Nico Rosberg (Mercedes): Sorgen mit Bremsen ungelöst

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Rosberg

Nico Rosberg

Nico Rosberg ärgert sich über die entgangene Pole durch seinen Fahrfehler. Und der dreifache Monaco-GP-Sieger enthüllt, dass er sich mit den Bremsen noch immer nicht ganz wohlfühlt.
Mit etwas Abstand: Ist jetzt hundertprozentig klar, was beim Dreher passiert ist?

Ich habe nur Aufnahmen von Bord gesehen, aber nicht die TV-Aufnahmen von aussen. Es gibt im Grunde zwei Ansätze: Wenn ich in der Kurve zuvor auf den Kunstrasen gekommen bin, dann hätte ich dort Nässe mitgenommen, das reicht dann für den Verbremser. Der andere Grund wäre der Fahrer – der schlicht zu spät gebremst hätte. Ich fürchte, das ist die wahrscheinlichere Erklärung.

Wieso sehen wir in der zweitletzten Kurve so viele Fahrfehler?

Die Strecke hat es wirklich in sich. Schon im letzten Jahr hatte ich den Eindruck – so viele Fahrfehler habe ich überhaupt noch nie erlebt. Warum das so ist? Weil du beim Bremsen alles auf den Punkt bringen musst, und das auf dieser Piste ganz besonders knifflig ist, auch aufgrund der Pistenoberfläche, die sehr glatt ist. In den letzten beiden Kurven wird das Heck extrem leicht, die Strecke fällt in Kurve 8 zudem ab, das trägt zur Instabilität hinzu. Ich finde das alles cool, weil das eine tolle Herausforderung ist.

Gleichzeitig sehe ich das auch als Chance. Ich muss morgen Lewis tüchtig unter Druck setzen und vielleicht in einen Fehler treiben. Und wenn die Bremse dann nicht so heiss wird wie in Kanada, klappt es vielleicht auch mit dem Angriff.

Von den letzten acht Rennen hier hat der Pole-Mann nur drei Mal gewonnen. Macht dir das Zuversicht?

(Grinst.) Und seit wir auf diese Piste zurückgekehrt sind im letzten Jahr hat der Pole-Mann niemals gewonnen! Nein, im Ernst – solche Statistiken sind nicht wert. Das Schwierigere ist, dass wir wohl nur einen Stopp machen werden, also hast du von der Strategie her weniger Möglichkeiten, etwas zu versuchen. Zunächst einmal ist der Start eine gute Chance, dann sehen wir weiter.

Wie schätzt du Ferrari ein?

Ich hatte erwartet, dass Sebastian näher bei uns liegen würde. Aber vor dem Rennrhythmus von Ferrari habe ich grossen Respekt. Umso froher bin ich, dass wir aus der ersten Startreihe losbrausen können.

Erwartest du ein Rennen mit viel Bremsenschonen, so wie das vor einem Jahr hier war und so wie es auch beim vergangenen GP in Kanada war?

Generell geht das Rennen hier nicht so auf die Bremsen wie jenes in Montreal. Das Gefährliche ist das Fahren hinter deinem Rivalen, wenn also die Bremse nicht die notwendige Kühlung bekommt. In Kanada war es der Bremsverschleiss, der uns am meisten Sorgen gemacht hat, hier wird es die Bremstemperatur sein.

Wir haben uns im letzten Jahr oft über das Thema Bremsen unterhalten – über die Art und Weise, wie sie reagiert und wie du damit arbeitest. Fühlst du dich da inzwischen eigentlich wohler?

Nein, ich habe noch immer das gleiche Problem, denn die Ausgangslage hat sich nicht geändert. Es dauert sechs Monate, um neue Bremsscheiben zu backen. Wenn du einen neuen Satz ausprobierst und du schlägst eine Modifikation vor, dann vergehen wieder einige Monate, bis die entsprechend geändert sind. Das ist ein ganz langwieriger Prozess. Ich habe mich etwas mehr angepasst, aber so ganz wohl fühle ich mich noch immer nicht.

Was fehlt dir denn, um dich wohl zu fühlen?

Wenn ich bremse, ist die Verzögerung einfach nicht konstant, abhängig von der Temperatur der Bremse. Während des Bremsmanövers lässt die Verzögerung auf einmal nach, dann musst du wieder härter aufs Pedal treten. Dieser Variabilität macht es schwierig.

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