Ron Dennis (McLaren): Der etwas andere Ayrton Senna

Von Rob La Salle
Formel 1
Alle sprechen von der Ernsthaftigkeit, mit welcher Rennlegende Ayrton Senna seinen Job in Angriff nahm. Aber gemäss McLaren-Rennstallchef Ron Dennis gab es auch eine andere Seite.

Tiefe Entschlossenheit, tollkühner Mut, Detailversessenheit, unbändiger Siegeswille – das sind alles Eigenschaften, die in diesen Tagen mit Ayrton Senna in Zusammenhang gebracht werden, und das zu Recht. Aber es gab auch einen anderen Ayrton Senna, wie McLaren-Teamchef Ron Dennis weiss.

Ausgerechnet jenes Team, das unter der Sauertopfmiene von Chef Ron Dennis den Eindruck vermittelt, man gehe zum Lachen in den Keller, war Schauplatz einiger der wildesten Streiche der Formel 1, «und der Schlüssel dazu», so sagt Teamchef Dennis, «war Gerhard Berger, für den es in Sachen Schabernack keine Grenzen zu geben schien.»

«Bevor Gerhard zu uns kam, konnte sich keiner so richtig vorstellen, dass jemand einen Witz erzählt und sich Senna darüber kugelt vor Lachen. Berger brachte den Humor ins Team. Was wir zum Teil anstellten, musste im Verborgenen bleiben, denn es hätte nicht nur meine Autorität untergraben, sondern auch den Respekt vor den Fahrern.»

«Viele Geschichten sind im Laufe der Zeit erzählt worden, andere nicht. Als ungeschriebenes Gesetz galt, dass man die Reaktion auf den neusten Streiche abwartet und am besten so gut, als hätte man damit nicht das Geringste zu tun. Das Opfer wiederum tat ebenfalls, als sei überhaupt nichts passiert – selbst wenn das ab und an etwas schwierig war.»

«Wir logierten für den Monza-GP jeweils in der edlen Villa d’Este, eines der besten Häuser des Landes. Da hast du dann ein kleines Problem, wenn du ins Zimmer kommst und alle Wände sind mit Seiten aus unzähligen Pornomagazinen tapeziert. Die Bilder diskret zu entsorgen, war das eine; ein grösseres Problem bestand darin, sie ohne Schäden an der Einrichtung abzuziehen.»

«Es konnte dir auch durchaus passieren, dass du nach einem langen Arbeitstag ins Hotelzimmer zurückkommst, und es ist leer. Ich meine: richtig leer. Keine Möbel, keine Kleider, kein gar nichts.»

«Ich glaube nicht, dass Ayrton aus seiner Kindheit das Konzept namens Streiche kannte. Und es dauerte eine Weile, bis er da mithalten konnte. Meist sagte er: „Das können wir nicht tun.“ Aber dann wurde doch sein Einfallsreichtum angestachelt, wenn es darum ging, jemandem etwas heimzuzahlen. Es wurde viel gelacht, wir hatten enormen Spass.»

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