Frische Pirelli: Wer profitiert hat, wer sich ärgert
Martin Whitmarsh (McLaren) glaubt nicht, dass die geänderten Reifen an der Formel-1-Hackordnung etwas ändern. Franz Tost (Toro Rosso) ist da ganz anderer Meinung. Die Wahrheit liegt dazwischen.
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Es sind die heissesten Fragen in diesem Sommer, der in Europa endlich seinen Namen verdient: Was hat sich aufgrund der geänderten Reifen beim Nürburgring-GP geändert? Und was ist zu erwarten, wenn es zum Hungaroring geht, erneut mit anderen Reifen? Wir sagen, wer von den Änderungen bei Pirelli profitiert hat und wer sich ärgert.
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Die beiden Erfolgs-Teamchefs Martin Whitmarsh (McLaren) und Stefano Domenicali (Ferrari) sagen im Einklang: "Es ist noch zu früh, darüber zu urteilen, was die veränderten Reifen bewirken." So ganz stimmt das aber nicht. Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost hat exklusiv auf SPEEDWEEK.COM festgehalten. "Die neuen Reifen sind von den Abmessungen und der Form her ein wenig anders, das erzeugt an unserem Diffusor (dem aufsteigenden Ende des Unterbodens eines Formel-1-Renners, M.B.) einen Verlust an Abtrieb. Das haben wir befürchtet, das ist eingetreten, das ist für die Techniker messbar und für den Fahrer spürbar. Ich fürchte mich davor, wie das in Ungarn weitergeht. Denn dann geht es nicht nur um die Hinterreifen, sondern auch um die Reifen vorne. Wir haben die Abmessungen von Pirelli. Die Reifenform wird in der Öffentlichkeit vielleicht unterschätzt – sie hat elementare Auswirkungen auf die Aerodynamik, primär was den Luftfluss im Bereich Vorderräder/Frontflügel betrifft, dann übers Auto und darunter bis nach hinten."
BBC- und SPEEDWEEK-Technikexperte Gary Anderson findet: "Einige Tendenzen scheinen sich nicht geändert zu haben – Mercedes ist in der Qualifikation atemraubend schnell, und der Lotus ist im Rennen sehr stark. Aber einiges hat sich auch geändert: Force India litt auf dem Nürburgring an übermässig abbauenden Reifen. Die Hinterreifen scheinen empfindlicher auf Veränderungen der Temperatur zu reagieren, das ist auch schlecht für Mercedes."
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Red Bull Racing
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Die Umstellung hat einmal mehr bewiesen, dass der Wagen des Weltmeister-Teams der beste Allrounder im Feld ist. Lotus Wirkt endlich auch im Qualifying auf der Höhe, im Rennen stärker denn je. Der leitende Ingenieur Alan Permane: "Ich weiss nicht, ob die Umstellung uns genützt hat. Ich weiss aber, dass sie uns nicht geschadet hat." Ferrari
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Das gefürchtete Körnen der Reifen ist verschwunden. McLaren Solide Team-Leistung, welche auf Verbesserungen am Wagen zurückgeführt wird. Wir glauben, es liegt auch an den Reifen. Sauber
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Leiser Aufwärtstrend bei den finanzgeplagten Schweizern, starke Darbietung von Nico Hülkenberg. Das sind die VerliererMercedes Die Schwäche mit übermässig abbauenden Hinterreifen ist zurück. Mercedes kann auch nicht mehr den (von Pirelli erlaubten) Kniff des Umdrehens der Räder von einer Seite auf die andere anwenden.
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Force India Galt zuvor als Reifenflüsterer, davon konnte am Nürburgring nicht die Rede sein. Bob Fernley, der stellvertretene Teamchef, spricht offen davon, dass sein Team durch die Umstellung der Reifen bestraft worden sei. Auto übersteuert zu stark, das verkraften die Hinterräder auf die Dauer nicht. Toro Rosso Rückfalls ins Mittelfeld nach tollen Leistungen in den Rennen zuvor.
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Williams, Caterham, Marussia Die drei punktelosen Teams scheinen durch die Umstellung nicht an Konkurrenzfähigkeit gewonnen zu haben.
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