Kimi Räikkönen über Red Bull: «Ihr kennt Story nicht»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen

​Der Finne Kimi Räikkönen sieht den grossen Aufreger der Formel 1, den Platzwechsel zwischen Daniil Kvyat und Max Verstappen, ganz gelassen: «Mich geht das nichts an. Und ihr kennt die Hintergründe nicht.»

Ein Glas-halb-voll-Mensch würde festhalten: Kimi Räikkönen ist im WM-Zwischenklassement der beste Nicht-Mercedes-Fahrer. Und er hat viel mehr Punkte auf dem Konto als zum gleichen Zeitpunkt 2015 und 2014. Ein Glas-halb-leer-Zeitgenosse hingegen würde darauf hinweisen: Kimi liegt schon 57 Punkte hinter WM-Leader Nico Rosberg. Wie sieht Räikkönen selber das alles? «Wenn wir uns anschauen, wie viele Punkte noch zu haben sind, dann ist Rosberg nicht so weit weg von uns. Wir müssen aber vorwiegend auf uns selber achten und sehen, dass unser Auto konkurrenzfähiger wird. Wir müssen das Potenzial endlich in gute Ergebnisse umsetzen. Das Ziel besteht natürlich darin, Rennen zu gewinnen.»

Ferrari-Präsident Sergio Marchionne ist der Ansicht, Ferrari hätte drei der ersten vier Rennen gewinnen können. Kimi Räikkönen dazu: «Nachher ist es immer leicht zu sagen, was hätte sein können. Die Fakten bleiben die gleichen. Es stimmt schon, dass einiges hätte besser laufen können, aber unterm Strich zählen eben nur die Ergebnisse. Und die müssen besser werden.»

«Hier in Barcelona wünsche ich mir ein reibungsloses Wochenende. Die ersten vier GP-Wochenenden des Jahres haben gezeigt, wie viel in der Formel 1 passieren kann. Und selbst kleine Dinge können grosse Auswirkungen haben. Mal schauen, wie es morgen läuft.»

Ist Barcelona wirklich der grosse Indikator, was ein Auto wert ist? Kimi relativiert: «Spanien ist nur ein Rennen von vielen. Barcelona entscheidet nicht die WM. Wir haben Verbesserungen mitgebracht, aber das haben andere auch. Wenn es hier in Spanien sehr gut laufen sollte, dann ist das keine Garantie, dass wir auch auf den folgenden Strecken siegfähig sein werden. Wenn wir in der Historie zurückblättern, dann stimmt es – ein Auto, das in Barcelona gut war, das war in der Regel auf anderen Strecken auch nicht so übel. Aber die Formel 1 ist komplizierter geworden. So viele Details spielen heutzutage eine Rolle. Wir sahen hier im Winter gut aus, aber was ist das heute noch wert? Wir fahren unter ganz anderen klimatischen Bedingungen, das verändert das Spiel komplett.»

Zum Platztausch bei Red Bull sagt Kimi: «Grundsätzlich ist da nicht meine Angelegenheit. Max Verstappen hätte den Platz bei Red Bull Racing gewiss nicht erhalten, wenn er ihn nicht verdient hätte. Aber ich kenne nicht die ganze Geschichte, und ihr kennt die Hintergründe auch nicht. Keiner von euch wird sie je erfahren. Nur wenige Menschen sind bei solche einem Wechsel in alle Details eingeweiht, das ist eben so in der Formel 1.»

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