Teamchfes fordern Helmpflicht in der Boxengasse

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
Boxenstopps - ein Risiko für alle Umstehenden bleibt

Boxenstopps - ein Risiko für alle Umstehenden bleibt

Nach dem Zwischenfall, bei dem ein Kameramann in der Boxengase verletzt wurde, fordern die Teamchefs der Formel 1 verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.

In Runde 9 des Grand Prix von Deutschland fuhr Mark Webber zu seinem ersten Radwechsel an die Box und wie desöfteren in der Formel 1, gab es Probleme mit der Montage eines Rads. Trotzdem ließ das Team den Australier fahren. Das rechte Hinterrad des Red-Bull-Racing-Autos löste sich schon nach wenigen Metern, hüpfte durch die Boxengasse und traf einen Kameramann.

Der Brite Paul Allen wurde zu Boden geschleudert und später, nach einem kurzen Aufenthalt im Streckenhospital, in ein Krankenhaus nach Koblenz geflogen. Die Diagnose seiner Verletzungen: Zwei gebrochen Rippen, ein gebrochenes Schlüsselbein und eine Gehirnerschütterung. Red Bull Racing wurde wegen des Zwischenfalls, von dem Mark Webber übrigens erst nach dem Rennen erfuhr, von der FIA mit einer Strafe von 30.000 Euro belegt.

Während die Mechaniker gezwungen sind, in der Boxengasse stets Sicherheitsausrüstung und Helme zu tragen, gilt diese Regelung nicht für alle anderen Menschen, die während eines Rennens in diesem Bereich tätig sind. Nach dem Zwischenfall am Sonntag am Nürburgring, der noch viel schlimmere Folgen hätte haben können, sind nun nicht nur die Teamchfes der Meinung, dass es an der Zeit sei, sich über die Sicherheit mehr Gedanken zu machen.

«Das macht uns wieder bewusst, dass es gefährlich ist, in der Boxengasse zu arbeiten, egal, ob als Mechaniker oder als Kameramann», sagte Red-Bull-Racing-Teamchef Christian Horner gegenüber Sky Sports. «Diese Autos fahren ziemlich schnell und erzeugen viel Energie. Das erinnert uns daran, dass wir diese Dinge überprüfen müssen. Die Mechaniker müssen Schutzkleidung tragen und vielleicht sollten das auch Kameraleute tun.»

Mercedes-Teamchef Ross Brawn schloss sich der Meinung seines Kollegen an und schlug vor, dass die Vorgaben für die Mechaniker auf alle, die in der Boxengasse arbeiten, ausgedehnt werden sollten. «Nachdem, was wir heute gesehen haben, sollten wir darüber nachdenken, ob nicht alle in der Boxengasse entsprechend gekleidet und ausgerüstet sein sollten», wird Brawn vom Daily Telegraph zitiert. «Alle sollten Helme tragen. Das ist sicher ein Punkt, den man in Betracht ziehen sollte.»

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh meinte, der Sport sei bezüglich der Sicherheit in der Boxengasse sowieso etwas zu «selbstgefällig» geworden. «Das Rad hüpfte durch die Boxengasse, das war beängstigend», sagte der Brite. «Diejenigen von uns, die schon vor 25 Jahren da waren, als es noch keine Tempolimits gab, konnten die Gefahr riechen. Wie sind etwas zu selbstgefällig geworden.»

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