Crash Rosberg: Neue Linie versucht – Gerüchte um Lowe

Von Mathias Brunner
​Die Red Bull Racing-Renner von Verstappen und Ricciardo liegen in Singapur vorne, aber nach dem ersten Training ist Mercedes in aller Munde: Crash von Nico Rosberg, Gerüchte um Technikchef Paddy Lowe.

Mercedes-Benz hat das erste freie Training zum Singapur-GP auf den mässigen Rängen 4 (Lewis Hamilton) und 5 (Nico Rosberg) abgeschlossen. Aber ein Hinweis auf eine Wiederholung des Abstimmungsdebakels von 2015 ist das nicht. Vielmehr waren die Silberpfeile des Engländers und des Deutschen zumeist mit der weichen Reifenmischung unterwegs, dennoch liegen sie nur um acht Zehntelsekunden hinter dem Schnellsten, Max Verstappen (Red Bull Racing).

Der frühere Force-India-Fahrer Paul Di Resta rechnet vor: «Pirelli sagt, dass von der weichen zur superweichen bis hin zur ultraweichen Mischung Abstände von jeweils acht Zehnteln bestehen, dann liegt Mercedes in Wahrheit komfortabel vorne. Denn Rosberg hat seine beste Zeit auf der weichen Mischung gefahren.»

Ganz so komfortabel auch nicht, wie der Unfall von Nico Rosberg beweist. Kurz nach dem Training federt Nico Rosberg an uns vorbei, auf dem Weg des Gästebereichs von Mercedes hinüber in die Box. Was war beim Crash los? Nico grinst über die Schulter: «Ich habe eine neue Linie versucht, hat nicht funktioniert!» Dann ist er bereits in der Menge verschwunden. Das Lachen dazu sagt: Bitte nicht zu ernst nehmen.

In Wahrheit war Rosberg zum Zeitpunkt seines Ausrutschers auf einem Dauerlauf auf ziemlich abgefahrenen Reifen und einfach einen Tick zu schnell unterwegs, liess die Reifen blockieren, und an dieser Stelle ist die Bahn so schmal, dass selbst der kleinste Fehler sofort bestraft wird.

Mercedes bestätigt: Sein Auto wird zum zweiten freien Training einsatzbereit sein.

Themawechsel: Was ist am Gerücht dran, dass sich Ferrari den Mercedes-Technikchef Paddy Lowe angelt?

Teamchef Toto Wolff: «Ich will zuerst im Detail wissen, was in diesen Geschichte geschrieben steht, dann kann ich dazu Stellung nehmen. Ich habe erst eine davon gesehen. Grundsätzlich aber wisst ihr, dass wir über Verträge unserer Mitarbeiter nie sprechen.»

Was in den Stories steht: Lowe sei schon ein paar Mal in Maranello gewesen und habe sich mit seiner Gattin darauf geeinigt, nach Italien zu ziehen. Und Ferrari wolle unbedingt wieder einen Leitwolf engagieren.

Die Storys ignorieren freilich Aussagen des Ferrari-Präsidenten Sergio Marchionne und von Teamchef Maurizio Arrivabene, die Mattia Binotto ihr Vertrauen ausgesprochen haben.

Lowe sagt nach dem ersten freien Training zu meinem Kollegen Jonathan Noble von motorsport.com: «Mir ist schleierhaft, wo eine solche Geschichte herkommt.»

Vielleicht basiert die von «La Stampa» Ende Juli in die Welt gesetzte und jetzt wie ein Bumerang zurückgekehrte Story auf der Tatsache, dass Lowes Vertrag Ende 2016 angeblich auslaufe und noch nicht verlängert sei. Gemäss der üblichen Auszeit, so die Lowe-zu-Ferrari-Story weiter, könnte er demnach im Sommer 2017 für Ferrari anfangen.

Toto Wolff zum ORF: «Über die Vertragsdauer von Lowe äussere ich mich nicht. Aber ich gehe davon aus, dass Paddy bei uns bleibt.»

«Ferrari mit Lowe, das halte ich für wenig wahrscheinlich», sagt der frühere schottische Formel-1-Pilot Paul Di Resta. «Und wenn ich bei Mercedes das Sagen hätte, dann würde ich, wenn es wirklich ein Angebot gäbe, schleunigst das Gehalt von Paddy erhöhen.»

Dass sich Ferrari für Lowe interessiert, liegt auf der Hand. Der Engländer hat bei McLaren, dann bei Mercedes erstklassige Arbeit geleistet. Gerüchte über ein Angebot für Paddy kursierten bereits im Frühling.

Sebastian Vettel sagt in Singapur: «Wenn jemand vom Kaliber Paddy Lowes zu haben wäre, so müssten wir uns das selbstverständlich überlegen. Aber nach meinem Wissensstand ist er nicht erhältlich.»

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