Pirelli: Der perfekte Sturm

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
Bei Pirelli laufen die Untersuchungen, was die zahlreichen Reifenschäden in Silverstone verursacht hat. Theorien gibt es schon einige.

Ein «perfekter Sturm» aus dem Design der Randsteine, Streckenlayout, internen Schockwellen und niedrigem Reifendruck hat führenden Formel 1-Ingenieuren zufolge die Reifendramen beim Grand Prix von Großbritannien ausgelöst. Im Pirelli-Hauptquartier in Mailand werden zur Zeit die Überreste der Pneus untersucht, die am Sonntag in Silverstone förmlich explodiert sind. Erste Erkenntnisse der Italiener lauten gemäß Autosport, dass eine Kombination aus unterschiedlichen Faktoren zu den Schäden geführt hätte.

Schon während des Rennens wurden die Randsteine als Stein des Anstoßes ausgemacht und die Teams warnten ihre Fahrer, den rot-weiß lackierten Kerbs fern zu bleiben. Nach Aussagen der Fahrer und einer Inspektion der Randsteine nach dem Rennen gab es Hinweise darauf, dass insbesondere zwei Stellen besonders kritisch waren. Die erst sei die Innenseite des Randsteins in der Aintree-Kurve gewesen, über die die Autos mit der Innenseite des linken Hinterreifens räuberten, um eine bessere Linie auf die Wellington-Gerade zu bekommen.

An dem Punkt könnte die geriffelte Oberfläche die Innenkante der Reifen schon angegriffen haben, besonders, da die Teams die Reifendrücke so niedrig wie möglich hielten, um so schnell wie möglich zu sein. «Die Reifenschäden scheinen an der Innenschulter des linken Hinterreifen entstanden zu sein», sagte Red-Bull-Racing-Technikchef Adrian Newey. «Wenn man den Druck erhöht, dann verlagert man die Stelle, die mit dem Randstein in Kontakt kommt, mehr in die Mitte des Reifens und weniger an den Rand.»

Schockwelle in den Reifen

Zusätzlich zu den Schnitten, die durch das Überfahren der Randsteine entstanden, die die Fahrer auch bei The Loop in die Strecke mit einbezogen, könnte die Abkürzung bei Aintree eine Art Schockwelle in den Walzen ausgelöst haben, vermutete einer der Ingenieure. Diese Schockwelle könne durch die Art Stahlgürtel, die die aktuelle Reifengenration aufweist, verschlimmert werden. Deshalb seien die Randsteine in der Vergangenheit auch kein Problem gewesen, als die Reifen noch mit einem Kevelar-Gürtel ausgestattet waren.

Der Stahlgürtel wird nämlich um etwa 10 Grad heißer als die Kevelar-Version und jede Erhöhung der Temperatur durch die Schockwellen hätten die Reifen somit näher an den gefährlichen Bereich gebracht, wurde weiter erklärt.

Als zweiter kritischer Punkt der Strecke wurde der Randstein ausgangs Beckett genannt, an dem die Fahrer die optimale Linie in die Chapel-Kurve und auf die folgende Hangar-Gerade suchen. Genau an dieser Stelle befinden sich hinter den Randsteinen alte und raue Betonblöcke, über die einige Fahrer mit ihrem linken Hinterrad fuhren.

Auch hier vermuten die Techniker, dass die Innenseiten der Pneus extremen Kräften ausgesetzt waren, die gemeinsam mit den internen Schockwellen durch die unebene Oberfläche hinter den Randsteinen die Reifenplatzer ausgelöst haben könnten, die auf der Hangar-Geraden zu sehen waren.

Pirelli erwartet, dass die forensischen Untersuchungen innerhalb der nächsten zwei Tage ein Ergebnis liefern sollten, wo das Problem genau lag. Sollte es tatsächlich der Fall sein, dass die Kombination aus Randsteinen, Reifenspezifikationen und -drücken die Schäden verursacht hat, muss sich Pirelli für den Grand Prix am nächsten Wochenende etwas einfallen lassen, um ähnliche Situationen zu vermeiden.

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