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Dietrich Mateschitz: «Meisterstück von Adrian Newey»

Neue Köpfe bei Renault Sport, zwei vielversprechende Konstruktionen und loyale Piloten: Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat allen Grund, zuversichtlich auf die neue Formel-1-Saison zu blicken.

Formel 1

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Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz machte in der vergangenen Saison öfters kein Hehl daraus, dass er den Spass an der und die Leidenschaft für die Formel 1 verlieren könnte. Eine Woche vor dem Saisonstart in Melbourne gibt er sich wieder zuversichtlicher – aber auch ziemlich kritisch.

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Der Motor ist zwar, wie der Chef einräumt, noch immer der gleiche, doch im Verhältnis von Red Bull Racing zum Partner Renault hat sich doch etwas geändert, nicht nur, weil der Antriebsstrang jetzt den Namen des neuen Sponsors (TAG-Heuer) trägt. "Die neuen Leute im Management bei Renault Sport zeigen ein hohes Mass an Professionalität, Leidenschaft und Erfolgswillen", sagt Mateschitz.

Das klingt – nach den Querelen und verbalen Schlagabtäuschen der Vorsaison – versöhnlich und auch zuversichtlich, wenngleich der vorsichtige Optimismus des Red-Bull-Chefs auch primär im neuen RB12 begründet liegt. "Der neue Wagen ist einer der besten, die wir je ausgerollt haben, mit einer bestechenden Performance – kurz, ein Meisterstück von Adrian (Konstrukteur Newey, Anm.) und seinem Team." Aber der 71-Jährige setzt auch viel Vertrauen in den Ilmor-Gründer Mario Illien, der Renault als Konsulent für den Verbrennungsmotor unterstützt.

Im Gegensatz zu den vergangenen zwei Jahren waren die beiden Viertagetests in Barcelona in diesem Jahr viel ergiebiger, weil die Kombination Red Bull-Renault einfach besser vorbereitet war – und dadurch Standfestigkeitsprobleme vermieden und viele Kilometer absolviert wurden.

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Folgerichtig steckt Mateschitz auch das Saisonziel für sein Einserteam ab: "Platz 3 hinter den Werken." Womit er Mercedes und Ferrari meint. Und weiter: "Den Kampf gegen die guten Kundenteams mit Mercedes- oder Ferrari-Motoren sollten wir gewinnen." Ab dem kanadischen Grand Prix Anfang Juni erhofft sich Mateschitz sogar noch mehr, wenn die erste grosse Verbesserung von Renault-Seite kommen soll.

Mateschitz’ Optimismus geht beim Juniorteam Toro Rosso sogar noch weiter: "Das Auto ist hervorragend. Ich wäre nicht überrascht, wenn Toro Rosso in den ersten Rennen gleichauf mit RBR liegt oder sogar schneller ist. Toro Rosso sollte in der WM zwischen den Plätzen 4 und 6 landen." Nachsatz mit kleinem Seufzer: "Aber das haben wir jedes Jahr erhofft." Und: Ferrari wird den Motor von Toro Rosso (Stand 2015) nicht weiterentwickeln, womit es für die Jungbullen ab Saisonmitte wohl noch schwieriger wird.

Was nach der Saison 2016 passiert, ist auch für den Red-Bull-Boss noch völlig offen: "Der Vertrag mit Renault lässt verschiedene Optionen zu." Die Frage ist, ob es einen "unabhängigen" Motor doch noch geben wird, ob der Renault so konkurrenzfähig wird, dass eine Verlängerung Sinn macht oder ob es gar keine Alternativen gibt.

Denn ein Ausstieg von Red Bull aus der Formel 1 steht immer noch im Raum: "Wir sind uns zu schade, um Domestiken zu sein. Die Formel 1 ist nicht die Tour de France. Wenn wir motorisch nicht konkurrenzfähig sind, gehen wir raus. Wir fahren sicher nicht die nächsten fünf Jahre um Platz 5 mit."

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Die Kritik von Formel-1-Vermarkter Bernie Ecclestone am von ihm mitgestalteten Produkt – die dem 85-Jährigen selbst vor allem von Mercedes- und Ferrari-Seite massive Kritik eingebracht hatte – versteht Mateschitz: "Bernie hat ja recht!"

Denn der Salzburger stimmt mit dem Briten überein, dass Mercedes und Ferrari zu viel Macht in der Formel 1 hätten: "Da wedelt doch schon der Schwanz mit dem Hund. Bernie hat die Formel 1 nicht in den Sand gefahren, sondern die Hersteller taten dies, die alles diktieren." Mateschitz’ Unmut rührt bekanntlich daher, dass Mercedes und Ferrari bisher einen unabhängigen Motorenbauer verhindert haben.

Zur neuen Qualifikation (K.-o.-Modus) meint Mateschitz: "Die kann man versuchen, sie wird aber keinen signifikanten Einfluss haben."

Hoch im Kurs stehen weiter die eigenen Fahrer – auch wegen der Loyalität nach der schwierigen Saison 2015. Die Perspektive, einen Daniel Ricciardo oder Max Verstappen an ein Werkteam zu verlieren, lässt Mateschitz offensichtlich kalt: "Ich kümmere mich nicht um die Dauer von Verträgen. Wenn einer unbedingt weg will, kann ich ihn ohnedies nicht aufhalten."

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Eine Erfahrung, die er mit seinem einstigen Lieblingszögling Sebastian Vettel schon machte.

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