Ferrari: Silverstone-Test und James Allison als Asse

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ferrari wartet seit 2007 (Kimi Räikkönen) auf einen neuen WM-Titel. Schafft es Fernando Alonso nach der knappen Niederlage 2010 und 2012?

Ferrari geht die Zeit aus. Viele Entwicklungen, die im Laufe der letzten paar Rennen ans Auto geschraubt wurden, erwiesen sich als zu wenig effizient. Sie verschwanden wieder in den Transportkisten oder im Renn-Laster. Star-Fahrer Fernando Alonso warnt: «Wir müssen endlich einen Schritt nach vorne machen, sonst wird es knapp.» Der Schlüssel, um wieder an die Form von Shanghai und Barcelona anzuschliessen (Siege von Alonso) ist möglicherweise der Silverstone-Test, vom 17. – 19. Juli. Und die Rückkehr von Techniker James Allison (ex-Lotus).

Fakt ist: Ferrari hat die Saison mit einem Auto begonnen, das es Fernando Alonso erlaubte, mit jedem seiner Gegner auf Augenhöhe zu kämpfen. Diesen Eindruck hatten wir in den vergangenen Rennen nicht mehr. Die Weiter-Entwicklungen am Modell F138 haben weniger gebracht als die Verbesserungen beispielsweise am Auto von Weltmeister Red Bull Racing. In Rennen auf heisser Bahn, wie unlängst auf dem Nürburgring, tanzen auch noch die beiden Lotus Ferrari auf der Nase herum – und für die kommenden Rennen von Ungarn, Monza und Singapur ist warmes Wetter der Normalfall.

Was Alonso zuversichtlich stimmt: Die Basis des Fahrzeugs stimmt. Was Ferrari zuversichtlich stimmt: Ein Alonso bringt immer Leistung.

Technikchef Pat Fry: «Wir haben vor dem Rennen in Ungarn nun etwas Luft, wir müssen die Lücke nach vorne wieder schliessen.»

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Silverstone-Test. Im vergangenen Jahr machte Ferrari dank der Testfahrten von Mugello innerhalb der Saison einen markanten Fortschritt. Das wollen die Italiener wiederholen. Auch wenn beim Nachwuchsfahrer-Test die Stammfahrer nur an einem Tag im Auto sitzen dürfen.

Der andere Schlüssel zum WM-Titel heisst James Allison. Nach Informationen am Nürburgring ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis seine Rückkehr nach Maranello verkündet wird (James arbeitete bereits 2000 bis 2005 bei Ferrari). BBC- und SPEEDWEEK-Expert Gary Anderson sagt: «Das wäre ein genialer Schachzug. Ich habe immer gesagt – Ferrari mangelt es nicht an Ressourcen, es mangelt an einem Mann mit Visionen. Und James ist ein solcher Mann.»

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