Trotz Gerüchten: Ferrari feuert Kimi Räikkönen nicht

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kimi Räikkönen: Noch läuft nicht alles nach Plan

Kimi Räikkönen: Noch läuft nicht alles nach Plan

Der Finne steht seinem mässigen Trainingsergebnis gleichmütig gegenüber: «Wir haben schon von Anfang an gewusst, dass wir uns auf Pisten wie Bahrain und Kanada schwer tun werden.»

Im Piranhabecken Formel 1 ist ein Gerüchtefisch mit spitzen Zähnen unterwegs: es kursiert die Geschichte, wonach Ferrari daran denke, Kimi Räikkönen zu feuern. Solche Storys kreisen wie Geier über Ferrari, seit im Winter klar geworden ist, dass in Maranello nicht tutto bene ist. Durch stetes Wiederholen bekommt die Räuberpistole aber nicht mehr Zielgenauigkeit: Denn erstens hat der Finne einen Vertrag für die kommende Saison, und zweitens hat Ferrari-Chef Luca Montezemolo intern und gegen aussen die Piloten aus der Schusslinie genommen – wir haben kein Fahrerproblem, sondern ein zu langsames Auto, so seine Aussage.

Die Gerüchteverbreiter haben flugs das nächste Argument bei der Hand: Kimi könnte bei anhaltendem Misserfolg die Lust am Formel-1-Fahren erneut verlieren. Räikkönen selber kann über angebliche Motivationsprobleme nur den Kopf schütteln: «Wenn das Feuer erloschen wäre, wieso sitze ich dann überhaupt hier?» hat er festgehalten.

Aus Sicht von Ferrari wäre es finanziell wenig interessant, Kimi zu beurlauben: Selbst wenn er keine Rennen fährt, wären 15 Mio Jahresgehalt fällig! Luca Montezemolo kann es sich schlicht nicht leisten, 30 Mio zu verbraten ohne Gegenwert.

Aus der Märchenwelt also zurück in die Realität: Kimi Räikkönen steht auf Startplatz 10, ein Ruhmesblatt ist das natürlich nicht.
Kimi sagt: «Wir wussten schon zu Beginn der Saison, dass wir uns auf Strecken wie Bahrain oder Kanada schwer tun würden. Aber wir haben neue Teile mitgebracht, und die wirken dem etwas entgegen.»

Räikkönen macht sich Sorgen: «Es ist markant wärmer geworden, und wir haben zu wenig Erfahrung mit Dauerläufen unter solchen Bedingungen, um exakt vorhersagen zu können, wo uns das im Rennen hinführt.»

«Ich bin Zehnter, weil mir keine gute Runde gelungen ist, so einfach ist das. Auf der anderen Seite hätte ich jetzt auch nicht massiv schneller fahren können. Wir konnten zwar die Abstimmung verbessern, aber das Auto rutscht für meinen Geschmack noch immer zu stark. Ich hatte im dritten Quali-Teil nur noch einen Satz der superweichen Reifen, den musste ich im Verkehr nutzen, das hat die Aufgabe nicht eben einfacher gemacht. Ich habe in der Schikane auch ein Rad blockiert. Vielleicht hätte ich ein oder zwei Ränge weiter vorne stehen können, mehr aber nicht.»

Obschon der grosse Fortschritt bei Ferrari nicht zu erkennen ist, beteuert Kimi: «Die neuen Teile haben sich bewährt. Sonst wären sie jetzt nicht mehr am Wagen.»

So ganz stimmt das allerdings nicht: die engere Motorverkleidung wurde wieder in der Kiste verstaunt – die Ferrari-Techniker befürchteten angesichts der gestiegenen Temperaturen einen Hitzestau im Heck. Auch der neue Unterboden ist wieder verstaut worden.

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