Jean Todt: «Die Formel 1 ist zu teuer»

Von Rob La Salle
Formel 1
Jean Todt befürwortet eine Kostenkontrolle in der Formel 1

Jean Todt befürwortet eine Kostenkontrolle in der Formel 1

FIA-Präsident Jean Todt findet es nicht richtig, dass viele Piloten dafür bezahlen müssen, dass sie in der Formel 1 fahren können.

Vor dem Grand Prix von China am kommenden Wochenende erklärt Jean Todt, wieso er Schanghai mag, was er für die Sicherheit auf öffentlichen Straßen tun will und warum er die Kosten in der Formel 1 senken will.

Dieses Jahr findet der Grand Prix von China zum 10. Mal statt. Wie bewerten Sie die Veranstaltung bisher?
Ich mag das Rennen. Ich war seit dem ersten Rennen bei allen vor Ort. Ich mag China. Ich erinnere mich besonders an 2004, als ich mit der Delegation der italienischen Regierung zur offiziellen Eröffnung der Strecke eingeladen war. Da habe ich Michelle in Schanghai kennen gelernt, das ist eine sehr schöne Erinnerung. Als ich Teamchef von Ferrari war gewann das Team das erste Rennen in Schanghai. Letztes Jahr war ich als Präsident der FIA hier, die in China sehr stark ist. China unterstützt den Motorsport in allen Kategorien: Go-Kart, Tourenwagen, Langstreckenrennen, Formel 1. Ich hoffe, dass wir in Zukunft auch einen Lauf der Rallye-WM in China haben werden. Nicht dieses Jahr, aber in naher Zukunft.

Was halten Sie von den chinesischen Fans?
Die Chinesen interessieren sich sehr für den Motorsport im allgemeinen. Als ich 1992 zum ersten Mal zur Rallye Paris-Moskau-Peking in China war, flog ich im Helikopter über das ganze Land und es war faszinierend zu sehen, wie enthusiastisch die Fans waren. Ich freue mich sehr auf einen WRC-Lauf in China.

Es gibt mittlerweile sehr viele F1-Rennen in Asien. Indien, Singapur, Malaysia, Korea... Können Sie China mit den anderen Regionen vergleichen?
Das ist schwer zu vergleichen. Jedes Rennen hat sein eigens Flair. Wenn man sich aber Schanghai anschaut, dann ist es eindrucksvoll, wie sehr es sich entwickelt hat. Von Jahr zu Jahr wird weiter gebaut. Es ist erstaunlich.

Was beeindruckt Sie an Schanghai am meisten?
Die neuen, modernen Einrichtungen. Die Strecke ist Teil eines Auto-Stadions. Das gefällt mir. Hoffentlich können wir nächstes Jahr in Peking in der Stadt fahren. Ich möchte die Sicherheit im Straßenverkehr mehr betonen. In China sterben viel zu viele Menschen auf den Straßen oder werden verletzt. Man muss die Leute in dieser Richtung erziehen. Es wurden Autobahnen gebaut, aber die Menschen sind nicht daran gewöhnt. Sie tragen keine Sicherheitsgurte und tragen auf dem Motorrad keinen Helm. Der Verkehr ist immens und ich möchte, dass die Regierung mit den Clubs und den Organisationen zusammenarbeitet um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Welche Erfolge in puncto Sicherheit auf der Straße und im Motorsport können Sie für sich verbuchen?
Ich habe eine sehr erfolgreiche Karriere im Motorsport hinter mir und nun ist es an der Zeit, dem Sport etwas zurück zu geben und das versuche ich als FIA-Präsident schon bei den Nachwuchsfahrern von klein auf. Wir haben auf der Rennstrecke große Fortschritte gemacht und jetzt ist es wichtig, das weltweit anzusprechen und auf die Straßen zu übertragen.

Wie verbessern Sie die einzelnen Kategorien des Sports und ihre Auswirkung auf die Umwelt?
Nächstes Jahr werden wir in der Formel 1 einen neuen Motor haben: einen 1,6 Liter Turbo, Direkteinspritzer mit Energierückgewinnung. In Le Mans und bei den Langstreckenrennen haben wir Autos mit Turbo-Diesel-Motoren. Vieles davon gibt es in allen Kategorien. Ebenso bei der Rallye, dort gibt es auch neue Technologien. Die FIA wird weiter mit den Teams arbeiten, sich weiterentwickeln und hat eine gute Vision für die Zukunft des Sports und die Regeln.

Wie steht es um die Kostenkontrolle in der Formel 1?
Da ist es wichtig, einen Kompromiss zu finden. Die FIA muss zu einer Einigung mit den Inhabern der kommerziellen Rechte und den Teams kommen. Wir wollen Wege finden, die Kosten zu reduzieren. Als FIA-Präsident finde ich, dass die Formel 1 zu teuer ist. Wir diskutieren das mit den kommerziellen Rechteinhabern und den Teams.

Ist die Formel 1 gesund?
Ja, die Formel 1 ist sehr gesund, aber sie ist trotzdem zu teuer. Das müssen wir ansprechen. Es ist nicht normal, dass die Hälfte der Fahrer dafür zahlen muss, dass sie fahren dürfen. Die Formel 1 ist die Spitze des Motorsports und ich finde es nicht richtig, dass die Fahrer Geld auftreiben müssen, damit sie fahren können.

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