Stirling Moss: «Frauen können nicht siegen»

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
Susie Wolff widerspricht Stirling Moss entschieden

Susie Wolff widerspricht Stirling Moss entschieden

Sir Stirling Moss glaubt nicht, dass Frauen es in der Formel 1 wirklich mit den Männern aufnehmen können.

Bernie Ecclestone wünscht sich seit vielen Jahren eine Frau als Formel-1-Pilotin, und in den Nachwuchsklassen gibt es auch schon einige hoffnungsvolle, weibliche Aspiranten. Ob es eine auch in die Königsklasse schaffen wird, ist jedoch fraglich, denn auf der Strecke ist die Formel 1 noch immer eine Männerdomäne.

In der Geschichte der Formel 1 schafften es bisher nur fünf Frauen, bei einem Team unter Vertrag genommen werden, Rennen gefahren sind nur zwei: Maria Teresa de Filippis (1958-1969) startete in drei Rennen, Lella Lombardi (1974-1976) startete 12 Mal und holte sogar einen halben WM-Punkt. Divina Galica (1976 und 78), konnte sich drei Mal nicht qualifizieren, D
esire Wilson startete nur einen Versuch und verpasste die Qualifikation, Giovanna Amati versuchte 1992 drei Mal vergebens sich zu qualifizieren.

«Ich glaube, sie sind stark genug, aber ich denke nicht, dass sie die richtige Einstellung haben, auch Rad-an-Rad zu kämpfen», sagte Stirling Moss bei BBC Radio 5 live über Frauen in der Formel 1. Über Maria Teresa de Filippis, sagte der sechsfache Grand-Prix-Sieger, er hätte ihr jedes Mal, wenn er sie überrundete eine Kusshand zugeworfen.

«Sie wusste, dass die anderen um sie herum ein Rennen fuhren und schaute in den Rückspiegel und machte Platz. Ihre Manieren und alles waren hervorragend. Sie war da, um gegen uns zu fahren, aber ganz ehrlich, es gab sehr kompetente Fahrerinnen, aber sie waren nie in der Lage einen Grand Prix zu gewinnen», erklärte Moss.

«Ein Rennen zu fahren ist sehr anstrengend. Wir fuhren damals drei Stunden, da brauchte man eine immense Konzentrationsfähigkeit», sagt der Brite. Körperlich seien jedoch sicher einige Frauen in der Lage, heute ein Formel-1-Rennen zu fahren, «sie dauern ja nur noch eine Stunde und zehn Minuten», das Problem sieht er in der mentalen Stärke der Damen. «Ich glaube, dass der mentale Stress es sehr schwierig für eine Frau machen würde. Ich glaube einfach nicht, dass sie die Fähigkeit hätten, ein Formel-1-Rennen zu gewinnen.»

Susie Wolff, Entwicklungsfahrerin bei Williams, meinte über Moss' Einstellung, sie würde «erschaudern, wenn ich das höre. Ich habe viel Respekt vor Sir Stirling und vor dem, was er erreicht hat, aber wir sind eine andere Generation», so Wolff. «Für Moss ist es unvorstellbar, dass eine Frau ein Formel-1-Auto fahren könnte, das steht ihm auch zu. Als er Rennen fuhr haben sie, jedes Mal, wenn sie ins Auto stiegen, ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Heutztage ist die Formel 1 aber technologisch viel weiter und viel sicherer als damals. Ich versuche in die Formel 1 zu kommen und ich glaube, dass das für eine Frau auch möglich ist. Sonst würde ich es nicht tun.»

Zumindest in den Führungspositionen der Teams sind die Frauen aber schon mal auf dem Vormarsch. Monisha Kaltenborn ist Teamchefin bei Sauber und Claire Williams ist im Begriff, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Und dann gibt es auch noch Danica Patrick, die in den USA NASCAR fährt, bei den Daytona 500 in diesem Jahr als erste Frau auf der Pole Position stand, bei den IndyCars «Rookie of the Year», 2008 die erste Frau war, die ein IndyCar-Rennen gewinnen konnte und den Rekord hält für die meisten beendeten Rennen.

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