Österreich-GP 2013 auf dem Red Bull Ring?

Von Gerhard Kuntschik
Formel 1
Schumi siegte 2003 in der Steiermark

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Die FIA sucht einen Schauplatz für den 20. Grand Prix 2013. Kommt der Red Bull Ring in Frage?

Bernie Ecclestone ist ein wenig unter Druck. Nicht so sehr wegen der deutschen Justiz (deren Mühlen auch nicht schneller als sonstwo mahlen) als vielmehr wegen seines Formel-1-Kalenders 2013. In weniger als dreieinhalb Monaten ist in Melbourne Start (17. März), und mittendrin ist ein Loch – wegen der Verschiebung des New Yorker Rennens (eigentlich in New Jersey gegenüber Manhattans), weil die Strecke für das geplant gewesene Debüt am 16. Juni 2013 nicht fertig wird. Das war länger schon bekannt.

Nun hat der Automobilverband (FIA) im schon genehmigten Kalender das Rennen in Deutschland (ob auf dem insolventen Nürburgring oder in Hockenheim ist auch offen) auf den 7. Juli vorgezogen, um am 21. Juli ein weiteren Rennen (als 20.) in Europa einschieben zu können.

Und da ist Ecclestone, als WM-Promoter für Rennen und Kalender verantwortlich, noch nicht fündig geworden. Als erster Kandidat galt der Istanbul Park in der Türkei, der nach dem Rennen 2011 aus dem Kalender geflogen war. Die türkischen Funktionäre waren ganz begeistert, finanzieren müsse das 20-Millionen-Ding aber der Staat, und dessen Regierung hat keinerlei Interesse, wie der Sportminister ausrichten liess. Ausserdem hätte sich die FIA-Saisonabschlussgala Freitagabend in Istanbul für eine diesbezügliche Ankündigung gut geeignet, es passierte aber nichts dergleichen.

Der zweite Anlauf in Frankreich (Le Castellet oder das in der Formel 1 ungeliebte Magny Cours) scheint fruchtlos, aus finanziellen und organisatorischen Gründen.

Und plötzlich geistert (wieder einmal) der Red Bull Ring als GP-Schauplatz durch die Formel 1.

Überraschenderweise gibt es von Dr. Helmut Marko, dem Motorsportchef des Salzburger Unternehmens Red Bull, kein wirkliches Dementi. Im Gegenteil: «Wir haben die FIA darauf aufmerksam gemacht, dass es hier eine Strecke mit voller F1-Lizenz gibt», erklärt der Grazer Helmut Marko auf Anfrage.

Von Gegenargumenten hält der Steirer nicht viel, wie sich herausstellt. Dabei verlangt Ecclestone üblicherweise Gebühren von 10 bis 27 Millionen Euro pro Formel-1-WM-Lauf.

Finanzierung? «Es gibt das Land Steiermark, die Republik Österreich.» Doch Politiker, die in diesen Zeiten Geld für ein Formel-1-Rennen locker machen können, gibt es wohl nicht.

Die beschränkte Kapazität der Unterkünfte der Region? «Unsinn, es hat auch in den 1970ern und 1980ern gereicht.» Klar, und es wurde auf dem damaligen A1-Ring auch noch Mitte der 1990er-Jahre und zuletzt 2003 gefahren. Aber da war Formel 1 auf dem Bauernhof noch ein Abenteuer, das heute Paddock-Club-Gäste wohl anders sähen. Freilich hat Red Bull mittlerweile einige traditionelle Immobilien rund um den Ring zu Luxusherbergen auf Fünf-Sterne-Niveau gemacht, doch die würden maximal für die FIA-Funktionäre und einige Topteams reichen, wird befürchtet. «Und wir haben in Graz eine volle Infrastruktur», erwähnt Marko. 80 Kilometer entfernt mit zwei Mal täglich Zusatzmaut freilich. Klar, Hotels gäbe es in Graz ausreichend (u. a. zwei, die Marko gehören).

Und der zeitliche Engpass, ein Rennen aufzustellen, das in einem halben Jahr stattfinden soll? «Kein Problem», behauptet Marko. Und das schon für die DTM fast zu kleine Media Centre? «Kein Problem, das kann erweitert werden.»

Damit scheint klar, dass Marko offenbar die Formel 1 zurück ins Aichfeld holen will. Die Frage ist, ob sich das Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz leisten will, der gerade am anderen Ende der Welt urlaubt. Und die entscheidende Frage wäre auch, ob Big Bernie seinem Freund Mateschitz zuliebe auf eine Menge Geld verzichten würde, um sein 20. Rennen zu bekommen. Doch auch mit einem Sonderdiscount wäre die Formel 1 in Spielberg sündteuer.

Die weltweite TV-Werbung hätte Red Bull bei jedem anderen Schauplatz auch, und das käme wesentlich billiger als ein Heimrennen für Vettel. Doch ausgerechnet der Weltmeister hatte den Stein vor einer Woche beim Show-Run in Graz ins Rollen gebracht, als er fragte: «Wir haben hier in der Nähe eine tadellose Rennstrecke. Warum gibt es keinen Formel-1-GP in Österreich?»

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