Sergio Marchionne (Ferrari): «Das bricht meine Seele»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene mit Firmenpräsident Sergio Marchionne

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene mit Firmenpräsident Sergio Marchionne

​Ferrari-Präsident Sergio Marchionne pendelt zwischen Zuckerbrot und Peitsche: «Wir müssen jetzt schnellstmöglich aufholen. Aber Ferrari kann das schaffen.»

Im Rahmen des Grand Prix von Russland hat Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene angedeutet: Der WM-Zug von Mercedes-Benz mag vielleicht aus dem Bahnhof ausgelaufen sein, aber aus Sicht von Ferrari ist er noch lange nicht in der Ferne entschwunden.

In der Markenwertung hat Mercedes-Benz mehr als doppelt so viele Punkte geholt wie Ferrari (157:76).

Teamchef Arrivabene: «Ich glaube an dieses Team. Ich glaube auch, dass wir in den kommenden Rennen konkurrenzfähiger sein werden. Aber eines muss auch klar sein – weitere Fehler können wir uns nicht erlauben.»

Was sagt der Chef? Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hat den Sotschi-GP wie Millionen von Fans erlebt – vor dem Fernseher. Der 63jährige Italo-Kanadier sagt im Rahmen einer Fiat-Präsentation in Turin: «Ein denkbar schlechter Tag. Wir haben ganz offensichtlich noch viel Arbeit vor uns. Aber ich habe jedes Vertrauen uns Team, dass wir das schaffen.»

«Wir müssen jetzt diesen Abstand von gut einer halben Sekunde mit Lichtgeschwindigkeit aufholen. Ich war gewohnt, das Ferrari von Schumacher zu erleben, ein Ferrari, das von Sieg zu Sieg eilt. Die Mannschaft so leiden zu sehen, das bricht meine Seele.»

In Sotschi wurde Teamchef Arrivabene auf den Rückstand angesprochen und meinte daraufhin: «Nun, wir haben noch siebzehn Rennen vor uns. Wenn wir zwölf gewinnen und die anderen nur fünf, dann sollte das schon klappen. Okay, das war jetzt ein Scherz. Uns ist natürlich klar, dass sich die Konkurrenz nicht schlafen legt. Aber ich bleibe dabei – wir sind auf dem richtigen Weg. Und wir haben zwei Rennen mehr als im vergangenen Jahr, um das Ruder herumzuwerfen.»

«Wir wussten von Anfang an, dass das Pistenlayout von Sotschi eher Mercedes begünstigt. Aber von solchen Strecken sehe ich von hier bis zum Finale nur noch zwei – Spa-Francorchamps und Austin.»

«Wir geben nicht auf. Wir haben alle Puzzleteile zusammen, um ein grosses Bild zu erstellen. Wir haben die Mittel, wir haben die Fachleute, wir haben das Wissen, um das Titelrennen zu drehen. Das war früher nicht immer so. Ihr müsst uns noch ein wenig Zeit geben.»

Aber viele Formel-1-Experten glauben: Zeit ist eben genau das, was Ferrari 2016 nicht hat.

Bei den Piloten liegt Nico Rosberg nach seinen vier Siegen mit einer makellosen Bilanz vorne – 100 Punkte. Sein härtester Verfolger, Stallgefährte Lewis Hamilton, liegt schon um 43 Punkte zurück. WM-Dritter ist derzeit Kimi Räikkönen (mit 43 Punkten), gefolgt von Daniel Ricciardo (36) und erst dann Sebastian Vettel (33).

Noch nie hat ein Formel-1-Fahrer einen Rückstand von 67 Punkten noch in einem WM-Titel gedreht.

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