Kimi Räikkönen, Ferrari: «Neue Leute ändern nichts»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Kimi Räikkönen: «Wenn es einen Zaubertrick gäbe, der alle unsere Probleme lösen würde, dann würden wir diesen natürlich auch anwenden»

Kimi Räikkönen: «Wenn es einen Zaubertrick gäbe, der alle unsere Probleme lösen würde, dann würden wir diesen natürlich auch anwenden»

Ferrari-Star Kimi Räikkönen sprach nach dem Trainingsfreitag, den er als Sechstschnellster beendet hatte, über den Formel-1-Spitzenkampf, seine Erwartungen und seinen Junggesellen-Abschied.

Mit 1:22.058 min drehte Kimi Räikkönen im zweiten freien Training zum Ungarn-GP die sechstschnellste Runde. Hinterher erklärte er: «Unser Auto ist heute sicher besser als zu Saisonbeginn, aber es ist noch nicht gut genug. Wir wissen auch nicht, was die anderen heute genau gemacht haben, doch es gibt sicherlich Strecken, auf denen wir näher dran sind.»

Seufzend fügte der Iceman an: «Auf anderen Pisten leiden wir, so läuft es manchmal. Es stehen noch viele Strecken auf dem WM-Programm, die uns liegen sollten, denn die Rennen wurden ja umgestellt. Werden wir dort schnell genug sein? Das wird die Zeit zeigen, aber ich rechne immer noch mit Siegen. Wir können uns immer verbessern und wissen, wo unsere Schwächen liegen. Wir müssen uns gedulden, aber ich bin mir sicher, dass wir nun das bessere Gesamtpaket haben als zum Start des Jahres, aber die Anderen haben eben auch gute Fortschritte erzielt.»

Dass Ferrari der erste Verfolger der Mercedes-Piloten ist, kümmert den Iceman wenig, wie er erzählt: «Das interessiert mich nicht wirklich, denn unser Ziel ist es, vor beiden Mercedes zu stehen. Es bringt mir wirklich nichts, dass ich derzeit in der WM den dritten Platz belege. Es sind noch einige Rennen zu fahren und ich hoffe, dass wir das Ruder rumreissen können.»

Räikkönen verspricht: «Wir werden bis zum Schluss um den Titel kämpfen, bis es nicht mehr möglich ist, ihn zu holen. Ich hoffe, dass ich in dieser Phase einige Punkte und Podestplätze holen kann. Wir sind nicht da, um Dritter zu werden. Wir wollen Rennen gewinnen und um den Titel kämpfen. Noch ist die Meisterschaft nicht entschieden, auch wenn wir realistischerweise erst einmal Rennen gewinnen und beide Mercedes schlagen müssen. Zum Glück kämpfen diese Beiden miteinander und das gibt uns immer wieder die Möglichkeit, Punkte zu holen. Ich bin überzeugt, dass wir auch Rennen sehen werden, in denen wir stark sind und sie schlagen können.»

«Auf einigen Strecken läuft es einfach etwas besser, aber es muss schon viel zusammenkommen, damit du ein gutes Wochenende hast. Aus bestimmten Gründen läuft es auf gewissen Rundkursen besser als auf anderen, aber man kann auch sehr schnell danebenliegen, wie wir im letzten Jahr gesehen haben. Wir haben das Rennen noch nicht einmal beenden können – trotz der zweiten Position. Doch die Dinge können sich sehr schnell ändern. Wir müssen hier einen guten Job machen, um uns die besten Chancen auf einen Spitzenkampf zu bewahren. Ich hoffe natürlich, dass es hier gut für uns läuft», fügte Räikkönen an.

Auf seinen Junggesellen-Abschied angesprochen, den Räikkönen in dieser Woche feierte, winkte er ab: «Ja, ich hatte Spass, aber leider gibt es gewisse Leute, die aus Nichts ein Riesending machen wollen, Dinge aus dem Zusammenhang reissen und sicherlich nur daran interessiert sind, gewissen Leuten zu schaden. Das ist leider etwas traurig, doch so läuft es im Leben.»

Auch die Gerüchte von einer möglichen Rückkehr des ehemaligen Ferrari-Teamchefs Ross Brawn will der Iceman nicht kommentieren. Auf die Frage, ob das Team neue Leute braucht, erklärt er: «Ich weiss es nicht, ich habe überhaupt keine Ahnung, was in dieser Hinsicht läuft und denke, dass wir eine grossartige Mannschaft haben. Aber wir sind auch noch nicht da, wo wir sein wollen, doch wir arbeiten hart daran und müssen in einigen Bereichen einfach zulegen. Wenn es einen Zaubertrick gäbe, der alle unsere Probleme lösen würde, dann würden wir diesen natürlich auch anwenden. Aber ich glaube nicht, dass irgendetwas anders läuft, wenn wir die Leute austauschen.»

Zum Schluss fügte der 20-fache GP-Sieger an: «Ich bin überzeugt, dass wir alle enttäuscht sind und darunter leiden, dass wir keine Siege holen können, doch das hilft uns nicht weiter. Keiner hat aufgegeben, nur weil wir noch nicht da sind, wo wir sein wollen. Wir sind ja auch nicht da, um von unseren Problemen davonzulaufen. Es passiert nicht oft, dass du in einem Auto sitzt, von dem du weisst, dass du jedes Rennwochenende auf den ersten oder zweiten Platz fahren kannst. Wir befinden uns nicht in dieser komfortablen Situation. Doch selbst die Spitzenreiter gönnen sich bei der Entwicklung keine Spitzenpause. Ich sehe keinen Grund, niedergeschlagen zu sein, das macht auch keinen Sinn.»

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