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Adrian Newey: «Ich hatte mich verrechnet»
Hängt der tödliche Unfall von Ayrton Senna vor 20 Jahren auch mit einem Konstruktionsfehler des FW16 zusammen? Der damalige Williams-Chefdesigner Adrian Newey gibt zu, dass er sich verrechnet hatte.
Formel 1
Im Artikel erwähnt

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Nach dem tödlichen Unfall von Ayrton Senna beim Grand Prix von San Marino 1994 beschäftigte sich der Oberste Gerichtshof in Bologna jahrelang mit der Frage, wer die Schuld an dem tragischen Unfall trage. Wegen Totschlags angeklagt waren damals Teamchef Frank Williams, der Technische Direktor Patrick Head und Chefdesigner Adrian Newey. Beim endgültigen Urteil im Mai 2005 wurden alle freigesprochen. Newey gestand nun bei auto, motor und sport, dass er sich bei der Aerodynamik des FW16 verrechnet hatte.
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"Nach zwei Jahren mit aktiver Aufhängung hatten wir mit dem Williams FW16 ein Problem. Ich hatte mich bei der Aerodynamik des Autos verrechnet. Das Fenster an Bodenfreiheiten, in dem das Auto funktionierte, war zu klein", räumte er ein. Das sei bei einem Test in Nogaro offensichtlich geworden. "Ich stand an der Strecke und habe unser Auto beobachtet. Es war wie Imola eine Strecke mit sehr vielen Bodenwellen. Mir wurde sofort klar, was das Problem unseres Autos war. Die Seitenkästen waren zu lang. Dadurch riss beim Eintauchen des Autos vorne der Luftstrom im Diffusor ab, weil das vordere Ende der Seitenkästen der Strecke zu nah kam", erinnerte sich der heutige Red-Bull-Racing-Chefdesigner und Vater von Sebastian Vettels vier WM-Autos. "Aus heutiger Sicht hört sich das lächerlich an, aber wir hatten damals noch nicht die Werkzeuge, um das Problem vorher im Windkanal zu erkennen." Die Seitenkästen zu verkürzen sei bis zum Rennen in Imola aus Zeitmangel aber nicht mehr möglich gewesen, erklärte er. "Unser Auto stand bei allen drei Rennen auf der Pole Position, aber das hatten wir ausschließlich Ayrton zu verdanken. Kein anderer Fahrer hätte das mit diesem Auto geschafft." Auch in Imola hätte der FW16 nicht sehr gut gelegen, fuhr der 55-Jährge fort.
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"Wir hatten Mühe, eine einigermaßen akzeptable Bodenfreiheit zu definieren. Ayrton klagte über Untersteuern und Übersteuern - die üblichen Symptome bei einem solchen Problem." Außerdem hätte der Brasilianer an jenem Wochenende unter immensem Druck gestanden, denn "er kam zu Williams im Glauben, das beste Auto zu haben und stand immer noch mit null Punkten da."
Wie der Unfall genau passierte, wisse er immer noch nicht, sagte Newey, "obwohl es vor Gericht immer wieder durchgekaut wurde." Möglich sei entweder ein schleichender Plattfuß oder ein Bruch der geschweißten Lenksäule, den Experten bereits wenige Wochen nach dem Unfall bescheinigt haben. "Aber Ayrton blieb noch für eine halbe Sekunde voll auf dem Gas, reduzierte dann auf 50 Prozent, um schließlich ganz vom Gas zu gehen und zu bremsen. Die Logik sagt, dass er bei einem Lenkungsbruch sofort eine Vollbremsung eingeleitet hätte."
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