Jules Bianchi: Kein Rummel wie um Michael Schumacher

Von Mathias Brunner
Formel 1
Jules und Philippe Bianchi beim Monaco-GP

Jules und Philippe Bianchi beim Monaco-GP

Wie geht es Jules Bianchi, dem am 5. Oktober in Suzuka schwer verunglückten Marussia-Fahrer? Sein Vater Philippe hat sich in der südfranzösischen «Var Matin» dazu geäussert.

Rund zwei Monate liegt der schreckliche Unfall von Jules Bianchi nun zurück. Eine Untersuchungskommission des Autoverbands FIA hat festgehalten – am 5. Oktober in Suzuka ist dem Marussia-Piloten aus Frankreich eine Verkettung aus verschiedenen Faktoren zum Verhängnis geworden. Eine Teilschuld wird dabei dem 25-Jährigen gegeben. Die Diskussionen in den sozialen Netzwerken zeigen: viele Fans können das zwar verstehen, in Anbetracht seiner schlimmen Verletzung jedoch wird diese Schuldzuweisung als geschmacklos empfunden.

Viel wichtiger ist es, wie es Jules Bianchi geht, und da haben wir seit der Verlegung des Patienten von Yokkaichi nach Nizza nicht mehr viel gehört. Bis jetzt.

Jules’ Vater Philippe Bianchi sagt in der südfranzösischen Tageszeitung «Var Matin»: «Der Zustand von Jules ist unverändert stabil.»

Über den FIA-Bericht will sich Philippe Bianchi nicht äussern. Er spricht lieber über seinen geliebten Sohn: «Es wird Zeit brauchen, wir benötigen viel Geduld.»

Bianchi liegt noch immer ohne Bewusstsein im Krankenhaus Saint-Roch, es handelt sich jedoch nicht mehr (wie in Japan) um ein künstliches Koma. Darüber hinaus atmet der Rennfahrer selbständig.
Natürlich wachen Familienmitglieder und Freunde ohne Unterlass an seiner Seite. Philippe Bianchi spricht offen über seine Gefühle: «Ich gehe mit der Situation so gut um wie ich kann. Jules ist stark, also versuchen auch wir, Stärke zu zeigen. Wir werden ihn jetzt sicher nicht im Stich lassen. Wir versuchen einfach, ihm all unsere positive Energie zu schenken.»

Einen Rummel um den Patienten wie damals um Michael Schumacher in der Klinik von Grenoble gibt es nicht. Philippe Bianchi sagt: «Wir sind von guten Menschen umgeben, und man lässt uns in Ruhe. Das ist gut so.»

Ziel: Verbesserung der Hirnfunktion

Die letzte Wortmeldung von Familie Bianchi hatte es zuvor vor knapp drei Wochen gegeben. Damals teilten Philippe und Christine Bianchi mit: «Fast sieben Wochen nach dem Unfall von Jules in Suzuka und nach einer herausfordernden Phase von intensivster neurologischer Pflege dürfen wir verkünden, dass Jules einen wichtigen Schritt getan hat. Jules liegt nicht länger in einem künstlichen Koma, in das er nach dem Unfall versetzt worden war. Er ist aber noch immer ohne Bewusstsein. Er atmet selbständig, und seine Lebenszeichen sind stabil. Gleichwohl wird sein Zustand noch immer als kritisch eingestuft. Seine Behandlung tritt nun in eine neue Phase, welche mit der Verbesserung der Hirnfunktion zu tun hat.»

«Der neurologische Zustand von Jules hat es erlaubt, dass wir ihn in der vergangenen Nacht vom General Medical Center von Yokkaichi ins Centre Hospitalier Universitaire von Nizza verlegt haben. Dort ist er vor kurzem eingetroffen. Jules ist nun in den Händen der Professsoren Raucoules und Ichai, auch Professor Paquis als Chef der Neurochirurgie kümmert sich um ihn.»

«Wir sind dankbar, dass diese nächste Phase von Jules Behandlung näher bei seiner Familie stattfinden kann. Wir können die Arbeit der japanischen Fachkräfte gar nicht genug loben. Wir sind tief dankbar für ihren unermüdlichen Einsatz, besonders den beiden Doktoren Kamei und Yamamichi sowie Herrn Ogura.»

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