Lewis Hamilton verzweifelt: «Das ist hoffnungslos!»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ein sehr nachdenklicher Lewis Hamilton

Ein sehr nachdenklicher Lewis Hamilton

Silberpfeil-Fahrer Nico Rosberg Schnellster in Brasilien, sein Stallgefährte Lewis Hamilton zwei Mal bezwungen – und tief im Jammertal vergraben.

Auf dem Papier schaut das nicht so schlecht aus: Lewis Hamilton im ersten Training zum Brasilien-GP Zweiter, am Nachmittag in Interlagos dann Fünfter. Normalerweise sind das Platzierungen, für die sich ein Formel-1-Pilot nicht zu schämen braucht. Aber Lewis ist überhaupt nicht zufrieden.

«Ich kann mich nicht an eine Situation erinnern, in welcher ich mit einem Auto auf nasser Bahn so grosse Schwierigkeiten hatte», sagt der Formel-1-Champion von 2008. «Normalerweise konnte ich bei solchen Verhältnissen immer besonders auftrumpfen, aber so ist das hoffnungslos! Ich habe nicht den geringsten Schimmer, was da vor sich geht, aber ich habe die grösste Mühe mit der Motorabstimmung und all diesen Dingen. Die Logik würde sagen: das Auto ist schnell, denn Nico schafft es ja auch, Topzeiten zu fahren. Jetzt haben wir einen langen Abend vor uns, an dem wir herausfinden müssen, was da los ist.»

Lewis weiter: «Ich habe alle Hände voll zu tun, den Wagen überhaupt auf der Bahn zu halten. Das war schon im vergangenen März in Australien so.»

Darüber hinaus kritisiert Hamilton das Reglement, und damit steht der Brite nicht alleine da: «Es ist doch lächerlich, dass wir einen Tag vergeuden, weil wir nicht genügend Reifen zur Verfügung haben. Das ist auch für die Fans auf den Tribünen schwer nachvollziehbar. Was ich ebenfalls schlecht finde – Pirelli hatte 2014er Reifen mitgebracht, die konnten wir wegen des Wetters nicht nutzen. Nun, so bin ich überzeugt, landen die in der Tonne, brandneue, nicht benutzte Reifen.»

Hamilton: «Dann rede ich eben überhaupt nicht mehr»

Lewis Hamilton ist auch darauf angesprochen worden, was in Austin am Funk mit dem Team los war. Zur Erinnerung: Zuerst bat der launische Engländer um mehr Ruhe im Funk («Ich muss mich konzentrieren, Mann!»), dann fand er sich schlecht informiert («Ich brauche mehr Input, Mann!»). BBC-Technikexperte Gary Anderson fand: «Weiss Hamilton eigentlich, was er will? Wenn ich bei Mercedes wäre, würde ich mit dem Burschen mal ein Wörtchen reden.»

Hier in Interlagos sagt Hamilton nun: «Die Leute hören ja nie den ganzen Funkverkehr, sondern nur aus dem Zusammenhang gerissene Sätze. Daraus ergibt sich dann ein falsches Bild. Es gibt eben Phasen im Rennen, in welchen ich mehr Ruhe möchte, und es gibt Situation, in welchen ich mehr Informationen brauche. Mein Team weiss das alles, aber ich der Öffentlichkeit kommt das ganz anders rüber. Vielleicht wäre es am gescheitesten, ich würde gar nichts mehr sagen.»

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Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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