GP Monaco: Verblüffende Zahlen zum Rennen des Jahres

Von Rob La Salle
Formel 1
Fernando Alonso schiesst 2015 aus dem Monaco-Tunnel heraus

Fernando Alonso schiesst 2015 aus dem Monaco-Tunnel heraus

​SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Hintergründe zum Spritverbrauch und zu den Abtriebswerten beim Strassen-GP-Klassiker von Monte Carlo.

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Luca Rohner aus Thun wissen: «Es ist doch immer davon die Rede, dass Monaco als kürzestes Rennen des Jahres am wenigsten Sprit benötige. Und dass die Teams ihre Autos auf so viel Abtrieb wie möglich trimmen. Gibt es Zahlen dazu? Und wie wirkt sich eigentlich das Fahren durchs Tunnel aufs Auto aus? Wie sieht es mit Topspeed-Werten aus?»

Viele Antworten auf solche Fragen gibt das Simulationsprogramm Wintax des Elektronikspezialisten Magneti Marelli. Während generell die Teams anhand ihrer Berechnungen versuchen, so wenig Sprit als möglich zu tanken, also weniger als die erlaubten 100 Kilogramm (ca. 130 Liter), so errechnet Wintax für Monaco einen Verbrauch über die Renndistanz (knapp 260 Kilometer) von 84 Kilo (rund 109 Liter).

Es gibt wenig Vollgaspassagen in Monte Carlo – abgesehen von der Start/Ziel-Geraden, Steigung zum Casino hoch, durch den Tunnel, zur Tabakkurve hin, zum Schwimmbad. Dafür sieben langsame Kurven. Daher spriessen an den Rennwagen Zusatzflügel, und die aerodynamischen Hilfsmittel werden so steil gestellt wie es geht.

Wintax bietet einige interessante Einblicke: So bringt der (nur auf der Start/Ziel-Geraden) flach gestellte Heckflügel in Monaco ein Speed-Plus von nur 8 km/h.

Richtig haarig wird es es im Tunnel: Das Berechnungsprogramm spuckt aus, dass ein GP-Renner am Heckflügel rund 25 Prozent Abtrieb verliert, weil die niedrige Decke die Effizienz des Flügels beschneidet!

Aus der Pole-Position beschleunigen die Autos bis auf knapp 290 km/h, bevor die Saint-Dévote-Rechts angebremst wird. Mit dem flach gestellten Heckflügel kann ein GP-Renner fast 300 Sachen erreichen. Die Start/Ziel-Gerade wird in knapp sechs Sekunden aufgeschnupft.

Das Anbremsen der ersten Kurve erfordert 106 Kilo Pedaldruck (wie drei weitere Bremsmanöver) und erzeugt eine Verzögerung von 5,2g. Unfassbar: Die Steigung zum Casino hoch flitzen die GP-Renner erneut mit knapp 290 Sachen. Im Fernsehen wird der wahre Speed der Autos nie so richtig klar, auch nicht, wie steil es da hoch geht.

Ausgangs Casino sind die Renner nur noch knapp 90 km/h schnell, die folgende Mirabeau wird mit knapp 70 gefahren, dann folgt die alte Loews, mit 45 km/h die langsamste Kurve der Formel 1! Die Rennwagen müssen mit einem grösseren Lenkeinschlag ausgerüstet werden, um die Kurve überhaupt zu schaffen.

Weil um den ganzen Kurs die Gefahr latent ist, an den Leitschienen anzulehnen, werden üblicherweise auch die Radaufhängungen der Formel-1-Renner verstärkt.

Oft gestellte Frage: Wie schnell sind die Rennwagen im Tunnel? Antwort: Sie beschleunigen durch die taghell erleuchtete Passage und schiessen mit knapp unter 300 km/h raus, dann überschreiten sie kurz die 300er Marke, bevor für die Hafenschikane angebremst werden muss, runter auf knapp 60 km/h.

Vor der Tabak-Links (so benannt, weil dort früher ein Tabakladen beheimatet war) sind die Autos schon wieder über 240 km/h schnell, mit mehr als 200 Sachen geht es in die erste Schwimmbadkurve rein, wer die Einfahrt verpasst, wird ausgangs links mit der Leitschiene eine Bekanntschaft schliessen, auf die er nicht scharf ist.. Zur Rascasse schiessen die Wagen mit 200 km/h heran und befahren die Kurve mit rund 65 km/h.

Wintax hat auch errechnet, dass der Unterschied zwischen der superweichen Reifenmischung (rot gekennzeichnet) und dem ultraweichen Pirelli (violett) in Monaco 0,41 Sekunden beträgt.

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