Maurizio Arrivabene (Ferrari): Brille für Rennleitung

Von Mathias Brunner
Formel 1
Maurizio Arrivabene

Maurizio Arrivabene

​Die Lage von Ferrari wird nicht gemütlicher: Auch in Ungarn kein Sieg, Red Bull Racing nur noch einen Punkt hinter Ferrari (223:224), Teamchef Maurizio Arrivabene steht unter Druck.

Es wird seltsam klingen, aber Ferrari hat Grund zum Optimismus. Denn bei den Silverstone-Tests wurden Feinheiten bei der Abstimmung gefunden, welche den Wagen von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen schneller gemacht haben, selbst wenn das in Ungarn auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist: Auch im elften Rennen kein Sieg, beide Ferrari in direkten Duellen hinter beiden Autos von Red Bull Racing, in der WM liegen die Italiener nur noch ein Pünktchen vor dem Dauerrivalen aus Milton Keynes. Das Folgende hat Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene im Rahmen seiner Medienrunde dazu gesagt.

Maurizio, wie lautet dein Fazit des Ungarn-GP?

Wir können mit einem vierten und sechsten Platz nicht zufrieden sein, aber das Auto hat gezeigt – das Potenzial ist da.

Was habt ihr am vergangenen Wochenende gelernt?

Dass wir auf eine schnelle Quali-Runde am Samstag zu schwach sind. Selbst wenn das Abschlusstraining von Ungarn wegen des Wetters und den Unfällen ungewöhnlich war. Bei Kimi haben wir einen Timing-Fehler gemacht. Seb kamen die gelben Flaggen in die Quere. Er hätte von weiter vorne losfahren können.

Ist Ferrari zu lieb, wenn ich an gewisse Ereignisse im Rennen denke, wie das Duell Verstappen gegen Räikkönen?

Nein, wir können schon anders. Aber wir reden hier ja nicht von einer Diskussion in der Strategiegruppe oder der Formel-1-Kommission. Wir müssen mit den Rennkommissaren leben. Es ist nicht so, dass wir allem stumm zuschauen, aber ich kann im Rennen ja schlecht aus Unmut meinen Kommandostand verlassen und Charlie Whiting auf die Kappe geben. (Arrivabene macht einen Moment Pause und schmunzelt.) Man könnte über so was kurz nachdenken, aber nett wäre das nicht. Wir haben jedenfalls die Antwort erhalten, Verstappen habe einmal die Richtung gewechselt. Ich habe zwei Zacker gesehen. Aber letztlich obliegt das der Einschätzung der Rennleitung. Ob die vielleicht eine Brille braucht, um gewisse Bilder schärfer zu sehen, das ist eine andere Frage.

Aber wieso konnte Kimi den Verstappen nicht packen – trotz flach gestellten Heckflügels und weicheren Reifen?

Kimi ist ein tolles Rennen gefahren. Aber die Charakteristik des Hungarorings schreibt vor: Wenn du kein Auto hast, das mindestens 1,5 Sekunden pro Runde schneller ist als jenes deines Gegners, dann kommst du nicht vorbei. Da reichen eine höhere Topspeed und weichere Reifen nicht.

Ist Red Bull Racing an euch vorbeigezogen?

In der Markenwertung liegen sie jedenfalls noch hinter uns. Es bringt nichts, sich auf ein Duell mit Red Bull zu konzentrieren. Wir haben andere Ziele und müssen vorwärtsschauen. Aber sie haben sich verbessert, keine Frage.

Ist es noch möglich, Mercedes einzuholen?

Ich bin der Überzeugung – beim Motor sind wir auf Augenhöhe. Im Renntrimm fehlt uns nicht viel. Wenn wir ihnen bis Abu Dhabi ganz nahe kommen wollen, dann müssen wir schleunigst in anderen Bereichen arbeiten.

Reden wir von Technikchef James Allison: Es heisst, euer Technikchef kehre nach England zurück. Er hat aber mit euch noch einen Vertrag für zwei weitere Jahre. Würdet ihr ihn ziehen lassen?

Bislang haben wir keine entsprechende Anfrage erhalten.

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