Toto Wolff: «Dann riskieren wir Schäden am Gehirn»

Von Mathias Brunner
Toto Wolff

Toto Wolff

Hinter den Kulissen geht das Tauziehen um Massnahmen der FIA gegen hoppelnde Rennwagen weiter. Mercedes-Teamchef Toto Wolff spricht von erheblichen gesundheitlichen Risiken für die Fahrer.

Im Frühsommer hatten die Regelhüter des Autosport-Weltverbands FIA genug hoppelnde Rennwagen gesehen und teilte mit: «Im Interesse der Sicherheit schreitet der Autosport-Weltverband ein. Zu den Massnahmen der FIA gehört, dass Unterboden und Schleifblöcke genauer untersucht werden, sowohl in Bezug auf ihr Design als auch auf ihren Verschleiss. Wir werden ferner eine Obergrenze für Vertikal-Schwingungen definieren.»

Konkrete Umsetzung: Wird bei einem Rennwagen übermässige Oszillation festgestellt, gilt der Wagen als unsicher und muss nachjustiert werden. In der Regel bedeutete dies für einen Rennstall – den Abstand zum Boden erhöhen, Federn und Dämpfer anders einstellen. Das kostet zwar Leistungsfähigkeit, verringert aber das gefürchtete «Bouncing» oder «Porpoising».

Die FIA weiter: «Nach Gesprächen mit den Rennställen wird die technische Direktive in Sachen Bouncing ab Belgien umgesetzt. Dies erlaubt den Teams, an den Fahrzeugen die entsprechenden Modifikationen vorzunehmen.»

Gleichzeitig haben die technischen Experten der FIA Massnahmen im Hinblick auf die Rennwagen 2023 vorgesehen. Auch dies gilt als kritisch, denn die GP-Teams arbeiten längst an den Modellen für die kommende Saison.

Christian Horner von Red Bull Racing sagt: «Da gibt es ganz viel Lobby-Arbeit im Hintergrund, um das Reglement zu beeinflussen, so dass ein gewisses Team das Auto tiefergelegt einsetzen kann und dadurch profitiert.»

«Ich finde es ziemlich spät, hier etwas zu unternehmen. Wir hatten solche Probleme nicht. Und nur ein Team hatte auf diesem Gebiet echte Schwierigkeiten. Einige der hellsten Köpfe der Rennwagen-Branche arbeiten in der Formel 1. Auch an diesem Problem. An den vergangenen Rennwochenenden sah das eigentlich ganz gut aus. Also sollten wir nicht überreagieren und Änderungen einführen, welche gravierende Folgen haben.»

Für 2023 hatte die FIA als eine der Massnahmen angekündigt, die Kanten des Unterbodens um 25 Millimeter anzuheben.

Christian Horner: «Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht über das Ziel hinausschiessen und so spät im Jahr noch eine grosse Regeländerung vornehmen.»

Laurent Mekies, Sport-Direktor von Ferrari hält «die Richtlinie für Belgien für ausreichend».

Mercedes-Teamchef Toto Wolff nicht. Der Österreicher sagt: «Es wird viel von Lobbyismus in beide Richtungen gesprochen, aber die FIA hat ein medizinisches Gutachten über Porpoising in Auftrag gegeben. Das Resümee der Ärzte lautet – Frequenzen von ein bis zwei Hertz, die über ein paar Minuten anhalten, können zu Gehirnschäden führen. Wir jedoch haben sechs bis sieben Hertz und dies über mehrere Stunden.»

Für den Wiener steht fest: «Die FIA muss etwas dagegen tun, sie hat gar keine andere Wahl.»

Ungarn-GP, Hungaroring

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:39:36,533 h
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +7,834 sec
03. George Russell (GB), Mercedes, +12,337
04. Carlos Sainz (E), Ferrari, +14,579
05. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, +15,688
06. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +16,047
07. Lando Norris (GB), McLaren, +1:18,300 min
08. Fernando Alonso (E), Alpine, +1 Runde
09. Esteban Ocon (F), Alpine, +1 Runde
10. Sebastian Vettel (D), Aston Martin, +1 Runde
11. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +1 Runde
12. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1 Runde
13. Guanyu Zhou (RC), Alfa Romeo, +1 Runde
14. Mick Schumacher (D), Haas, +1 Runde
15. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren, +1 Runde
16. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
17. Alexander Albon (T), Williams, +1 Runde
18. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Runde
19. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri, +2 Runden
Out
Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo, Motor

WM-Stand (nach 13 von 22 Rennen)

Fahrer
01. Verstappen 258 Punkte
02. Leclerc 178
03. Pérez 173
04. Russell 158
05. Sainz 156
06. Hamilton 146
07. Norris 76
08. Ocon 58
09. Bottas 46
10. Alonso 41
11. Magnussen 22
12. Ricciardo 19
13. Gasly 16
14. Vettel 16
15. Schumacher 12
16. Tsunoda 11
17. Zhou 5
18. Stroll 4
19. Albon 3
20. Latifi 0
21. Nico Hülkenberg (D) 0

Konstrukteurspokal
01. Red Bull Racing 431 Punkte
02. Ferrari 334
03. Mercedes 304
04. Alpine 99
05. McLaren 95
06. Alfa Romeo 51
07. Haas 34
08. AlphaTauri 27
09. Aston Martin 20
10. Williams 3

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