Ecclestone wettert: Formel 1 schlecht, Todt soll weg

Von Andreas Reiners
Formel 1
Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone weiß, wann er was sagen muss. Deshalb verwundert es auch nicht, dass der Formel-1-Zampano pünktlich zu Beginn der Testfahrten seinen verbalen Taktstock schwingt.

Und die Aussagen des 85-Jährigen haben die übliche Brisanz, die bekannte Sprengkraft. «Die Formel 1 ist so schlecht wie nie zuvor. Ich würde mein Geld nicht ausgeben, um mit meiner Familie ein Rennen anzusehen. Ausgeschlossen», wetterte der Brite im Interview mit der Daily Mail. Rumms! Mal wieder ein verbaler Tiefschlag gegen sein eigenes Baby, das nicht mehr wirklich seines ist. Seine Macht schwindet.

Deshalb keilt er auch gegen jene aus, die nur das schnelle Geld, den kurzfristigen Erfolg sehen. Der Grund für den Zustand der Motorsport-Königsklasse hätten eben jene Leute. «Langfristig bedeutet für diese Leute zwei oder drei Rennen», sagte er. Ohne sie beim Namen zu nennen, kritisiert er vor allem Mercedes und Ferrari, die ihre Zustimmung verweigern und deshalb geplante Änderungen blockieren können.

«So etwas nennen wir ein Kartell. Und Kartells sind illegal. Wir haben hier etwas, was illegal ist! Vielleicht sollte ich mal mit ihnen rausgehen und ein paar Gräber zeigen. Da ist noch Platz…», schießt er munter drauflos.

Ein Dorn im Auge ist ihm vor allem die Dominanz der Silberpfeile. Fast schon verweifelt versucht er, gegen die oft kritisierte Langeweile anzukämpfen. Mit einem nun ganz neuen Vorschlag. «Wir brauchen Wettbewerb im Racing», sagte Ecclestone. Er schlägt vor, dass nach dem Qualifying die Startaufstellung auf den Kopf gestellt werden soll. So könnte zum Beispiel der Schnellste nach der Qualifikation von Platz zehn aus starten, der Zweitschnellste entsprechend von Rang neun und so weiter.

«Diese Art sorgt für Wettbewerb unter den Jungs mit ähnlicher Geschwindigkeit», meinte Ecclestone. «Das ist besser als eine umgekehrte Startaufstellung. Denn das einzige, was man damit erreicht, ist, dass der Mann am Ende des Feldes zu Beginn des Rennens an den langsamen Jungs vorbeifährt.» Die Folge sei reichlich Gesprächsstoff. Das sei etwas, dass die Formel 1 brauche, so Ecclestone.

Daneben schießt er im Interview auch gegen FIA-Präsident Jean Todt. «Unglücklicherweise ist Jean ein Diplomat geworden. Er möchte jeden glücklich machen. Das ist sehr nett von einem Präsidenten. Aber so funktioniert es nicht.» Todt solle seine Verantwortung für die Formel 1 an jemand anderen übergeben. Ecclestone: «Das werde ich ihm auch persönlich sagen.»

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
29. Februar: Präsentation Toro Rosso (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Präsentation Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

1. Barcelona-Test: So wird gefahren

Mercedes
Montag 22. und Mittwoch 24. Lewis Hamilton
Dienstag 23. und Donnerstag 25. Nico Rosberg

Ferrari
Montag und Dienstag Sebastian Vettel
Mittwoch und Donnerstag Kimi Räikkönen

Williams
Montag und Dienstag Valtteri Bottas
Mittwoch und Donnerstag Felipe Massa

Red Bull Racing
Montag und Dienstag Daniel Ricciardo
Mittwoch und Donnerstag Daniil Kvyat

Force India
Montag und Donnerstag Alfonso Celis
Dienstag Sergio Pérez
Mittwoch Nico Hülkenberg

Toro Rosso
Montag und Mittwoch: Carlos Sainz
Dienstag und Donnerstag: Max Verstappen

Sauber (mit 2015er Auto in neuer Lackierung)
Montag und Dienstag Marcus Ericsson
Mittwoch und Donnerstag Felipe Nasr

McLaren-Honda
Montag und Mittwoch Jenson Button
Dienstag und Donnerstag Fernando Alonso

Manor Racing
Montag und Dienstag Pascal Wehrlein
Mittwoch und Donnerstag Rio Haryanto

Renault
Montag und Dienstag Jolyon Plamer
Mittwoch und Donnerstag Kevin Magnussen

Haas F1
Montag und Mittwoch Romain Grosjean
Dienstag und Donnerstag Esteban Gutiérrez

Formel-1-WM

20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

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