Ferrari: Nein von Ross Brawn, England-Büro als Plan B

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ross Brawn

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​Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hatte Antennen Richtung Ross Brawn ausgefahren: Dem Wegbegleiter von Michael Schumacher wurde ein Beraterposten in Aussicht gestellt. Brawn will den nicht.

Ferrari hat ein Personalproblem: Sollte Technikchef James Allison Italien wirklich verlassen, um zu seinen Kindern nach Grossbritannien zurückzukehren, hinterlässt er ein Vakuum, das nicht leicht zu füllen ist.

Ferrari-Präsident Sergio Marchionne soll vor wenigen Wochen den früheren Technikchef Ross Brawn kontaktiert haben. Es ging angeblich um eine Beraterrolle.

Doch der Plan von Marchionne scheiterte. Brawn soll eine Rückkehr nach Maranello an weitreichende Kompetenzen geknüpft haben. Doch bei Ferrari gibt es nur einen Chef: Marchionne.

Zudem hatte Brawn im Gespräch mit Martin Brundle von der britischen Sky klargemacht: «Ich bin zufrieden mit meinem Leben, so wie es ist. Nichts, was bislang aufgetaucht ist, würde mich interessieren und motivieren, daran etwas zu ändern. Es liegt in meiner Natur: Wenn ich etwas mache, dann hänge ich mich voll rein, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Ich bin nicht sicher, ob ich mich nochmals so in eine Arbeit hineinknien möchte.»

Wie Marchionnen nun weiter vorgehen will, ist nicht ganz klar. Das Projekt 2017 leitet Chefdesigner Simone Resta. Durchaus möglich, dass der Italiener zum leitenden Techniker befördert wird.

Verlässt Allison Ferrari, so wäre der letzte führende Mitarbeiter weg, der noch zur Ära Montezemolo angestellt worden ist. Seither ist auf den leitenden Posten kein Stein auf dem anderen geblieben.

Inzwischen ist gemäss Informationen aus Italien auch eine Ferrari-Aussenstelle in England kein Tabuthema mehr. Der frühere Erfolgs-Teamchef Flavio Briatore hatte angeregt: «Ferrari hat stattliche Fortschritte gemacht, Vettel fährt grossartig. Aber Sergio Marchionne weiss, dass er seinen Technikerstab verstärken muss. Es hilft nicht, dass Maranello in Italien liegt.»

«Es ist schwierig, in der Formel 1 zu gewinnen. Ferrari braucht keine neuen Chefs, das hatten sie schon zur Genüge. Sie müssen internationaler werden. Sie müssen endlich ein Technikzentrum in England aufmachen. Wenn du Champagner herstellen willst, ist es gescheiter, in Frankreich zu sein. Wenn du Schinken machen willst, brauchst du einen Sitz in Parma. Aber wenn die Formel 1 machst, dann musst du eben in England sein.»

Ross Brawn, inzwischen 61 Jahre alt, ist auch immer wieder mit einer führenden Rolle bei der FIA in Verbindung gebracht worden. Viele im Formel-1-Fahrerlager glauben: Brawn wäre der richtige Mann, um bei der Regelfindung weise vorzugehen – zunächst einmal allein deshalb, weil er fast jeden Kniff der Rennställe kennt. Brawn würde mögliche Reglementslücken und Logikfehler aufspüren, bevor sie schwarz auf weiss in den Vorschriften stehen.

Brawns früherer Wegbegleiter Jenson Button: «Es hat sich in der Vergangenheit immer als ganz schwierig erwiesen, dass sich die Teams bei den Regeln einig werden. Vielleicht braucht es für das alles jemanden, der gegenwärtig eben nicht im Sport tätig ist.»

Eigentlich war es jedoch Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner, der den Namen Ross Brawn ins Spiel gebracht hatte. Jenson Button findet: «Ross wäre fabelhaft. Jeder weiss, was er geleistet hat, Brawn wird respektiert. Aber ich weiss nicht, ob ihn das alles interessieren würde. Ich glaube, dazu liebt er seine Fischerei zu sehr.»

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