Patrick Head: Mercedes soll Hamilton–Rosberg behalten

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sir Patrick Head

Sir Patrick Head

​Nicht erst seit der Kollision zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton stellen sich viele Fans und Fachleute die Frage: Kann das bei Mercedes auf die Dauer gut gehen? Formel-1-Urgestein Sir Patrick Head findet – ja.

Der Crash zwischen den beiden Silberpfeil-Stars Nico Rosberg und Lewis Hamilton in der ersten Runde des Spanien-GP hat einer alten Frage wieder Aktualität verliehen: Kann ein Rennstall zwei Alphatiere auf die Dauer glücklich machen? Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte im vergangenen Dezember angekündigt: «Die schwierige Beziehung der Fahrer ist eine unserer Schwachstellen. Wenn es schädlich für das Team werden sollte, würde das bedeuten, dass wir die langfristige Konstellation im Team mit den Fahrern nicht aufrechterhalten.»

Seit dem Spanien-GP steht daher im Raum, wie es bei Mercedes weitergeht. Konzernchef Dieter Zetsche hatte bei einem Interview mit RTL vor dem Rennen auf die Frage, ob den Mercedes mit den gleichen beiden Piloten 2017 weitermache geantwortet: «Aber selbstverständlich.» Gleichzeitig wird in Italien herumgereicht, Ferrari sei an Rosberg interessiert. Was auch eine gezielt gestreute Ente sein kann, um Unruhe beim Weltmeister-Team zu stiften.

Williams-Mitbesitzer Sir Patrick Head, bis Ende 2011 leitender Techniker im drittältesten Rennstall der Formel 1, sieht das im Gespräch bei der britischen Sky so: «Ich würde es für eine Überreaktion halten, einen Fahrer auszutauschen. Beide sind ziemlich reif. Gut, sie sind nun aneinander geraten, aber ich sehe keinen Grund, wieso sie nicht für das gleiche Team weiterfahren sollten.»

Der 69-Jährige sagt weiter: «Vieles wird davon abhängen, was bei den kommenden Rennen passiert. Sollte Lewis die nächsten vier Grands Prix gewinnen und die Lücke zu WM-Leader Rosberg schliessen, dann ist er glücklich, und alles ist in Ordnung. Nico müsste sich nur überlegen, wie er das Ruder wieder dreht. Aber die beiden haben jetzt noch 16 Rennen vor sich, sie schauen als Racer vorwärts, nicht zurück. Ja, das Passierte ist ärgerlich, und sie müssen Mittel und Wege finden, wie das tunlichst vermieden werden kann. Aber deswegen können sie gleichwohl fürs selbe Team arbeiten.»

Sir Patrick Head weiss, wovon er spricht: Er war in den 80er Jahren bei Williams, als Nelson Piquet und Nigel Mansell für das Team fuhren, die sich spinnefeind waren. Gegen die Rivalität des Brasilianers und des Engländers damals ist das Gebaren der heutigen Mercedes-Asse ein Kindergeburtstag.

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