Nico Rosberg & Lewis Hamilton Singapur: Psycho-Schach

Von Mathias Brunner
Formel 1
Bei der ersten Nachtfahrt 2014, in Bahrain, hatte letztlich Lewis Hamilton (rechts) die Nase vorne

Bei der ersten Nachtfahrt 2014, in Bahrain, hatte letztlich Lewis Hamilton (rechts) die Nase vorne

WM-Leader Nico Rosberg schiebt seinem Mercedes-Stallgefährten Lewis Hamilton Druck zu: Der Kampf auf der psychischen Ebene gehört zum Rüstzeug eines WM-Titelanwärters.

Vor kurzem wurden die beiden Mercedes-Titelrivalen Nico Rosberg und Lewis Hamilton gefragt: Welche Rolle spielt der Kampf abseits der Bahn? Beim Thema Psychospielchen, einschliesslich der Bedienung der Medien-Klaviatur, drucksten die beiden Ausnahmekönner ein wenig herum, in die Karten gucken lässt sich keiner gerne, aber Fakt ist – sie sind beide darin so gewievt wie auf der Rennstrecke.

Was durchs Band allen Experten Eindruck macht: Welche psychische Stärke Rosberg in diesem Jahr bewiesen hat. Der Deutsche kann eine tiefere Fehlerquote unter Druck vorweisen als sein britischer Gegner, kein Wunder, kamen (auch vor dem Hintergrund der Vorkommnisse in Belgien) Gerüchte auf, gleich zwei Fehler an der gleichen Stelle seien für Rosberg ein wenig verdächtig.
Nico ist der Kühlere der beiden Bleifussathleten, Hamilton der Emotionalere. Das ist im Titelkampf, der sich von Grand Prix zu Grand Prix zuspitzt, ein wichtiger Aspekt.

Der frühere Formel-1-Fahrer Martin Brundle findet: «Was ich das psychische Pendel nenne, das schwingt in diesem Jahr ständig hin und her zwischen den beiden. Mal hat ein Fahrer auch geistig mehr Schwung, mal muss er wieder eine Niederlage einstecken, und der andere schwimmt obenauf. In Monza wirkte Hamilton für mich das ganze Wochenende frischer und entspannter, Rosberg machte einen eher bedrückten Eindruck. Wie sehr das noch mit den Nachwehen der Kollision von Spa-Francorchamps zu tun hat, ist schwer einzuschätzen.»

Vor dem Nacht-GP von Singapur versucht Nico Rosberg, Dampf vom Kessel zu nehmen. Er sagt: «Lewis Hamilton hat im Titelkampf mehr Erfahrung als ich, und das könnte ihm helfen. Aber am einfachsten ist es, sich auf sein eigenes Ding zu konzentrieren und nicht zu sehr daran zu denken, welche Stärken oder Schwächen dein Gegner hat.»

Nach Singapur kann Rosberg guten Mutes reisen: Zwar kann Lewis Hamilton die bessere Bilanz vorweisen, was Auftritte auf dem Siegerpodest angeht (Sieger 2009, Dritter 2008), doch in den vergangenen vier Jahren war seine Bilanz im Stadtstaat eher durchzogen – Ausfall 2010 (nach Kollision mit seinem WM-Rivalen Mark Webber!), Fünfter 2011, wieder Ausfall 2012 (Getriebeschaden, in Führung liegend), erneut Fünfter 2013.

Nico Rosberg ist bei jedem bisherigen Singapur-GP klassiert gewesen: Zweiter 2008 (samt einer 10-Sekunden-Stop-and-go-Strafe), Elfter 2009, Fünfter 2010, Siebter 2011, Fünfter 2012, Vierter 2013.

Als WM-Leader mit 22 Zählern Vorsprung hat Rosberg keine Lust aufs Punkteverwalten: «Ich fahre nach Singapur, um zu gewinnen.»
Das klingt nicht, nach einem Fahrer, der sich ein einem psychologischen Tief befindet.

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