in der Formel 1 zuverlässige Auftrtaggeber.

Die Streitigkeiten nehmen kein Ende. Lotus(-Renault) gegen (Team-)Lotus soll am 21. März vor Gericht bearbeitet werden. Da geht es um die Namensrechte, die einer dem anderen abspenstig machen will. Und momentan liegen sie bei Team Lotus.

Force India hat gegen dieses Team Lotus wegen Verletzung des Urheberschutzes geklagt und gleich die Organisation (1Malaysia), die dahinter steht, sowie Technikchef Gascoyne und den Windkanalpartner Aerolab, der das alles mitgetragen haben soll, mit Schriftsätzen eingedeckt. Erst Anfang 2012 wird ein gerichtliches Hearing stattfinden. Da scheint es also einen grösseren Aktenberg zu geben, den es vorher zu durchforsten gilt. Jedenfalls hatte sich die Fachwelt gewundert, wie schnell dieses Lotus-Team im Herbst 2009 aus ebenjenem Aerolab, mit dem Force India in Trennungsangelegenheiten befasst war, Modelle seines damals neu geplanten Fahrzeugs präsentieren konnte.

Mit juristischen Schritten gedroht hatte vor wenigen Wochen Pilot Scott Speed (USA), er wolle Schadenersatz für seine Entlassung bei der Scuderia Toro Rosso (2007) einreichen.

Rechtlicher Beistand half unlängst Ford bei der Durchsetzung seiner Namensrechte am Modell F150, so dass Ferrari seinen gleichnamigen GP-Renner für 2011 zweimal umbenennen musste.

Eine heftigen Zoff gab es hinter den Kulissen zwischen Renault und der Familie Piquet (Vater und Sohn Nelson jr.), die sich nach der Skandalaffäre um den getürkten Singapur-GP 2008 (Nelsinho Piquets vorsätzlicher Mauercrash, Alonso abgekarteter Sieg) von Renault als Team öffentlich unfair behandelt bzw. nicht ausreichend reingewaschen sahen. Die Beilegung soll Renault 2010 teuer gekommen sein.

In einem mit diesem Sachverhalt verwandten Thema hatte der ehemalige Renault-Teamchef Flavio Briatore seine lebenslängliche Verbannung aus dem Fahrerlager seitens der FIA 2010 vor Gericht erfolgreich bekämpft.

Wir werden noch eine Menge finden an kleingeistigen Auseinandersetzungen aus dem GP-Sport. Je weiter wir zurückgehen, desto mehr. Das mediale Brennglas und der Überlebensdruck und die Gier und die exorbitanten Eitelkeiten ergeben in dieser Gemengelage eine Atmosphäre, in dem man offenbar nicht mehr gelassen und sportlich mit dem Gegner umgehen und seine Interesse anmelden kann.

Nach aussen wirken manche dieser Streitereien wie jene um den berühmten Maschendrahtzaun, der als Trennung zwischen Grundeigentümern schon viele typisch deutsche, spiessige und verbissene Nachbarschaftsscharmützel heraufbeschworen hat. Der Formel 1 sollte dieses Niveau zu kümmerlich sein. Ist es aber nicht. Deutschland ist überall.
 

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