Ferrari: Motor schon gleich stark wie Mercedes-Benz?

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Die Fans wünschen sich für 2016 ein tolles WM-Duell zwischen Mercedes-Benz und Ferrari. Am Motor aus Maranello wird es nicht liegen, glaubt der frühere Team-Manager Massimo Rivola.

Nach zwei Jahren Mercedes-Dominanz von Mercedes-Benz in der Formel 1 wünschen sich nicht nur Tifosi für 2016 ein starkes Ferrari. Firmenpräsident Sergio Marchionne hat für den Saisonbeginn in Australien vorgegeben, dass sein Team ab dem ersten Rennen siegfähig sein muss. «Die Zeit des Aufholens ist vorbei», sagt der Fiat-Sanierer, «jetzt müssen wir ein Wort um den WM-Titel mitreden können.»

Wenn es nach Massimo Rivola geht, dem langjährigen Team-Manager von Ferrari, dann liegt der berühmteste Rennstall der Welt schon jetzt auf Augenhöhe, jedenfalls, was den Motor angeht. Der 44jährige Rivola sagt anlässlich einer Feier des italienischen Automobilverbands ACI in Taormina: «Wir haben im vergangenen Jahr ein paar schöne Ergebnisse einfahren können, und das neue Projekt scheint gesund geboren zu sein. Alle erwarten von Ferrari eine grosse Meisterschaft. Was die Antriebseinheit angeht, so bin ich der Überzeugung, dass die Motorenbauer ganze Arbeit geleistet und ein Triebwerk vorbereitet haben, welches das Leistungsniveau von Mercedes-Benz erreicht hat. Beim Chassis hoffen wir, dass wir jene Konkurrenzfähigkeit finden, die uns noch gefehlt hatte.»

Tatsächlich hielt der frühere Formel-1-Fahrer Martin Brundle in den letzten Monaten immer wieder fest: «Man würde es sich zu einfach machen, wenn man sagt – die Überlegenheit von Mercedes-Benz geht lediglich auf den Motor zurück. Man muss schon auch ein hervorragendes Chassis bauen, um solche Siegesserien hinzulegen. Und von freiem Auge an der Rennstrecke war oft zu sehen, wie gut der Mercedes liegt.»

Ferrari: Grosse Fortschritte

Die Fortschritte von Ferrari sind verblüffend: 2014 im Jammertal und sieglos, mit einem demotivierten Fernando Alonso, der wusste, dass er mit Ferrari nicht Weltmeister werden kann, wieder nicht, und einem verzweifelten Kimi Räikkönen, der mit dem Fahrverhalten des letztjährigen Rennwagens aus Maranello nicht klarkam.

Zwölf Monate später hat sich vieles geändert: Ferrari hat das Saisonziel mit drei Siegen erreicht (Sebastian Vettel triumphierte in der Hitze von Malaysia, im Chaos von Ungarn und in der Nacht von Singapur), der Deutsche hat in der WM Nico Rosberg den zweiten WM-Rang abgeknöpft, und hinter den Kulissen sind die Weichen gestellt, um die Tifosi 2016 vom Titel träumen zu lassen.

Teamchef Maurizio Arrivabene in Sotschi: «Wir haben kein Team, das noch für 2015 arbeitet, wir haben ein Teamchen (Maurizio sagt auf Italienisch «una squadretta», als Verniedlichungsform von «squadra», M.B.). Aber der grösste Teil des Teams arbeitet schon am 2016er Rennwagen, und wieder eine andere Gruppe arbeitet am 2017er Renner. So sind wir aufgestellt für die Zukunft.»

Doch die Italiener wissen: Um auf Augenhöhe mit Mercedes zu kommen, ist nochmals ein Schritt nach vorne notwendig, wie er von 2014 zu 2015 getan wurde. Aus Kreisen des Teams sickert durch: Der diesjährige Turbo-Motor ist um 90 PS kraftvoller als das 2014er Aggregat!

Ferrari-Technikchef James Allison gegenüber den Kollegen der britischen Sky: «Ich schätze, in Rundenzeit ausgedrückt sind wir im Schnitt um gut acht Zehntelsekunden pro Runde schneller geworden. Das würde heissen: wir haben gut die Hälfte unseres Rückstands auf Mercedes wettgemacht. Wir müssen also nochmals einen solchen Schritt tun, denn bei unseren Gegner steht die Entwicklung ja auch nicht still. Aber wir trauen uns zu, dass wir das schaffen.»

Weltmeistermacher Toto Wolff, Teamchef von Mercedes, ist gewarnt: «Ich habe damit gerechnet, dass Ferrari die Lücke verringert, aber das ist den Italiener schneller gelungen als erwartet. Das wird 2016 ein Wahnsinnskampf.»

Zur Erinnerung: Der letzte WM-Titel von Ferrari bei den Piloten geht auf 2007 zurück (Kimi Räikkönen), der letzte Markentitel wurde 2008 errungen.

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
15. Februar: Roll-out Mercedes (Silverstone, unbestätigt)
17. Februar: Red Bull Racing (in London, Team-Farben)
21. Februar: Präsentation McLaren-Honda (Ort unklar)
21. Februar: Roll-out Ferrari (Circuit de Barcelona-Catalunya)
21. Februar: Roll-out HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Williams (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Manor (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Neuer Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

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