Formel 1 2014: So rücken Hülkenberg, Sutil, Maldonado

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ist das Force India 2014? Adrian Sutil und Nico Hülkenberg

Ist das Force India 2014? Adrian Sutil und Nico Hülkenberg

Endlich Bewegung im Transferschach: Nico Hülkenberg hat lange genug auf Lotus gewartet und dockt für ein Jahr bei Force India an – an der Seite von Adrian Sutil?

Nico Hülkenberg hat sich mit Stil von Sauber verabschiedet: der Emmericher lud sein Team zum Abendessen ein und bedankte sich damit für die Plackerei. Hülkenberg, der längst in ein Top-Auto gehört, macht auch abseits der Rennstrecke Nägel mit Köpfen: Endlos wurde ihm bei Lotus versprochen, dass dort die amerikanisch-arabische Geschäftsgruppe Quantum einsteige, Lotus-Teamchef Boullier beteuert in Interlagos, dass dies wirklich im Gange sei, aber offenbar konnte Hülkenberg keine Zusicherung gegeben werden. Im Fahrerlager von Interlagos sickert durch: Nico hat lange genug gewartet und für 2014 bei Force India unterzeichnet. Dies haben uns zwei Teamchefs unabhänging voneinander bestätigt. Der Deal soll schon in den kommenden Tagen verkündet werden.

Zweifel schleichen dennoch durchs Fahrerlager. Ex-GP-Pilot Martin Brundle gibt zu bedenken: «Ich verstehe das nicht – wenn Nico zu Force India zurückgeht, wieso lässt er sich im Lotus-Werk einen Sitz anpassen?»

Nico Hülkenberg sagt zum Thema 2014er Vertrag (wo auch immer) nichts. Er und sein Manager Werner Heinz sind aber clever genug, sich (wie vor der Saison 2013) nicht zu lange zu binden. Will heissen: Hülkenberg hat nur einen Vertrag bis Ende 2014 unterzeichnet, um für 2015 frei zu sein, wenn bei den Top-Teams neue Bewegung entsteht – etwa, wenn bei Ferrari das Duo Räikkönen gegen Alonso im Krach endet oder wenn Kevin Magnussen bei McLaren nicht einschlägt.

Adrian Sutil: Force India oder Sauber?

Adrian Sutil ist seit Wochen tiefen-entspannt. Wenn wir daraus schliessen, dass er für 2014 einen Vertrag besitzt, sagt der Force-India-Fahrer nur: «Du musst deine eigenen Schlüsse ziehen.»

Die Informationen über seinen Deal für 2014 gehen auseinander: Einige Quellen beteuern, er fahre an der Seite von Hülkenberg bei Force India. Andere glauben, er sei dort quasi kurz vor der Ziellinie von Sergio Pérez ausgebremst worden und ziehe zu Sauber. So oder so ist klar: Für Paul Di Resta ist bei Force India kein Platz mehr.

Pastor Maldonado: Lotus oder Sauber?

Der Venezolaner Pastor Maldonado hat mit Argwohn betrachtet, was bei Lotus passiert. Auch ihm ist nicht entgangen, dass an diesem Wochenende im Internet E-mails auftauchten, in welchen die Lotus-Belegschaft in Sachen Lohnzahlungen um Geduld gebeten wird. Offenbar ist für den Spanien-GP-Sieger von 2012 die Zukunft von Lotus wackeliger als jene von Sauber. Sein langjähriger Sponsor PDVSA will ihn in der Formel 1 halten, doch weder bei PDVSA noch bei Maldonado kamen die Aussagen von Lotus gut an, wonach Nico Hülkenberg Wunschfahrer Nummer 1 sei.

Die angeblich 40 Mio Euro von PDVSA kämen Sauber gut gelegen, denn bis heute weiss ausser den Hinwilern selber niemand, wieviel Geld aus Mexiko (Pérez und Gutiérrez) und Russland (Sirotkin) in die Schweiz geflossen ist. Sauber mit Sutil und Maldonado? Ausgerechnet mit jenen zwei Piloten, die sich in Austin in die Kiste gefahren sind und kaum Busenfreunde werden dürften? In der Formel 1 ist alles möglich.

Wer braucht noch Sirotkin?

Bei Sauber wird weiter beteuert, der Plan mit Sergey Sirotkin sei von Bestand. Im Fahrerlager glauben die Wenigsten daran. Das Engagement der Russen ist bis heute nicht auf dem Wagen sichtbar. Ein gegnerischer Teamchef fragt: «Wenn ich davon ausgehe, dass ein junger Mann wie Sirotkin 2014 bei mir fahren würde, und sei dies auch nur als Freitag-Testpilot, dann würde der bei jedem Rennwochenende jetzt das Team begleiten, um möglichst viel zu lernen. Wieso tut das Sauber nicht?»

Die Antwort gab unlängst Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn im Interview mit SPEEDWEEK.com: «Was seine Präsenz bei weiteren Rennen betrifft, sehen wir dafür eine begrenzte Notwendigkeit.»

Der Teamchef eines anderen Teams argumentiert: «In Russland gibt es nur einen Mann, der einen solchen Millionen-Deal abnickt, das ist Staatschef Putin. Und wenn sein Ziel darin bestand, beim ersten Russland-GP in Sotschi einen Einheimischen am Start zu haben, dann ist das mit Daniil Kvyat bei Toro Rosso abgehakt – wozu braucht es dann einen Sirotkin in der Formel 1?»

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Mathias Brunner
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