Daniel Ricciardo: In Kalifornien fast unerkannt

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Red Bull Racing-Pilot Daniel Ricciardo ist mit ein paar Kumpels in Kalifornien abgetaucht – Los Angeles, Beverly Hills, Malibu. Sie fuhren coole Autos und erfreuten sich am Postkartenwetter.
Du hast in den USA einige ziemlich unterschiedliche Autos bewegt, einen Hot-Rod, einen Low-Rider, einen Aston Martin. Was hat am meisten Spass gemacht?

Die ganze Aktion war für mich eher ungewöhnlich. Wenn ich normalerweise Ferien mache, dann will ich eigentlich nichts von Autos sehen. Aber diese Fahrzeuge waren so komplett verschieden, dass ich eine Ausnahme gemacht habe. Es war eine neue Erfahrung und Teil eines grösseren Bilds, das ich mir in den vergangenen Jahren zusammengesetzt habe. Ich geniesse es wirklich, in der Welt herumzureisen und verschiedene Orte und Menschen kennenzulernen. Ich war mit Freunden unterwegs. Zunächst war ich ein wenig zögerlich, denn selbst wenn unser Video diesen Eindruck erweckt – ich wollte nicht, dass diese Tage sich um mich drehen. Ich wollte, dass alle Spass haben. Und das hat geklappt.

Was die Autos angeht, so war der Low-Rider schon das extremste Fahrzeug. Ich sass noch nie am Lenkrad eines solchen Autos, und es war ein hartes Stück Arbeit, damit geradeaus zu fahren. Wir waren damit im Osten von Los Angeles, wo nur wenige Touristen unterwegs sind.

Wirst du in Kalifornien erkannt?

Wir waren zwei Wochen unterwegs, und genau eine Person hat mich erkannt. Es war ein Australier. Das passte für mich. Denn ich will in den Ferien eigentlich von der Formel 1 nichts hören, selbst wenn die meisten Fans sehr nett sind.

Hattest du den Eindruck, du brauchst eine Pause?

Eigentlich nicht. Vom Ablauf der Saison her schätze ich, dass ich im Oktober eine brauchen würde. Wir haben ein intensives Programm vor uns, wir reisen nach Fernost, dann gleich auf die andere Seite nach Texas und Mexiko – von daher war es schon wichtig, die Batterien aufzuladen.

Vor der Sommerpause hatten wir den Eindruck, Mercedes-Benz ist eher noch stärker geworden, gemessen an der Konkurrenz. Welche Chancen siehst du für euch?

Unser Renntempo in Hockenheim war gut. Selbst wenn ich fand, dass Lewis alles unter Kontrolle hatte. Wenn wir die Abstimmung ideal hinbekommen, wenn wir einen Mercedes am Start überfallen können, dann haben wir unsere Chancen. Aber ich will auch Ferrari nicht vergessen. Gut, wir waren in den letzten paar Rennen stärker, aber Seb kann jederzeit zuschlagen, und Kimi kann das an gewissen Tagen ebenfalls.

Es ist aussergewöhnlich warm hier in Belgien. Was bedeutet das in Sachen Reifen?

(Beginnt zu lachen.) Also die Arbeit mit dem superweichen Reifen kann interessant werden. Weich und mittelhart werden kein Problem sein. Aber der superweiche, da bin ich mir nicht mal sicher, ob er eine Runde hält. Die Runde hier ist ziemlich lang.

Der Aufwärtstrend bei Red Bull Racing ist offensichtlich. Gibt das auch Zuversicht für 2017?

Sagen wir es so: Ich fühle mich wohl hier, ich bin am richtigen Ort. Niemand kann sagen, was die anderen Rennställe für 2017 machen werden, aber ich weiss, was bei uns aufgegleist ist und bin sehr zufrieden damit. Ich schlafe ruhig.

Hast du schon Bilder gesehen, wie das fertige Auto aussehen wird?

Nein, ich habe erst Fotos vom Wagen mit 2017er Reifen aus Mugello gesehen, mit diesen breiten Walzen.

Wann rückst du mit diesen Reifen aus?

Vermutlich am Testtag in Abu Dhabi, wenn Max und ich wohl je einen halben Tag mit den breiten Reifen fahren. Das ist jedenfalls, was ich höre. Ich glaube nicht, dass wir zuvor schon eine Möglichkeit erhalten.

Lewis Hamilton ist der Meinung, die 2017er Autos würden gar nicht so anders, die Fahrer seien auch künftig gezwungen, Reifen zu schonen, auf den Motor zu achten, Sprit zu sparen.

Ich habe mir darüber nicht den Kopf zerbrochen. Die Autos werden schneller, also werden einige Kurven wie Kurve 3 oder 9 in Spanien wieder echte Herausforderungen. Wie sich das im Rennen entwickelt, weiss ich nicht. Aber fürs Abschlusstraining stelle ich mir das schon sehr aufregend vor, wenn wir da wieder mehr auf der Rasierklinge balancieren.

Du hast in den letzten vier Rennen beginnend mit Österreich eine aufregende Folge gezeigt: Fünfter, Vierter, Dritter, Zweiter …

(Beginnt zu lachen.) Ich bin eigentlich kein abergläubischer Mensch, aber ab jetzt schon! Ich hätte nichts dagegen, wenn ich die Serie logisch fortsetze.

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