Ferrari-Präsident: «2014 war ein großes Desaster»

Von Andreas Reiners
Formel 1
Maurizio Arrivabene und Sergio Marchionne (re.)

Maurizio Arrivabene und Sergio Marchionne (re.)

Ferrari-Präsident Sergio Marchionne und Teamchef Maurizio Arrivabene sprachen kurz vor Weihnachten schonungslos über die Vergangenheit. Und hoffnungsvoll über die Zukunft.

Ferrari hat eine desaströse Saison hinter sich. Zum ersten Mal seit 1993 blieb die Scuderia ohne einen Saisonsieg in der Formel 1. Am Ende landete der Traditionsrennstall in der Konstrukteurswertung hinter Weltmeister Mercedes, Red Bull Racing und Williams nur auf dem vierten Platz. Fernando Alonso, mit Titelambitionen gestartet, wurde nur Sechster und flüchtete nach dieser Saison zu McLaren.

Auf der traditionellen Jahresabschluss-Pressekonferenz in Maranello fielen dann auch deutliche Worte. «Wir haben zu viele Fehler gemacht. Die Saison 2014 war ein großes Desaster», sagte Ferrari-Präsident Sergio Marchionne. Ein Sinnbild zeitgleich für die Fehler der Vergangenheit und den Aufbruch in die Zukunft stand dabei neben ihm: Maurizio Arrivabene. «Er ist unser dritter Teamchef in diesem Jahr.» Und der Mann, der angefangen hat, aufzuräumen.

Arrivabene hatte den Posten des Teamchefs vor einigen Wochen von Marco Mattiacci übernommen. Der hatte erst im April die Nachfolge von Stefano Domenicali angetreten, konnte allerdings auch nicht viel bewirken. Als Nachfolger von Alonso wurde der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel verpflichtet.

Gehen mussten unter anderem auch Chefdesigner Nikolas Tombazis, Chefingenieur Pat Fry, Reifenspezialist Hirohide Hamashima, Motorenchef Luca Marmorini sowie Ersatz- und Testfahrer Pedro de la Rosa. Marchionne selbst hatte Luca di Montezemolo als Präsident abgelöst. Für Fry wurde zudem Jock Clear von Mercedes geholt (Zum Bericht).

«Wir hatten 2014 eine Menge ungenutztes Potenzial», sagte Marchionne und nannte das Köpferollen bei Ferrari ein «großes Experiment in unserem 'Kontinuitätskonzept. Die große Herausforderung wird es sein, die Rekonstruktion von Ferrari zu zeigen. Ferrari ist nicht einfach zu managen, aber ich habe in meinem Leben schon komplexe Organisationen verwaltet. Wir müssen ein Zugehörigkeitsgefühl haben und glauben, dass wir uns 2015 gut schlagen können», so der Ferrari-Boss.

Gleichzeitig warnte vor allem Arrivabene vor zu viel Euphorie und hohen Erwartungen. «Ich bin kein Magier. Es wird keine Wunder geben. Wir müssen als Team zusammenarbeiten. Alleine schafft man den Erfolg nicht. Dazu braucht man ein Team», stellte der neue Teamchef klar: «In meinen vorherigen Positionen wurden 50 Prozent meiner Leistung danach beurteilt, wie es mir gelungen ist, Talente auszumachen, zu entwickeln und wachsen zu lassen. Daran muss ich jetzt anknüpfen.»

Mercedes soll bei dem Neuaufbau als Beispiel dienen. Denn Marchionne hat sich bei Mercedes-Motorsportchef und Daimler-Chef Dieter Zetsche erkundigt und mit den beiden über die Gründe der Mercedes-Dominanz gesprochen. «Es waren Entscheidungen, die einige Jahre zuvor getroffen wurden. Ferrari könnte bis Ende 2016 dort sein, wo Mercedes jetzt ist», so Marchionne.

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