Kimi Räikkönen: Kostete ihn Lotus den Sieg?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kimi Räikkönens Lotus mit eingedellter Nase

Kimi Räikkönens Lotus mit eingedellter Nase

Nur drei Punkte hinter WM-Leader Vettel – aber der Finne ist grummelig.
Dieses ständige Genuschel, die ewigen Sätze wie «weiss ich nicht» oder «interessiert mich nicht», der entrückte Gesichts-Ausdruck – ist das der wahre Kimi?

Oder ist der wahre Räikkönen vielmehr jener Racer, der sich nach einer Begegnung der 3. Art am Funk meldet mit: «WAS ZUR HÖLLE TREIBT DER DA?»

Der Funkspruch stammt aus jenen Runden 14, 15 und 16, in welchen die Zuschauer überhaupt nicht mehr wussten, wo sie hingucken sollten.

Da legte sich Mark Webber ausgerechnet mit dem Jung-Bullen Vergne an.

Da stubste sich Räikkönen am Heck von Pérez’ McLaren die Lotus-Nase ein.

Da rollte obiger Webber nach einem Boxenhalt ohne rechtes Hinterrad aus und das Rad kullerte dann Richtung Peking davon.

Zurück zu Kimi: «Aus Kurve 3 heraus konnte ich schon rausziehen, das gab mir den Schwung für einen Angriff auf Pérez. Ich dachte, er hätte mich gesehen, und schon fand ich mich im Gras und auf dem Randstein wieder. Der Kerb hat mich gerettet, weil die Reifen dort so etwas wie Haftung fanden. Jeder konnte sehen, dass er mich von der Bahn gedrängt hat.»

Die Rennleitung sah das als normalen Rennzwischenfall – keine Strafe.

Räikkönen fuhr darauhin mit beschädigter Fahrzeugnase, und zwar so flott wie zuvor. Ex-GP-Pilot Martin Brundle lacht: «Da würde ich mir als hochbezahlter Aerodynamiker einige Sorgen machen.»

Auf einen Nasenwechsel am Lotus wollten die Schwarzen verzichten. Das kostet in der Regel gute zehn Sekunden, damit wäre der Finne wohl am Ende einen Podestplatz los gewesen.

Kimi machte sich aber Sorgen: «Wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte es einen Nasenwechsel gegeben. Der Schlag war beträchtlich gewesen, und es ist erstaunlich, dass nicht mehr Schaden am Wagen entstanden ist. Vielleicht untersteuerte das Auto ein wenig mehr, aber sonst könnte ich nicht behaupten, dass er nach der Kollision schlechter gelaufen wäre.»

Es hätte sowieso alles ganz anders kommen können: Aber Kimi Räikkönen – als Zweiter gestartet – kam nur als Vierter aus der ersten Runde zurück.

«Wir hatten die falschen Einstellungen», rang sich der Finne später dazu fünf Worte ab. Hintergrund: Aufgrund laufender Messungen tüfteln die Teams die idealen Einstellungen für einen möglichst zügigen Start aus: optimale Drehzahl, optimale Schaltpunkte, nicht zu viel Schlupf der Hinterreifen.  Lotus verrät nicht, welche dieser Variablen bei Kimi nicht gestimmt hat.»

Viele sehen in Kimi und Lotus den (nicht ganz so geheimen) Geheimtipp für die WM. Wie sieht das Räikkönen selber?

«Bah, jeder hat doch die gleiche Chance. Das Kräfteverhältnis ändert von Rennen zu Rennen. Die ersten vier Rennställe liegen auf Augenhöhe. Also interessant finde ich das schon ...»

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