Carmen Jordá: Lachnummer geht bei Renault weiter

Von Mathias Brunner
Formel 1
Carmen Jordá bleibt uns erhalten

Carmen Jordá bleibt uns erhalten

​Die Spanierin Carmen Jordá (27) bleibt Entwicklungspilotin bei Renault – taucht aber nicht auf Gruppenfotos auf und auch nicht in der Mediendokumentation der Franzosen.

Carmen Jordá hat noch nie ein Autorennen gewonnen, und mit 27 Jahren würden wir sie jetzt auch nicht zwingend als Nachwuchstalent bezeichnen. 2014 wurde Lotus (das heutige Renault) mit Hohn und Spott überschüttet, als die sympathische Blondine als Entwicklungspiloten verkündet wurde. Damals war davon die Rede, dass sie sogar im Formel-1-Renner sitzen würde. Was nie passiert ist.

Das Verblüffende nun: Jordá hat beim Wechsel vom klammen Lotus-Rennstall zum reinrassigen Werks-Team von Renault ihren Platz behalten! Seltsamerweise ist aber von ihr in der Aufstellung der neuen Renault-Fahrerakademie keine Rede. Dort werden 2016 gefördert: Der 23jährige Engländer Oliver Rowland (Meister der Formel Renault 3.5 2015), der in der kommenden Saison in der GP2 antritt. Der 18jährige Genfer Louis Delétraz, der in der Formel V8 3.5 antritt. Der 20jährige Londoner Jack Aitken, der ebenso in der GP3 antreten wird wie der Schweizer Kevin Jörg (20).

Auch bei Gruppenfotos war von Frau Jordá weit und breit nichts zu sehen, als die Stammfahrer Kevin Magnussen und Jolyon Palmer sowie Test- und Reservepilot Esteban Ocon Aufstellung nahmen. Carmen war zwar im Saal, hielt sich aber vornehm zurück.

Gegenüber den Kollegen von Sky Sports sagt sie aber: «Ich bin glücklich, dass ich nach wie vor Entwicklungspilotin bin. Und die wirklich aufregenden Neuigkeiten sind, dass ich wieder Rennen fahren werde. Zwar nicht in der Formel 1, aber in einer anderen Rennkategorie von Renault.»

Bislang schweigt sich das Team darüber aus, wie viele Stunden die Spanierin im Simulator verbringt und was genau sie denn nun zur Entwicklung des GP-Renner beiträgt.

Als Lotus damals bekannt gab, dass Carmen als Entwicklungsfahrerin verpflichtet werde, war der Lachfaktor ziemlich hoch. Ihr ehemaliger Stallgefährte Rob Cregan ätzte, Jordá könne nicht mal eine Filmrolle entwickeln, geschweige denn einen Rennwagen. Andere stellten fest, das Einzige, was sich hier wohl entwickle, sei allein das Budget von Lotus.

Ein Einsatz an einem GP-Wochenende kam nicht in Frage, denn bislang hat die hübsche Jordá bei Renneinsätzen wenig überzeugt. In drei Jahren GP3 von 2012 bis 2014 hat sie die Schlussränge 28, 30 und 29 erreicht, als beste Platzierung steht ein 13. Platz beim Heimrennen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya 2012 zu Buche. Da muss niemand diskutieren, ob sie sich eine Superlizenz verdient hätte.

Jordá selber hat sich von der ganzen Kritik nie einschüchtern lassen. «Die Formel 1 ist voller Eifersucht. Es gibt hier nur wenige Cockpits, nur die wenigsten Fahrer schaffen es. Wenn man hart arbeitet und alles gibt, wie ich, dann kann man es schaffen.»

Im Juli 2015 sagte Jordá: «Derzeit entspanne ich ein paar Tage, dann geht es wieder in den Simulator von Lotus. Ich muss auch für meinen ersten Einsatz im Formel-1-Renner trainieren, der rückt mit jedem Tag näher. Ich darf über das Datum noch nicht sprechen, ich hoffe, ich habe schon bald aufregende Nachrichten.»

Dann passierte gar nichts. Ausser hin und wieder das TV-Bild aufzuhübschen, wenn Training oder Rennen übertragen werden, trat die Spanierin nicht in Erscheinung.

Im Herbst hat Jordá dann gemeint: «Das war meine erste Formel-1-Saison und ich freue mich über das Erreichte. Aber mein Traum von einem Test im aktuellen Auto hat nicht geklappt, weil das Team einige Probleme hatte. Ich weiss, dass meine Zeit noch kommen wird, deshalb habe ich mich ganz auf die Arbeit im Simulator und auch die physische Vorbereitung konzentriert.»

Jorda betont: «Ich bin zufrieden, denn alles ist ein Prozess mit Höhen und Tiefen – und Letzteres haben wir nun mit den Problemen des Teams erlebt, die verhindert haben, dass mein Entwicklungsprogramm wie geplant ablief. Ich konzentriere mich nun ganz darauf, das Auto in den nächsten sechs bis zwölf Monaten zu testen. Das ist das einzige Ziel, das mich derzeit antreibt.»

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
15. Februar: Roll-out Mercedes (Silverstone, unbestätigt)
17. Februar: Red Bull Racing (in London, Team-Farben)
21. Februar: Präsentation McLaren-Honda (Ort unklar)
22. Februar: Präsentation HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Williams (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Manor (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Neuer Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

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