GP-Ungarn: Der heisseste Formel-1-Lauf aller Zeiten?

Von Mathias Brunner
Formel 1

SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Für Budapest sind am Sonntag 40 Grad angesagt – ist das ein Rekord?

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Jan Herrmann aus Offenbach wissen: «Ich höre, dass für den Renntag in Ungarn Temperaturen von bis zu 40 Grad vorhergesagt sind. Wäre der Ungarn-GP 2013 damit der heisseste WM-Lauf aller Zeiten?»

Das ist nicht so einfach zu erklären, weil zu Beginn der Formel-1-Historie nicht immer genaue Messungen vorgenommen wurden. Das Paradebeispiel dafür ist der Argentinien-GP vom Januar 1955: Die meisten Berichterstatter sprechen von 40 Grad im Schatten, anderen Berichten zufolge lag die Temperatur bei 37 Grad. Die Pistentemperatur betrug 52 Grad. Fakt jedoch ist: in Zeiten, als Fahrerwechsel noch erlaubt waren, wurden zahlreiche Fahrzeuge von mehreren Piloten bewegt – nur die beiden Argentinier Juan Manuel Fangio (Sieger) und Roberto Mieres (Rang 5) kamen ohne Ablöse ins Ziel!

Das französische Reims galt so sicher als Hitze-GP wie heute die Rennen auf dem Hungaroring. Im Juli 1959 wurde auch hier die 40-Grad-Marke mindestens gekitzelt. Es war so heiss, dass der Pistenbelag zu schmelzen begann – ein Effekt, den ich Ende der 80er Jahre auch in Phoenix (Arizona) beobachten konnte. Dort sollte noch heute ein Turnschuh-Abdruck von mir verewigt sein ...

In Reims 1959 erlitt der US-Amerikaner Masten Gregory einen Hitzschlag, anschliessend traf ihn ein Stein, der vom Rad eines Konkurrenten aufgewirbelt worden war! Tony Brooks siegte im Ferrari.

Wir wissen nicht, wer die Schnapsidee absegnete, ausgerechnet im Juli nach Dallas (Texas) auszurücken. Wir wissen nur, dass sich auch dort 1984 bei Temperaturen um die 40 Grad die Piste aufzulösen begann. Schnellhärtender Beton war nur teilweise die Lösung. Reifentechniker von Goodyear trauten ihren Augen kaum, als sie die Pistentemperatur massen – 66 Grad! Keke Rosberg trotzte der Hitze am Besten und gewann.

Heute feiert sich der Malaysia-GP als «heissester Grand Prix des Jahres», aber dort verfälscht die hohe Luftfeuchtigkeit den Eindruck.

Der Rekord geht an Bahrain 2005: Die Temperatur sank während des gesamten Rennens nie unter 41,9 Grad! Fernando Alonso gewann im Renault, bei einer Pistentemperatur von 56 Grad.

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