Jolyon Palmer (Renault) über Maldonado: Rücksichtslos

Von Mathias Brunner
Formel 1
Jolyon Palmer

Jolyon Palmer

​Die Renault-Fahrer 2016 sollten eigentlich Jolyon Palmer und Pastor Maldonaodo sein. Nun ist der Venezolaner sein Cockpit los, Kevin Magnussen fährt. Hatte Palmer Angst um seinen Platz?

Der Venezolaner Pastor Maldonado informierte seine Fans gleich selber über die Auszeit in Sachen Formel-1-Karriere: «Ich teile euch demütig mit, dass ich in der kommenden Formel-1-Saison nicht am Start stehen werde. Danke für alle eure Unterstützung», schrieb Maldonado vergangene Woche im sozialen Netzwerk Twitter.

720 Prozent Inflation in Venezuela, ein Ölpreis der ins Bodenlose fällt, das war einfach zu viel. Die Weiterbeschäftigung von Maldonado scheiterte grundsätzlich am Geld. Pastor Maldonados langjährige Ölquelle PDVSA, die «Petróleos de Venezuela S. A.», ist die grösste Erdölgesellschaft Lateinamerikas und seit Jahren Venezuelas grösster Exporteur. Doch erstmals in der hundertjährigen Geschichte der Ölförderung in Venezuela musste das Land 2014 Rohöl importieren! Hintergrund: Obwohl Venezuela laut Wirtschaftsforschern auf 256 Milliarden Fässer von extraschwerem Rohöl sitzt, ist man nicht in der Lage, die für die Aufbereitung und den Transport nötige Entfernung von Mineralien und Schwefel zu gewährleisten. Auch innenpolitisch stieg der Druck immer mehr: Nach einem Regierungswechsel wurde noch lauter als früher in Frage gestellt, warum man einem Rennfahrer um die 30 Millionen Dollar im Jahr Mitgift spendieren solle, wo es doch im Land sicher dringlichere Probleme gebe.

Das Beispiel Maldonado zeigt, wie schnell ein Fahrer in der Formel 1 sein Cockpit los sein kann. Aber Jolyon Palmer (25), der letztjährige Lotus-Testfahrer und kommende GP-Pilot von Renault, sagt: «Für mich war das nie eine Sorge. Als ich meinen Vertrag bei Lotus unterzeichnet habe, da habe ich auch für Renault unterschrieben. Ich wusste also, wo ich stand. Die einzige Unsicherheit damals war für mich lediglich – kauft Renault tatsächlich Lotus oder könnte im letzten Moment noch etwas schief gehen?»

Palmer sagte im Rahmen der Renault-Präsentation in Paris aber auch: «Man muss in diesem Geschäft rücksichtslos sein. In der Formel 1 musst du immer auf dich selber schauen, denn die anderen machen das ebenfalls. Wenn du das nicht tust, dann ziehst du den Kürzeren.»

«Pastor kann extrem schnell sein, aber seine Leistungen waren unregelmässig. Grundsätzlich ist er ein netter Kerl, ein Kerl, der seinen Job verloren hat. Das wünscht man niemandem. Wenn du einen Winter voller Unsicherheit durchlebst und dann wenige Tage vor der Präsentation des Teams erfährst, dass du keinen Platz mehr hast, dann ist das unschön.»

«Kevin ist schnell und ist 2014 eine starke Saison gefahren. Ich persönlich messe mich immer primär am Stallgefährten, und das ändert sich für 2016 nicht. Also fahre ich so schnell ich kann, und alles andere ergibt sich von selber.»

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
15. Februar: Roll-out Mercedes (Silverstone, unbestätigt)
17. Februar: Red Bull Racing (in London, Team-Farben)
21. Februar: Präsentation McLaren-Honda (Ort unklar)
22. Februar: Präsentation HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Williams (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Manor (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Neuer Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

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