James Key (Toro Rosso): «Sotschi – verpasste Chance»

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Sotschi war keine Reise wert: Motorschaden bei Verstappen, als Max Sechster war, Pech auch für Sainz. Toro-Rosso-Technikchef James Key ist zerknirscht.

Der Grand Prix von Russland war für die Scuderia Toro Rosso ein Kapitel aus dem grossen Formel-1-Buch «Hätte, wenn und aber»: Der Niederländer Max Verstappen lag locker auf Rang 6, als der Ferrari-Motor keine Lust mehr zum Mitmachen hatte. Der Spanier Carlos Sainz wurde in die Scharmützel der ersten Kurve verwickelt, zudem erhielt der Madrilene eine Strafe nach beinhartem Manöver gegen Renault-Fahrer Jolyon Palmer. Die Strafe kostete Sainz jede Chance auf Rang 10, am Ende wurde er Zwölfter.

So blickt Toro-Rosso-Technikchef James Key auf das verpatzte Wochenende zurück: «Unsere Erwartungen waren so gross wie vor Australien und China – wir waren davon überzeugt, dass wir beide Autos in die Punkte bringen würden. Der Grund: Sotschi hat jede Menge mittelschneller Kurven, wo unser Chassis besonders stark ist. Wir erkannten aber auch einen Nachteil: In Russland brauchst du reichlich Power, und jetzt, wo die ganzen Werke beginnen, ihre 2016er Motoren zu entwickeln, da merken wir, dass wir mit dem Vorjahrestriebwerk langsam ins Hintertreffen geraten.»

«Carlos fühlte sich von Anfang an wohl im Wagen, er sprach von einer guten Balance. Vor allem die Zeiten im Dauerlauf waren sehr flott. Max hingegen war mit seinem Wagen nicht so happy. Am Samstag berichteten dann beide Fahrer von manierlichem Handling, und Verstappen schaffte es wie erhofft unter die besten Zehn des Abschlusstrainings. Mit Carlos haben wir das leider nicht geschafft, weil er den dritten Pistensektor seiner letzten Runde nicht sauber hinbekam.»

«Im Rennen zeigte sich: Der Reifenverschleiss war viel niedriger als befürchtet. Damit war eine Zweistoppstrategie vom Tisch. Max lag auf Rang 6 und konnte das Tempo der Williams locker mitgehen. Ich glaube, er hätte zum Schluss sogar noch Chancen gehabt, Felipe Massa abzufangen. Leider ging dann der Motor kaputt. Das ist frustrierend, weil Team und Fahrer alles richtig gemacht hatten.»

«Bei Carlos war es etwas anders: Obschon beide Piloten dem Durcheinander der ersten Runde entgehen konnten, handelte sich Sainz die Endplatte eines Red-Bull-Frontflügels ein, welche sich dann im Kühleinlass des linken Seitenkastens verfing. Klar stiegen die Motortemperaturen an, und er musste etwas Leistung drosseln. Zudem konnten wir anhand der Daten sehen, dass der Wagen aerodynamische Effizienz verlor. Wir zogen seinen Stopp vor, um uns das mal näher anzuschauen, zogen den Fremdkörper raus und schickten ihn mit weichen Reifen wieder auf die Bahn. Natürlich bestand seine Aufgabe nun darin, das Rennen zu Ende zu fahren.»

«Carlos hatte Pech: Er blieb im Verkehr stecken, seine Reifen waren die ältesten aller Konkurrenten. Dann kam die Strafe hinzu.»

«Wir hätten unser Ziel locker erreichen können, mit beiden Wagen in die Top-Ten zu fahren. Das haben wir nicht geschafft. Der Russland-GP ist für uns eine verpasste Chance.»

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