Fussball-Fan Felipe Massa: Sympathie für Protestler

Von Gerhard Kuntschik
Formel 1
Williams-Star Felipe Massa plauderte in Wien über den Elfmeter für die brasilianische Nationalelf, seine Fussball-Leidenschaft, die sozialen Unruhen in seiner Heimat und seinen Highspeed-Crash in Montreal.

Bei seinem Kurzbesuch in Wien auf Einladung des Williams-Sponsors Randstad begeisterte ein gut aufgelegter Felipe Massa dutzende Fans, die sich gegen ihn im Simulator beweisen wollten und ihn dann zu «Überstunden» beim Autogrammeschreiben brachten. Mit den anwesenden Journalisten plauderte der 33-jährige Gesamtzweite von 2008 angeregt über diverse Themen, und hielt sich dabei mit offenen Worten zur Fussball-WM und sein Heimatland nicht zurück. Das Eröffnungsspiel, das er besuchen wollte, ging sich eben wegen des Österreich-Besuchs «live» nicht aus. Felipe über...

...den Elfmeter für Brasilien gegen Kroatien: «Der war wohl nicht ganz fair. Aber die Brasilianer nützten ihre Chance sehr intelligent. Es war wie bei Rosbergs Verbremser in Monaco: Wir wissen nicht, was wirklich die Ursache war, aber es zahlte sich aus.»

...seine Fussball-Leidenschaft: «Ich gebe zu, ich bin fussballverrückt. Gegen Mexiko wird es für uns nicht so einfach, ich tippe auf ein 1:0, das würde genügen. Kamerun als dritter Gruppengegner ist sehr aggressiv, aber da fallen mehr Tore – 3:1 für uns!»

...die sozialen Unruhen und Proteste im Vorfeld der WM: «Ich stimme mit diesen Protesten total überein! Wir sind ein unglaubliches Land, die Arbeitslosigkeit ist niedriger als in manchen Staaten Europas, und es gibt trotzdem immer wieder Probleme mit der Sicherheit, dem öffentlichen Verkehr, in Spitälern. Wenn es private Unternehmen betrifft, funktioniert alles, nur die öffentliche Verwaltung versagt ständig. Die Menschen verlangen zu Recht, dass sich da etwas ändert. Ich halte also die Proteste, solange sie nicht gewalttätig sind, für vernünftig.»

...seinen Unfall in Montréal: «Im Moment des Zusammenstosses dachte ich mir, jetzt kannst du nichts mehr machen. Die Mauer kam rasend schnell näher, ich dachte noch, das könnte jetzt wehtun, ich könnte mich verletzen. Aber die Autos sind so viel sicherer als früher, damals wäre dieser Unfall ohne schwere Verletzung oder gar Todesfolge nicht abgegangen. Perez verhielt sich sehr gefährlich, aber die FIA hat das erkannt und ihn bestraft. Es gilt eben die Regel, dass in der Bremszone kein Spurwechsel zulässig ist.»

...einen Visiertest: «Seit wir unser Karbonvisier am Helm haben wissen wir aus einem Vergleichstest: Mit einem herkömmlichen Visier würde wieder ein Gegenstand wie damals die Schraube von Rubens Barrichellos Autos wieder durchdringen, das neue Visier hält einen solchen Aufprall aus.»

...seine bisherige Saison: «Wir haben sehr viele Punkte aus verschiedenen Gründen liegengelassen. Wir sollten in der Konstrukteurs-WM eigentlich Vierter oder gar Dritter sein. Wir könnten vor Force India, McLaren und vielleicht sogar Ferrari sein.»

...Revanchegelüste gegenüber Ferrari: «Die habe ich überhaupt nicht. Mein Ziel ist nicht, vor Ferrari zu sein, sondern vor allen! Ich habe eine unglaublich tolle Freundschaft mit vielen Menschen bei Ferrari, ich komme noch immer gern auf einen Kaffee ins Motorhome. Es gibt keine spezielle Genugtuung, Ferrari zu schlagen, sondern vor einem grossen Team zu landen.»

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