Kimi Räikkönen: «Habe meine Meinung nicht geändert»

Von Vanessa Georgoulas
Kimi Räikkönen: «Es wäre für uns alle besser, wenn wir die Dinge in Zukunft immer gleich handhaben und die gleichen Strafen für die gleichen Vergehen verhängt werden»

Kimi Räikkönen: «Es wäre für uns alle besser, wenn wir die Dinge in Zukunft immer gleich handhaben und die gleichen Strafen für die gleichen Vergehen verhängt werden»

Ferrari-Star Kimi Räikkönen ärgerte sich im Ungarn-GP über Max Verstappen und betont auch Tage nach dem Rennen, dass er seine Meinung diesbezüglich nicht geändert hat. Trotzdem will er die Sache auf sich beruhen lassen.

Unter den Formel-1-Piloten geniesst Kimi Räikkönen einen ausgezeichneten Ruf. Dies zeigte sich einmal mehr nach dem Ungarn-GP, den der Weltmeister von 2007 auf dem sechsten Platz beendet hatte – nachdem er sich die Zähne rundenlang am Heck von Max Verstappen ausgebissen hatte.

Der Red Bull Racing-Überflieger verteidigte sich mit allen Mitteln und zog damit den Ärger des sonst so coolen Finnen auf sich, der sich darüber beschwerte, dass der Teenager bei seiner Verteidigungsfahrt zu viele Richtungswechsel unternommen hatte.

Zwar sahen die Regelhüter von einer Strafe für den jungen Niederländer ab, trotzdem betonten Räikkönens Berufskollegen, dass die Klagen des 36-Jährigen nicht aus der Luft gegriffen sein können. Teamkollege Sebastian Vettel sagte gleich nach dem GP: «Kimi ist einer der fairsten Fahrer im ganzen Formel-1-Feld. Er beschwert sich nicht einfach so.»

Und auch Champion Lewis Hamilton erklärte in Hockenheim: «Kimi sagt nicht viel, aber wen er etwas sagt, dann hat das meistens Hand und Fuss. Wenn er sagt, dass es nicht in Ordnung war, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es auch nicht in Ordnung war.»

Der 242-fache GP-Pilot selbst will die Sache dennoch auf sich beruhen lassen, obwohl er bestätigt, dass er seine Meinung in den Tagen nach dem Rennen nicht geändert hat: «Meine Meinung darüber hat sich in den letzten Tagen nicht geändert. Aber es ist, wie es ist, Ich glaube nicht, dass es jetzt noch Sinn macht, über das Duell zu sprechen, denn das ändert sowieso nichts an den Geschehnissen.»

Und Räikkönen betont auch, dass er kein Problem mit Verstappen selbst habe: «Das Problem ist, dass diese Dinge von Rennen zu Rennen unterschiedlich gehandhabt werden, weil bei jedem GP verschiedene Rennkommissare zum Einsatz kommen, und es liegt in der Natur der Menschen, dass sie die gleichen Dinge unterschiedlich interpretieren.»

«Man sollte in Zukunft einfach in gleichen Situationen auch gleich entscheiden – und zwar nicht nur, was mein Duell mit Max angeht, sondern auch hinsichtlich der Pole-Runde von Rosberg und der 107-Prozent-Regel. Ich sage das auch nicht, um in der Startaufstellung auf Kosten der Bestraften nach vorne zu rücken. Es geht mir einfach nur darum, dass gewisse Dinge immer gleich gehandhabt werden sollten – deshalb gibt es ja überhaupt Regeln», so Kimi.

«Das ist eigentlich ganz einfach, und es ist schwer vorstellbar, dass man die Pole-Position holt, während Doppelgelb angezeigt wird. Die Regel besagt, dass du in diesem Fall bereit sein solltest, anzuhalten – und es ist schwer vorstellbar, dass man so noch die beste Quali-Runde dreht. Wie gesagt, das ändert nichts mehr an den Ergebnissen von Ungarn, aber es wäre für uns alle besser, wenn wir die Dinge in Zukunft immer gleich handhaben und die gleichen Strafen für die gleichen Vergehen verhängt werden. Wir Fahrer können da nicht viel ausrichten, doch ich hoffe, dass wir uns in dieser Hinsicht eines Tages verbessern», erklärt der Ferrari-Star.

Und Kimi fügt an: «Es ist deshalb auch schwer voraussehbar, was beim nächsten Mal passiert – wenn es überhaupt ein nächstes Mal gibt. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass die Situation wieder gleich bewertet wird, denn die Leute sehen die Dinge nicht immer gleich. Sollte es zum Beispiel beim nächsten Mal zwischen uns krachen, werden Max oder ich vielleicht bestraft. Und genau da liegt der Hund begraben: Man kann nicht wissen, wie man sich in einer bestimmten Situation verhalten muss und wie das ganze bewertet wird. Es ist jedes mal eine ganz neue Geschichte, und das ist ein Problem.»

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