Eric Boullier (McLaren-Honda): Token-Wegfall wichtig

Von Agnes Carlier
Formel 1
Eric Boullier

Eric Boullier

McLaren-Rennleiter Eric Boullier äußert sich zu den Reglements-Änderungen für 2017, zur Situation bei McLaren-Honda und zur Bilanz beim Russland-GP.

Die Formel 1 wird ab 2017 lauter, schneller und spektakulärer. Angenommen wurde der McLaren-Vorschlag: Die Autos werden demnach um 20 Zentimeter breiter (neu: 200 cm), das entspricht den Massen bis vor der Saison 1997.

Die Frontflügel werden breiter, die Heckflügel ebenfalls, zudem werden die Flügel hinten tiefer angeordnet. Die breiteren Reifen sollen mehr mechanischen Grip generieren, der aerodynamische Grip kommt über einen neuen Unterboden. Das Ziel bleibt bestehen, die Autos im Schnitt fünf Sekunden pro Runde schneller zu machen.

Bei den Antriebseinheiten sehen die Hersteller in einem Zweijahresplan eine Reduktion des Motorenkontingents auf drei Antriebseinheiten pro Auto und Jahr vor, um die Leasing-Kosten zu drücken. Zudem soll eine Situation, wie sie im vergangenen Jahr bei Red Bull Racing der Fall war, als das Team lange keinen Motorenlieferanten fand, künftig nicht mehr vorkommen. Auch leistungsmäßig sollen die verschiedenen Antriebseinheiten angeglichen werden.

Die neuen Regeln kommen nicht bei allen Teammitgliedern gut an. McLaren-Rennleiter Eric Boullier findet vor allem eine Änderung ganz wichtig, wie er SPEEDWEEK.com verriet: «Ganz klar ist der Wegfall des Token-Systems ab 2017 wichtig. Insgesamt ist es gut, dass die Kosten für die Kundenteams gedeckelt werden. Das wird ihnen helfen.»

Boullier findet, dass es in technischer Hinsicht auf eine Art ein Schritt zurück sei. «Es war alles in allem ein langer Prozess, die Teams haben viele Stunden darin investiert, die Zukunft zu ändern. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob sich wirklich viel ändern wird», sagte Boullier.

Allerdings könnten die Änderungen McLaren helfen. «Die Konkurrenten haben seit mehreren Jahren etablierte Chassis. Wir holen auf, aber das dauert sehr lange. Aber wenn man sich bewegt und die Regeln ein bisschen ändert, haben wir bessere Chancen», so Boullier, der einen Blick in die Kristallkugel wagt. «Im kommenden Jahre werden Red Bull und wir ein solides Chassis haben.»

Für Optimismus sorgt bei dem Franzosen auch ein Gespräch mit Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo. «Er hat unser Chassis gelobt und gesagt, dass sie uns sehr genau beobachten. Das ist ein Zeichen. McLaren und Red Bull sind vielleicht die am besten organisierten Teams», so Boullier.

Das Chassis ist die eine, der Motor allerdings die andere Sache. «Wir sind nicht weit weg und der Motor erhält die ganze Saison über immer wieder ein Upgrade», so Boullier. Ein erstes Upgrade wird es demnach in Barcelona geben. Wo sieht er sein Team derzeit? «Hinter Williams und Toro Rosso.» Mehr als zufrieden war Boullier dann natürlich mit dem Ergebnis in Russland, wo beide McLaren in die Punkte fuhren.

Fernando Alonso wurde Sechster, Jenson Button Zehnter. «Das ist ein wirkliches Zeichen des Fortschritts, den wir seit dem Beginn der Saison stetig machen. Eine Schwalbe macht aber noch lange keinen Sommer, wir halten an unserem Glauben fest, dass wir die Kurve bekommen haben und weitere Schritte nach vorne machen im Laufe der Saison.»

Das Problem ist immer noch die fehlende Power, gleichzeitig muss McLaren-Honda auch auf die kommende Saison achten. «Es ist wichtig, dass Honda den Prozess beschleunigen kann und dass sie verstehen, dass die Formel 1 zunächst Aktionen und Entscheidungen bedeutet und danach Analyse und Planungen», sagte Boullier. Das Zeitproblem hätten durch die verspäteten Entscheidungen aber alle im Fahrerlager. Bei der turbulenten Entscheidungsfindung seien Red Bull und McLaren-Honda die aktivsten Teams gewesen. «Mercedes war dagegen, weil sie die Formel 1 dominieren», so Boullier.

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