Kampf um Techniker: Wildert Ferrari bei Mercedes?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton: «Wo sind meine Mitarbeiter?» (Okay, das ist ein Scherz, das Bild stammt von 2013.)

Lewis Hamilton: «Wo sind meine Mitarbeiter?» (Okay, das ist ein Scherz, das Bild stammt von 2013.)

Hinter den Kulissen der Formel 1 findet zwischen den Grands Prix oft ein verbissenerer Kampf statt als auf der Rennstrecke – jener um die cleversten Köpfe der Branche.

Der Schachzug von Red Bull war äusserst clever: Adrian Newey, der hellste Kopf der Vollgasbranche, wurde mit einer neuen Aufgabe in der Familie gehalten – damit konnte verhindert werden, dass der geniale Aerodynamikspezialist, von der zusehens aero-limitierteren Formel 1 frustriert, sich ein neues Aufgabenfeld sucht. Etwa eines in Maranello.

Mercedes war ebenfalls hinter Newey her, doch die Jagd nach Verstärkung funktioniert auch anders herum. Um genau zu sein, tobt zwischen dem Kampf auf der Rennstrecke jeweils ein noch verbisseneres Tauziehen um die Techniker. Das spürt WM-Leader Mercedes.

So wie Red Bull den wertvollen Adrian Newey an sich gebunden hat, stehen bei Mercedes führende Mitarbeiter wie Andy Cowell auf Jahre unter langfristigem Vertrag. Das gilt jedoch nicht für die reich bestückte zweite Reihe.

Die meisten Namen aus diesem Schatz an Nachwuchsleuten sagen den Formel-1-Fans gar nichts, und entsprechende Wechsel in der Belegschaft werden von den Rennställen weder kommuniziert noch kommentiert. Aber in Silverstone machte das Gerücht die Runde, Ferrari habe gewaltig auf der Insel gewildert. Je nach Quelle war zu hören, dass im Laufe der kommenden Monate bis zu einem Dutzend Mitarbeiter von Grossbritannien Richtung Italien wandern werden, die meisten davon aus den Reihen von Mercedes.

Teamchef Marco Mattiacci hatte angekündigt, dass die Rennorganisation auf allen Ebenen verstärkt wird, dies ist einer dieser Schritte. So wie jener, den bisherigen Motorenchef Luca Marmorini zu entmachten (mehr dazu lesen Sie HIER), worüber sich Ferrari weiter ausschweigt.

Für Ferrari geht es dabei nicht vorrangig um Mitarbeiter mit reicher Erfahrung. Es geht um junge, hungrige, begabte Spezialisten, die vor allem tiefen Einblick in die Arbeitsabläufe des WM-Leaders haben. Und um Männer (oder Frauen), die vielleicht in ihrer Firma gerade nicht wie gewünscht weiterkommen. Der Wechsel nach Maranello wird sich für sie nicht nur auf dem Gehaltskonto auszahlen, sondern sich später auch gut im Lebenslauf machen.

Und für so manchen ist der Weg nach Italien eines Tages vielleicht auch eine Rückkehr. Das trifft auf Technikchef James Allison zu, das könnte auch auf Ross Brawn zutreffen. Dem früheren Baumeister der WM-Titel von Michael Schumacher, bis Ende 2013 Teamchef von Mercedes, wird eine 5-Mio-Dollar-Offerte von Ferrari nachgesagt.

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