Formel 1 im Spar-Wahn: Das sagen die kleinen Teams

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Müssen die Formel-1-Teams künftig Teile- und Reifentests kombinieren?

Müssen die Formel-1-Teams künftig Teile- und Reifentests kombinieren?

Die neuesten Ideen zur Kostenreduzierung in der Formel 1 sorgen für hitzige Diskussionen: Die Frage ist: Wie viel wird tatsächlich gespart, wenn am Freitag nur noch ein Training gefahren wird? Und zu welchem Preis?

Nur noch ein Freitagstraining von 90 Minuten – das ist die neueste Spar-Idee der Strategie-Gruppe der Formel 1, in der neben Vertretern des Automobilweltverbandes FIA und der Rechteinhaberin FOM auch die sechs grössten Rennställe vertreten sind. Die Idee dahinter: Die Teams müssen so später anreisen und sparen sich eine Übernachtung. Warum das ein Trugschluss ist und die Fans dabei wieder einmal die Leidtragenden sind, lesen Sie HIER.

Nicht nur bei den Fans und Formel-1-Experten im Fahrerlager sorgt dieser Vorschlag für Ärger. Auch seitens der kleineren Rennställe regt sich Widerstand, wie die Freitags-Pressekonferez von Montreal gezeigt hat. In dieser erklärte etwa Andrew Green, Technischer Direktor von Force India: «Aus unserer Perspektive ist das alles andere als sparsam. Wir haben den Freitagmorgen immer genutzt, um neuen Talenten eine Chance zu geben, Formel-1-Erfahrung zu sammeln. Das war eine Einkommensquelle für uns und wenn wir diese verlieren, dann reisst das ein relativ grosses Loch in unser Budget. Das wiederum schränkt unsere Möglichkeiten auf der technischen Seite ein – deshalb glaube ich nicht, dass dies zu weniger Kosten führt.»

Auch Saubers leitender Ingenieur an der Rennstrecke, Giampaolo Dall’ara betont: «Für ein Team unserer Grösse ist die Streckenzeit unglaublich wertvoll. Unsere Möglichkeiten zur Simulation sind eingeschränkter als bei anderen Rennställen. Doch wenn das eingeführt wird, dann müssen wir uns anpassen.» Etwas versöhnlicher fällt das Urteil von Marussias Technik-Chef Dave Greenwood aus: «Wie immer läuten bei solchen Änderungen erst einmal alle Alarmglocken und die erste Reaktion ist: Oh mein Gott, wie sollen wir das hinbekommen? Doch wenn man sich dann hinsetzt und darüber nachdenkt, findet man immer einen Weg, sein Programm umzustrukturieren. Ich bin sicher, dass wir uns auch an diese Neuerung schnell gewöhnen werden. Nach einigen Rennen können wir uns gar nicht mehr daran erinnern, wie es war. Letztlich müsste das Programm nur leicht angepasst werden.»

Teile-Verschleiss ein wichtiger Faktor

Mercedes-Technikdirektor Paddy Lowe, dessen Team in der Strategie-Gruppe vertreten ist, stimmt Greenwood zu: «Ich denke, der Hintergedanke ist, dass die Arbeit an den Autos während der Rennwochenenden reduziert wird und man auch weniger Teile verschleisst. Ich denke da vor allem an die Motoren, die einen grossen Teil der Kosten ausmachen – gerade bei den kleinen Teams. Natürlich muss dieses Grundkonzept nun ausgefeilt werden, dafür bleibt uns auch ein Monat Zeit. Wenn die Teams nun das Gefühl haben, es werden dabei keine Kosten gespart, dann müssen wir dieses Konzept natürlich noch einmal überdenken.»

Und Ferrari-Technikchef Pat Fry fügt an: «Derzeit testen wir in einem Training neue Teile und im anderen die Reifen. Wir müssten also einen Weg finden, um Beides miteinander zu kombinieren. Dazu müssten wir wohl unsere Hausaufgaben etwas besser machen.» Der 50-jährige Brite erinnert sich: «Als wir vor Jahren das Warm-up abschafften, war die Empörung gross. Heute ist es grossartig – man hat in der Nacht vor dem Rennsonntag sogar Zeit, ein paar Stunden zu schlafen statt endlos weiter zu arbeiten.»

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