Mark Webber: «Ferrari – die Enttäuschung des Jahres»

Von Mathias Brunner
Daniel Ricciardo und Mark Webber in Australien. Damals fuhr Daniel noch für Toro Rosso, Webber für Red Bull Racing

Daniel Ricciardo und Mark Webber in Australien. Damals fuhr Daniel noch für Toro Rosso, Webber für Red Bull Racing

​Daniel Ricciardo war nach dem Grossen Preis von Monaco am Boden. Sein australischer Landsmann Mark Webber sagt: «Daniel steckt den Frust weg.» Und Webber meint: «Ferrari ist die Enttäuschung des Jahres.»

Daniel Ricciardo war nach dem Strassenklassiker von Monte Carlo am Boden zerstört. «Ich war schon in Barcelona verbittert, habe die Kröte dann aber geschluckt. Aber zwei Mal eine wirklich gute Siegchance zu haben und erneut nicht zu gewinnen – das macht mich fertig. Wir wussten, dass Monaco die wohl beste Chance für uns ist, einen Grand Prix zu gewinnen. Ich stand auf Pole, hatte also die beste Ausgangslage. Dann sah ich am Morgen aus meinem Fenster die Wolken und dachte: Okay, mein Leben wir nicht einfacher. Aber ich war auch auf nasser Bahn der schnellste Mann. Ich hatte alles unter Kontrolle. Und dann komme ich an die Box, und da liegen keine Reifen. Klar müssen wir daraus etwas lernen, und das wird das Team auch. Aber meine Chance ist weg. Wie in Spanien. Und sie wird nicht zurückkommen.»

Auch Tage danach hat sich der dreifache GP-Sieger noch nicht davon erholt, dass er nun eigentlich ein fünffacher GP-Sieger sein sollte.

«Ein Teil meiner Frustration liegt darin, dass ich fest an meine Fähigkeiten glaube. Ich will dabei nicht eingebildet klingen. Aber ich weiss, dass ich mehr kann. Und ich weiss, dass ich mehr Belohung verdiene. Ich bin jetzt bald 27 Jahre alt und bin nicht ansatzweise so nahe an einem WM-Titel, das sollte nun langsam passieren. In den letzten zwei Wochen hätte ich zwei Rennen gewinnen müssen. Ich komme langsam in die Jahre.»

Daniel Ricciardos Landsmann Mark Webber ist in dieser Woche in England auf Werbetour für sein Buch «Aussie Grit» (das wir gelesen haben und jedem nur empfehlen können). Dabei sagt der Sportwagen-Weltmeister 2015 bei einer Veranstaltung in Sherborne den Berichterstattern: «Daniel ist für mich bislang der Fahrer des Jahres, er hat jedes Mal Leistung abgeliefert. Aber es ist Teil des Sports, dass eben Ungemach dazu gehört. Hin und wieder musst du einen harten rechten Haken einstecken, das ist nicht einfach, vor allem deshalb nicht, weil er das Gefühl hat, nichts falsch gemacht zu haben.»

Der 39jährige Webber, WM-Dritter der Jahre 2010, 2011 und 2013 ist davon überzeugt: «Wenn du als Fahrer eine tadellose Leistung abliefertst und dennoch kein Ergebnis zustande kommt, dann ist das eine bittere Pille. Das kann sehr enttäuschend sein. Aber Daniel steckt diesen Frust weg.»

Der neunfache GP-Sieger Webber wird auch auf das in dieser Saison sieglose Ferrari angesprochen. Porsche-Werksfahrer Webber sagt klipp und klar: «Ferrari ist für mich die Enttäuschung des Jahres. Sie haben bislang aus ihrem Potenzial viel zu wenig gemacht. Aber ich sage voraus – ihre Saison geht in Kanada erst so richtig los!»

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