GP Italien Monza: Geld da, Imola hat ausgeträumt

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ivan Capelli, Präsident des Mailänder Automobilklubs

Ivan Capelli, Präsident des Mailänder Automobilklubs

​Bernie Ecclestone wollte in Sachen Monza-GP Druck machen und liess die Betreiber der Imola-Strecke einen Vertrag zur Austragung des Italien-GP unterzeichnen. Der Vertrag war nicht die Tinte wert.

Das Säbelgerassel ist bald zu Ende: Ein Abkommen zwischen dem Management der Imola-Rennstrecke und Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone hat vielleicht als Druckmittel funktioniert, nicht aber als bindender Vertrag, welcher den italienischen Grand Prix nach Imola versetzt. Denn der Automobilverband von Italien hätte für solch einen Wechsel die Zustimmung geben müssen, und ACI-Präsident Angelo Sticchi Damiani steht felsenfest auf der Seite von Monza. Gewisser Gelder für die Austragung des Grossen Preises von Italien werden nur dann freigegeben, wenn das Rennen in Monza stattfindet. Imola hat ausgeträumt.

Die Strecke Monza gehört der Stadt Mailand und der Gemeinde Monza. Belange bezüglich der Rennstrecke werden durch die entsprechenden Automobilklubs geregelt. Pistenbetreiber, von Monza und Mailand beauftragt, ist die Firma SIAS (Societa' Incremento Automobilismo e Sport Spa).

Weil beim ACI Mailand 2014 Wahlen anstanden, lagen Verhandlungen mit Bernie Ecclestone zu einem neuen Vertrag (über 2016 hinaus) lange auf Eis. Dann wurde der 93fache GP-Teilnehmer Ivan Capelli (WM-Siebter 1988, Ferrari-Pilot 1992) zum neuen Chef des Mailänder Automobilsportklubs gewählt – als Nachfolger von Carlo Valli (dem Handelskammerchef von Monza).

Der heute 53jährige Mailänder Capelli beendet heute Dienstag alle Spekulationen, wonach der Königliche Park von Monza über 2016 hinaus zum Formel-1-Waisen werde. Der frühere Formel-1-Fahrer sagt unseren Kollegen der Gazzetta dello Sport: «Das notwendige Geld ist da, unser Vorschlag wird derzeit ausformuliert.» Angeblich ist bereits eine Anzahlung Richtung London getätigt worden.

Ivan Capelli: «Die ganzen Zahlen, wie sich die Antrittsgebühr von unserer Seite aus zusammensetzt, sind lang und breit erklärt worden. Ich rede hier vom Italienischen Automobilverband, ich rede vom Automobilklub von Mailand, ich rede von den entsprechenden Gemeinden und der Region. Wir wissen, dass wir ein Paket geschnürt haben, das alle Voraussetzungen erfüllt. Ich mache mir nicht die geringsten Sorgen. Ich sehe keinen Grund, warum dieses Rennen nach Imola ziehen sollte.»

«Zunächst hatte die Region Lombardei eingewilligt, sieben Millionen Euro jährlich beizusteuern, und das über einen Zeitraum von zehn Jahren. Später hat die Region nochmals fünf Millionen pro Jahr draufgelegt, dies für vier Jahre. Und damit kommen wir auf die von Bernie Ecclestone geforderte Summe.»

Die Weichen zur Rettung des Monza-GP hatte Angelo Sticchi Damiani gestellt, Präsident des italienischen Automobilklubs (ACI), und dies auf höchster Ebene, zusammen mit Staatschef Matteo Renzi. Das italienische Parlement nickte im Februar eine Gesetzesänderung ab, wonach der ACI seine Statuten dahingehend ändern kann, dass der Automobilklub eigene Mittel zur GP-Austragung aufwenden darf. Zuvor war das nicht möglich, weil der italienische Automobilklub seine Ressourcen nur unter strengen Auflagen einsetzen darf.

Der ACI wollte gut zwei Drittel der Gesamtkosten von rund 20 Millionen Euro Antrittsgebühr tragen, den Rest würden der Automobilklub von Mailand dank des Eintrittskartenverkaufs sowie die Regionalregierung übernehmen. Später wurde die Zusammensetzung der Antrittsgebühr nochmals neu verhandelt.

Der Grosse Preis von Italien fand erst einmal in Imola statt, das war im Jahre 1980, als in Monza umgebaut wurde. Und dabei wird es auch bleiben. Denn Ivan Capelli will vom Plan nichts wissen, dass das Rennen – wie in Deutschland zwischen dem Nürburgring und dem Hockenheimring – von einem Ort zum anderen hin und zurück wechseln könnte.

Capelli: «Das kommt überhaupt nicht in Frage. Monza ist das Heim dieses Rennens, das ist aus historischer Sicht nachvollziehbar. Das Ziel besteht nun darin, einen Vertrag von 2017 bis einschliesslich 2020 zu schliessen, der später vorzeitig bis 2022 verlängert wird.»

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