Jean-Michel Jalinier: «Dann hören die Gerüchte auf»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Renault-Sport-Präsident Jean-Michel Jalinier: «Wir haben einen dreijährigen Ausrüster-Vertrag mit Red Bull Racing geschlossen, der folglich bis Ende 2016 läuft»

Renault-Sport-Präsident Jean-Michel Jalinier: «Wir haben einen dreijährigen Ausrüster-Vertrag mit Red Bull Racing geschlossen, der folglich bis Ende 2016 läuft»

Im ersten Teil des exklusiven SPEEDWEEK.com-Interviews spricht Renault-Sport-Chef Jean-Michel Jalinier über das neueste Gerücht, wonach Red Bull plane, einen eigenen Motor zu konstruieren.
Jean-Michel Jalinier, im Fahrerlager von Spielberg macht das Gerücht die Runde, Red Bull Racing plane einen eigenen Motor zu konstruieren. Wie sehr beunruhigen Sie solche Diskussionen?

Wir haben einen dreijährigen Ausrüster-Vertrag mit Red Bull Racing geschlossen, der folglich bis Ende 2016 läuft. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden technischen Teams läuft sehr gut. Wir entwickeln das diesjährige Triebwerk natürlich weiter, um auf die Konkurrenz aufzuholen. Aber wir stecken auch schon viel Arbeit in die Antriebseinheit für das nächste Jahr. Und ich bin überzeugt, dass wir Mercedes in diesem Jahr noch einholen werden. Und auch, dass wir im nächsten Jahr mit der neuen Antriebseinheit im Zusammenspiel mit dem Chassis ein sehr konkurrenzfähiges Auto haben werden. Dann werden auch diese Gerüchte wieder verschwinden.

Wird auf nächstes Jahr hin eine komplett neue Antriebseinheit gebaut, oder wird das aktuelle Triebwerk einfach weiterentwickelt?

Es handelt sich eher um eine Evolution als um eine Revolution. Wir nutzen natürlich jetzt schon den ganzen Spielraum des Reglements, um die Weiterentwicklung voranzutreiben.

Wäre es für Red Bull Racing grundsätzlich möglich, den Motor unter einem anderen Namen laufen zu lassen?

Alles ist grundsätzlich möglich.

Wann wird Renault den ersten Sieg aus eigener Kraft einfahren? Daniel Ricciardo hat ja das letzte Rennen gewonnen – dabei aber vom Pech der Silberpfeile profitiert...

Ja, der Sieg war eine grosse Erleichterung für uns. Die Zuverlässigkeit gehört natürlich zum Wettbewerb dazu. Wir müssen hier immer möglichst nahe am Limit arbeiten, dabei schiesst man manchmal auch darüber hinaus. Und dann gibt es die Standfestigkeitsprobleme. Das Limit zu finden ist eine grosse Herausforderung, die Teil des Wettkampfs ist.

Kann man sagen, dass Mercedes davon profitiert hat, die Auto- und Triebwerksentwicklung quasi unter einem Dach zu haben?

Es ist sicher ein Vorteil, dass sowohl der Motor als auch das Auto von Mercedes kommt, auch wenn es sich um zwei verschiedene Werke handelt, denn das Triebwerk wird in Brixworth entwickelt und das Chassis in Brackley. Unsere Zusammenarbeit mit Red Bull Racing ist sehr eng und hat nur ein Ziel: Das schnellste Auto im Feld hervorzubringen. Aber man muss dazu sowohl auf der Chassis- als auch auf der Motorenseite Kompromisse eingehen. Das ist uns in der Vergangenheit ganz gut gelungen, und es spricht auch nichts dagegen, dass uns das in Zukunft auch gelingt. Derzeit sind wir auf Augenhöhe mit Ferrari und holen auch auf Mercedes auf.

Was ist der Grund für die Überlegenheit der Mercedes-Triebwerke? Hat man bei den Silberpfeilen früher mit der Entwicklung der neuen V6-Turbos begonnen?

Ja und auch das Entwicklungstempo von Mercedes war schneller. Man darf nicht vergessen: Wir steckten noch mitten im WM-Kampf, als die sich schon voll auf die neue Saison konzentrieren konnten.

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