Nach Formel-1-Helfer: NASCAR-Pilot Jason Leffler tot

Von Lewis Franck
Formel 1
Schwarze Serie in Nordamerika: Nach dem kanadischen Formel-1-Streckenposten Mark Robinson nun Trauer um NASCAR-Pilot Jason Leffler.

Nur wenige Tage nach dem tödlichen Unfall des Formel-1-Streckenpostens Mark Robinson nach dem Kanada-GP in Montreal wird in Nordamerika wieder getrauert: Der 37 Jahre alte NASCAR-Fahrer Jason Leffler ist tot. Der Kalifornier erlag schweren Verletzungen, die er sich bei einem Sprint-Car-Vorlauf auf dem «Bridgeport Speedway» im Süden von New Jersey zugezogen hatte.

Leffler hinterlässt als allein erziehender Vater seinen fünf Jahre alten Jungen, Charlie Dean.

Die Rennstrecke «Bridgeport Speedway» wird «Schnellstes Dirt-Oval des Ostens» genannt – ein 5/8-Meilen-Oval (also rund 1000 Meter) mit überhöhten Kurven, das Durchschnitts-Geschwindigkeiten von mehr als 160 km/h erlaubt. In einem Qualifikationslauf war Leffler mit seinem 800 PS starken Sprint-Car auf Rang 2 liegend von der Bahn geraten, nach dem Aufprall in die Begrenzungsmauer überschlug sich sein Rennwagen mehrmals.

Leffler wurde mit den Rettungs-Hubschrauber ins Krankenhaus «Crozer-Chester Medical Center» von Chester (Pennsylvania) geflogen, doch abends um 21.02 Uhr musste der Rennfahrer für tot erklärt werden. Die Rennveranstaltung wurde abgebrochen.

Leffler trat bei 73 NASCAR-Sprint-Cup-Rennen an, doch wahren Erfolg hatte er in der Nationwide-Serie, wo er zwei Mal triumphierte (Nashville 2004 und Indianapolis 2007). Von 2006 bis 2011 bestritt er dort die komplette Saison, insgesamt (von 1999 bis 2012) 294 Läufe, in jedem dritten Rennen davon fuhr er in die Top-Ten. Er ging darüber hinaus bei 56 NASCAR-Truck-Rennen an den Start, in Dover 2003 konnte er gewinnen.

Seither konnte Leffler kein Vollzeit-Engagement mehr finden und kehrte zu seinen Wurzeln zurück: Midget-Cars und Sprint-Cars. Die mit einem Käfig gesicherten Sprint-Cars haben mit ihren rund 800 PS starken Motoren ein Leistungsverhältnis, das einem Formel-1-Auto nahekommt.

Leffler gewann von 1997 bis 1999 drei USAC-Midget-Car-Meisterschaften in Serie, er war Mentor des späteren NASCAR-Stars Tony Stewart, der ebenfalls in Midget- und Sprint-Cars gross geworden war. Leffler trat auch zu drei IndyCar-Rennen an (damals in Form der Indy Racing League, IRL), einschliesslich des Indy 500 im Jahre 2000, bei dem er Rang 17 erreichte.

Der Tod von Leffler – von seinen Fans aufgrund seiner langen Oval-Erfahrung «LefTurn» genannt – hat seine Fahrerkollegen tief erschüttert.

Tony Stewart sagt: «Ich bin fassungslos. Wir haben einen guten Mann und einen guten Racer verloren.»

NASCAR-Meister Brad Keselowski: «Ich muss immerzu an diesen kleinen Jungen denken. Es ist so traurig.»

Sprint- und Midget-Sport ist überaus gefährlich, jedes Jahr kommt es zu tödlichen Unfällen: Erst vor zwei Wochen war auf dem «Bloomington Speedway» von Indiana der 22 Jahre alte Josh Burton ums Leben gekommen. Ende Mai starben auf einem Dirt-Track in Nevada zwei Fahrer. Im März kam in Kalifornien ein Fahrzeug von der Bahn ab und krachte in die Boxengasse – ebenfalls zwei Tote. Viele Sprint-Car- und auch Midget-Car-Kurse sind bei weitem nicht auf dem gleichen Sicherheits-Standard wie Formel-1-, IndyCar- oder NASCAR-Strecken.

Der Tod von Jason Leffler unterstreicht die Forderung nach besser abgesicherten Klein-Ovalen.

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