Fernando Alonso: Leiden in Sotschi, Glänzen in Texas?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Fernando Alonso mit Eric Boullier

Fernando Alonso mit Eric Boullier

​McLaren-Honda-Star Fernando Alonso wusste schon vor dem Start, dass er im Sotschi-GP chancenlos sein würde: Start von weit hinten, alter Motor, Experimentalteile.

Fernando Alonso gab sich vor dem Russland-GP gleichmütig: «Unsere Ausgangslage hat sich nicht geändert – wir üben fürs nächste Jahr. Im Grund sind die meisten Einsätze nichts anderes als etwas ungewöhnliche Testfahrten.»

Ausgerechnet zum 250. GP-Start, den die McLaren-Honda-Truppe mit Samurai-Stirnbändern und einem besonderen Logo für den Spanier feierte, wusste Alonso, dass er aller Voraussicht nach keine Chancen auf WM-Punkte haben würde. Zunächst einmal bedeutete der Motorwechsel im Training eine Strafe von 35 Rängen zurück.

Hintergrund: Dieser neue Honda-Motor, für den die Japaner die letzten vier Entwicklungswertmarken der Saison 2015 verbraucht haben (Brennräume modifiziert, Auspuffanlage umgebaut), ein Motor, der nur Alonso zur Verfügung steht, weil er so neu ist, dieser V6-Turbo ist nach einem kurzen Einsatz gleich wieder ausgebaut worden.

Der verbesserte Motor (der wegen der anderen Auspuffanlage erheblich kerniger klingt) soll straffrei beim kommenden USA-GP in Austin (Texas) eingesetzt werden. Ein Start damit von ganz hinten in Russland, das hätte nichts gebracht.

Alonso vor dem Start: «Wir gehen nun mit einem der schlimmsten Triebwerke ins Rennen, weil uns klar ist, dass wir sowieso keine Aussicht auf Punkte haben. Mein Ziel: ich will einfach Spass haben, mich mit ein paar Gegnern balgen, falls möglich. Wir haben auch Experimentalteile für 2016 im Wagen.»

Auf die Frage, worum es sich dabei handle, schmunzelt Fernando: «Ich fürchte, die sind unter der Verkleidung verborgen. Aber die Autos von Jenson und mir laufen in unterschiedlicher Konfiguration. Davon erhoffen wir uns mehr Daten, das Rennen wir also auch interessant, wenn ich keine Chancen auf Erfolg habe.»

Mit dem neuen Honda-V6 hat Alonso 16 Runden gedreht. McLaren-Teamchef Eric Boullier: «Auf der Piste sind Daten vom Prüfstand sogar übertroffen worden, der Motor stimmt uns sehr zuversichtlich. Alles läuft bisher nach Plan, und wir freuen uns jetzt schon auf Texas.»

Das Rennen erwies sich dann als klassischer Fall von «unverhofft kommt oft»: Auf einer Strecke, die nicht auf die Qualitäten der McLaren-Honda zugeschnitten sind, landeten zunächst beide McLaren in den Top-Ten, Jenson Button als Neunter, Alonso als Zehnter. Dann aber brummten die Rennkommissare dem Spanier eine Fünfsekundenstrafe auf, weil er ihrer Meinung nach die Pistenbegrenzung etwas gar optimistisch in seine Ideallinie mit einbezogen hatte. Das bedeutete Rang 11.

Fernando: «Wer hätte gedacht, dass wir unter die besten Zehn fahren würden? Klar stinkt mir die Strafe, aber der stärkere Eindruck ist – wir konnten an diesem Tag besser mit den Reifen haushalten als einige unserer direkten Gegner.»

Alonso sorgte auch für den Lacher des Tages. Als er im Rennen vor dem aufkommenden Williams von Felipe Massa lag, funkte ihn sein Renningenieur an: «Fernando, wir fahren gegen Massa bis zum Schluss des Rennens im direkten Duell.»

Alonso staubtrocken zurück: «Ich mag wirklich deinen Sinn für Humor!»

Natürlich zog Massa dann mühelos vorbei ...

Jenson Button nach dem Russland-GP: «Punkte zu holen war wirklich das Höchste der Gefühle hier. In den ersten Runde war ich Freiwild für meine Gegner, ich hatte nicht genügend elektrische Energie, um mich wehren zu können. Wir haben einige interessante Dinge probiert an diesem Wochenende. Die weiteren Rennen werden zeigen, ob wir damit richtig liegen.»

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